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Kolumne Aufgespießt

Im Amt und beim Straßenplanen – überall dauert es lang

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

In der Rubrik „Aufgespießt“ blickt die Häfler Lokalredaktion auf aktuelle Themen. Dieses Mal geht’s um den Einzelhandel, überlastete Behörden - und natürlich um die B31.
Veröffentlicht:09.09.2023, 08:00

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Neuigkeit aus dem Einzelhandel: Pepco eröffnet eine Filiale in der Wilhelmstraße. Dass es dort nach dem Aus des Schuhhändlers Reno zu keinem Leerstand kommt, ist gut. Aber ob es neben Kik, Tedi und Ernsting’s Family eine weitere Discounter–Kette in Friedrichshafen braucht, die billige Kleidung, Deko– und Haushaltswaren verkauft?

Die Spießgesellen haben da so ihre Zweifel. Zum Glück haben wir auch viele vor Ort verwurzelte, engagierte Händler, die eine Alternative zum Einheitsbrei bieten.

Eine Alternative fordert weiter Verkehrsminister Winne Hermann, und zwar für den B31–Ausbau zwischen Immenstaad und Meersburg. Kleiner denken und schneller realisieren, lautet sein Credo. Für die vom Bund favorisierte vierspurige B1–Trasse sieht er dagegen wenig Chancen, weil sie nicht rechtssicher sei aufgrund zu erwartender Probleme mit dem Naturschutz.

Auch wenn man weiß, dass der grüne Verkehrsminister kein Freund von großen Straßen ist, darf man die Aussagen als klaren Hinweis werten, dass die aktuelle Planung bald wieder kippen könnte.

Dass Hermann jetzt die Projektmanagementgesellschaft DEGES ins Spiel bringen will bei dem Projekt, gefällt den Spießgesellen gut. Schließlich waren die Erfahrungen bei der Ortsumfahrung Friedrichshafen mit der bundes– und ländereigenen Einrichtung mit dem schönen Namen Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs– und -bau GmbH überwiegend positiv.

Wie man hört sind die Planer beim RP Tübingen stark belastet, von vielen unbesetzten Stellen ist die Rede. Und die DEGES könnte dann genau da weitermachen, wo sie 2021 aufgehört hat, kurz vor Immenstaad an der Lipbachsenke.

In Immenstaad selbst wird der Sanierungsstau der kommunalen Gebäude allmählich unheimlich. Vor ein paar Monaten musste der Kippenhauser Kindergarten geschlossen werden, weil er mit Schadstoffen belastet war. Jetzt droht gar die Linzgauhalle einzustürzen.

Ins marode Dach ist Wasser eingedrungen, dazu wurden noch Stahlträger über die Jahre angebohrt. Während man für die Kinderbetreuung schnell Plan B hatte (Umzug ins Kinderhaus), dürfte es mit der Linzgauhalle schwieriger und vor allem teurer werden für die ohnehin klamme Kommune. Versäumnisse aus der Vergangenheit holen die Gemeinde jetzt ein.

Das Amt für Migration des Landratsamts schloss fünf Tage, um aufgestaute Anfragen abzuarbeiten. Wer in Lindau Wohngeld beantragt, wartet sieben Monate. Die Erklärungen, Personalknappheit und eine wachsende Aufgabenfülle, sind nachvollziehbar.

Ein Dauerzustand kann das aber nicht sein. Denn im Zweifelsfall trifft es die am meisten, die es sowieso nicht leicht haben und die Hilfe dringend brauchen.