Pfandglas

Mit Karte: Hier kann man am See unverpackt einkaufen

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

Von Lindau bis Konstanz haben ein paar Läden ihr Konzept dem plastikfreien Konsum gewidmet
Veröffentlicht:27.08.2021, 05:00
Aktualisiert:12.10.2021, 11:42

Von:
Artikel teilen:

Mit den eigenen Behältern von zu Hause oder Pfandgläsern nur so viel einkaufen, wie man wirklich verbraucht – und dabei noch Verpackungsmüll sparen. Getreideprodukte, Kaffee, Nudeln, Backzubehör und Hülsenfrüchte, aber auch Kosmetika, Badzubehör und Spülmittel werden zum selbst abfüllen angeboten. In machen Geschäften finden sich auch frische Waren wie Obst, Gemüse und Milchprodukte. Das steckt hinter der Idee der „Unverpackt“-Läden, von denen es auch ein paar rund um den Bodensee gibt. Wir haben eine Übersicht von Lindau über Friedrichshafen bis Konstanz zusammengestellt.

Lindau

In Lindau gibt es seit August zwei Unverpackt-Läden: „Lecker unverpackt“ auf dem Festland und „Inselliebe“ auf der Insel. Der Trend zu nachhaltigem Einkaufen und der Wunsch nach guter Qualität habe sie davon überzeugt, ihren eigenen Unverpackt-Laden in Lindau zu eröffnen, erzählen die Gründer Nhi und Remo Riffert , die seit August auf der Lindauer Insel abfüllbare Lebensmittel wie Kaffee, Nudeln, Getreide und Hülsenfrüchte, Kosmetika und auch Getränke und Brotaufstriche im Regal stehen haben.

Article Image

Auf dem Lindauer Festland gibt es seit zweieinhalb Jahren die Möglichkeit, trockene und frische Lebensmittel unverpackt einzukaufen. Der neue Unverpackt-Laden auf der Insel sei keine Konkurrenz, sagt Silke Nickel , die den Unverpackt-Laden „Lecker unverpackt“ in Lindau-Reutin betreibt. Ihren Laden gibt es seit zweieinhalb Jahren. „Je mehr Möglichkeiten es gibt, unverpackt einzukaufen, desto besser. Und für die Menschen auf der Insel ist das natürlich klasse“, sagt Nickel.

Während der Corona-Pandemie seien die Menschen, vor allem Stammkunden, auch weiterhin unverpackt einkaufen gekommen. Die wenigstens hätten sich davor gescheut. „Wir haben immer schon sehr hohe Hygienestandards, das wissen unsere Kunden“, erzählt Nickel. Zusätzlich sei im Laden ein Desinfektionsspender aufgestellt worden.

Article Image

Friedrichshafen

2018 hat der Unverpackt-Laden „Tante Emmas Bruder“ in Friedrichshafen eröffnet. Mit dem Umzug in die Katharinenstraße im Februar 2021 und nach einer Crowdfunding-Aktion hat Betreiber Bernd Köhler den Laden vergrößert und eine Café-Ecke eingerichtet. Gestartet ist der Laden als Onlineshop und auch jetzt können Kundinnen und Kunden ihre Waren noch online bestellen und sich mit dem Lastenrad liefern lassen.

Article Image

Auch im Bioladen "Green Box" in Friedrichshafen gibt es eine Abteilung für unverpackte Lebensmittel: Müsli, Nudeln, Hülsenfrüchte und Nüsse sowie frische Lebensmittel können hier im eigenen Gefäß mit nach Hause genommen werden.

Den zweiten Unverpackt-Laden „s ’Gläsle“ in Friedrichshafen gibt es seit Anfang August 2021 dagegen nicht mehr. Nach zehn Monaten haben die Betreiberinnen Olivia und Anna Hörmann den Laden wegen zu wenig Resonanz schweren Herzens wieder geschlossen. Auch der angebotene Mittagstisch sei in der Corona-Pandemie zu wenig nachgefragt worden.

Tettnang

Der Bioladen „Goldbrunnen“ in Tettnang führt ein breites unverpacktes Sortiment. Schon 1995 startete Eigentümer Josef Heim mit unverpackten Lebensmitteln, doch die Nachfrage sei damals sehr gering gewesen. Seit drei Jahren spüre er in Sachen plastikfreiem und klimafreundlichem Einkaufen einen Aufschwung.

Article Image

Manche kämen auch extra vorbei, um Spül- und Putzmittel wieder aufzufüllen. „Die junge Generation ist konsequenter bei der Sache“, schätzt Heim. Jeder solle seinen Teil zum Klimaschutz beitragen, der Bioladen mit unverpackten Produkten sei seiner, sagt der Betreiber.

Markdorf

Bereits seit September 2016 betreibt Simone Keller den Unverpackt-Laden „Heimatliebe“ in Markdorf. Neben Nudeln, Reis und Müsli zum Abfüllen, bietet sie auch Kosmetikprodukte und frische Produkte an. Außerdem gibt es im Laden eine Café-Ecke. Viele Kunden würden das Konzept einfach gerne mal ausprobieren, es kämen aber vor allem Stammkunden, erzählte die Inhaberin 2019.

Article Image

Konstanz

In Konstanz gibt es zwei Läden: „Silo“ am Rande der Altstadt und „Unverpackt Konstanz“ im Viertel Paradies. In beiden Läden werden die klassischen trockenen Lebensmittel zum Abfüllen sowie Kosmetika angeboten. Im „Silo“ gibt es zudem eine Café-Ecke.

Article Image

Auch ein paar Edeka-Filialen im Bodenseekreis und im Landkreis Lindau bieten unverpackte Lebensmittel an, etwa die Filialen in Weißensberg, in Kressbronn, in Ailingen und in Bermatingen.