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Geflüchtete vor der eigenen Haustür — geht das?

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

Zum „Salon Rouge“ im Mai hatte der SPD–Ortsverein mit dem Thema „Geflüchtete vor der eigenen Haustür — geht das? Diskussion am Beispiel Schwabstraße“ geladen.
Veröffentlicht:26.05.2023, 09:01

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Zum „Salon Rouge“ im Mai hatte der SPD–Ortsverein mit dem Thema „Geflüchtete vor der eigenen Haustür — geht das? Diskussion am Beispiel Schwabstraße“ geladen. Anlass war der Beschluss des Kreistags im März, dass in der Schwabstraße in Friedrichshafen eine Unterkunft für Geflüchtete gebaut wird, teilt das Pressebüro der SPD mit. In zwei Gebäuden sollen bis zu 126 geflüchtete Menschen in einer Gemeinschaftsunterkunft Platz finden. Zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner kamen zu der offenen Diskussionsrunde.

Einen Impulsvortrag gab Gemeinderat und Mitglied im Ortsvereinsvorstand Werner Nuber zum Einstieg. Dabei gab er einen Einblick zu den weltweiten Fluchtbewegungen. „Die Welt kann sich dem nicht entziehen und muss Lösungen finden“, sagte er. Deutschland zähle mit 2,2 Millionen Geflüchteten zum drittgrößten Aufnahmeland weltweit.

Den Blick auf kommunale Ebene richtete anschließend Norbert Zeller, SPD–Fraktionsvorsitzender im Kreistag. „Dem Bodenseekreis werden Geflüchtete zugewiesen und diese müssen untergebracht werden“, erklärte Zeller. Derzeit leben 1.161 Geflüchtete im Bodenseekreis in Gemeinschaftsunterkünften. Bei der kurzfristigen Unterbringung gelte „schnell und groß“, also verschiedene Turn– und Festhallen. Die mittelfristige Unterbringung stelle sich durch die Anmietung von Immobilien und die langfristige durch eigene Bauten des Kreises dar. So werden die Geflüchteten auf verschiedene Städte und Gemeinden im Bodenseekreis verteilt.

Die Fertigstellung der Unterkunft in der Schwabstraße sei für 2024 vorgesehen. „Die Wohnblocks werden so gebaut, dass sie später als Sozialwohnungen funktionieren. Hier haben wir ebenfalls einen hohen Bedarf“, erklärte Zeller.

In der anschließenden Diskussionsrunde meldeten sich viele Anwohner zu Wort. So äußerte einer der Teilnehmer seine Angst um die Sicherheit und seine Sorge, dass es einen Immobilienverlust geben werde. „Ihre Ängste und Sorgen werden ernst genommen“, versprach Zeller. So sollen durch Transparenz und Information die Anwohner eingebunden werden. Bis jetzt gebe es noch keine Auskunft zu dem Personenkreis, der einziehen werde. Es werde allerdings auf ethnische Ähnlichkeit Rücksicht genommen, um eine möglichst konfliktfreie Zone einzurichten. Eine Anwohnerin fragte nach konkreten Bauplänen. Diese seien, so Zeller, aktuell in der Umsetzung. Sie werden jedoch erst dann vorgestellt, wenn sie spruchreif seien.

Aus Tettnang berichtete ein Ehepaar von ihren positiven Erfahrungen mit Geflüchteten. „Es war am Anfang ganz, ganz fremd“, erklärte die Tettnangerin. Inzwischen seien großartige Kontakte entstanden und sie und ihre Familien fühlen sich sicher.