Friedrichshafen

Für Friedrichshafen hat sich das Thema Aufstieg erledigt

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

Die Verbandsliga-Faustballer des VfB Friedrichshafen gingen beim Heimspieltag leer aus und haben keine Aufstiegschance mehr. Um den Ligaverbleib bangt der TSV Lindau.
Veröffentlicht:25.01.2023, 05:00
Aktualisiert:24.01.2023, 01:00

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Viermal 0:3 und kein einziger Punkt: Der Heimspieltag des VfB Friedrichshafen ist am vergangenen Sonntag alles andere als nach Wunsch verlaufen. Beide Häfler Faustballteams verloren ihre jeweiligen Spiele in der Verbandsliga gegen den TSV Ötisheim und den Tabellenführer TV Ochsenbach. Für die erste Mannschaft hat sich damit das Thema Aufstieg erledigt. Beim Saisonfinale am nächsten Sonntag in Bad Liebenzell geht es nur noch um die endgültige Platzierung. Die zweite Mannschaft steht schon länger als Absteiger fest, möchte die Hallensaison aber sicherlich noch mit dem ersten Punktgewinn beenden.

Enttäuschung hält sich in Grenzen

„Es hat nicht ganz gereicht“, analysierte Mannschaftsführer Fabian Schmidt-Redlin nach dem Heimspieltag in der Bodenseesporthalle. Die Enttäuschung über die beiden 0:3-Niederlagen hielt sich beim 28-jährigen Meckenbeurer jedoch in Grenzen. „Jeder hat gekämpft, es hat trotzdem Spaß gemacht“, zeigte sich Schmidt-Redlin mit dem Engagement zufrieden. Der Ausfall von David Ressel machte sich bemerkbar. Er ist der etatmäßige Schlagmann, der im Faustball eine sehr wichtige Rolle einnimmt. Aufgrund einer Schleimbeutelentzündung musste sich Ressel mit der Zuschauerrolle begnügen. „Das hat uns geschwächt“, meinte Schmidt-Redlin.

Im ersten Spiel gegen Ötisheim wäre aus der Sicht von Schmidt-Redlin dennoch etwas drin gewesen. Nach einem engen ersten Satz (9:11) machte die erste Mannschaft des VfB „zu viele Eigenfehler“ und verlor die weiteren Sätze jeweils mit 6:11. Ochsenbach profitierte vor allem von der Qualität ihres überragenden Schlagmanns Tobias Knodel. Der souveräne Spitzenreiter setzte sich 11:8, 11:7 und 11:5 durch. „Das war ein guter Gegner“, erkannte Schmidt-Redlin die Stärke des Gegners an. Der TVO hat den Aufstieg in die Schwabenliga, dritthöchste Spielklasse Deutschlands, schon sicher und möchte am kommenden Sonntag zu Hause den Titel eintüten. Um den zweiten Aufstiegsplatz streiten sich der TV Unterhaugstett 2 und der TV Heuchlingen. Friedrichshafen ist seit Sonntag raus aus der Verlosung. „Wir wären in die Schwabenliga gegangen, aber man muss realistisch bleiben“, sagte Schmidt-Redlin. In der Vergangenheit habe der VfB schon mal in der dritten Liga gespielt und war auch insgesamt dreimal bei Aufstiegsspielen in die 2. Bundesliga dabei. Dann aber gab es einige berufliche Abgänge, sodass die Seehasen in der Verbandsliga momentan sehr gut aufgehoben sind.

Warum der Verein drei Heimspieltage ausrichten durfte

Nach der Corona-Pandemie ist es in Randsportarten umso mehr angesagt, erst einmal den Laden am Laufen zu halten. Das ist den Faustballern des VfB sehr gut gelungen. Das hat sich insbesondere auch in dieser Hallensaison gezeigt. Friedrichshafens erste Mannschaft verfügte immer über sieben, acht Spieler an den Spieltagen und die zweite Mannschaft hatte dank einiger Neuen wie Stefan Weller vom TSB Ravensburg sogar meistens einen Kader mit mehr als zehn Mann. „Wir sind eine kleine Abteilung, sehr familiär und nahbar“, nannte Schmidt-Redlin einen großen Pluspunkt.

Reisetechnisch war es eine sehr angenehme Runde für den VfB. Dadurch, dass die zweite Mannschaft in die Verbandsliga aufstieg und erstmals in der Historie zwei Teams der Seehasen in der gleichen Liga spielten, durfte Friedrichshafen drei Heimspieltage ausrichten. Sportlich gab es für die zweite Mannschaft nichts zu holen, auch am Sonntag wurde es nichts mit einem Punktgewinn: Gegen Ochsenbach (4:11, 6:11, 7:11) sowie gegen Ötisheim (9:11, 6:11, 6:11) unterlag das Team von Mannschaftsführer Hendrik Besserer vor sehr kleiner Kulisse jeweils mit 0:3. „Es war uns klar, dass es für die zweite Mannschaft in dieser Liga sehr schwierig wird. Das war eher als Ausflug gedacht“, berichtete Schmidt-Redlin, der trotz nur drei gewonnenen Sätzen und null Punkten viele gute Leistungen sah: „Sie können mitspielen. Es fehlt nur ein bisschen Erfahrung, sie haben sich leider unter Wert verkauft.“

Um den Klassenerhalt bangen die Verbandsliga-Faustballer des TSV Lindau. Zwar gewannen die Lindauer beim Heimspieltag am vergangenen Sonntag das eminent wichtige Abstiegsduell gegen den TSV Gärtringen II mit 3:0 (11:8, 11:9, 11:5) und setzten sich damit vorerst auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Doch das zweite Spiel gegen Unterhaugstett II ging mit 1:3 (3:11, 11:7, 3:11, 6:11) verloren, sodass die Lindauer den Klassenerhalt am letzten Spieltag in Sachsenheim (Sonntag, 10 Uhr) nicht in der eigenen Hand haben. Zudem treffen sie auf Ochsenbach und Ötisheim, die ihre Qualität am vergangenen Wochenende eindrucksvoll nachgewiesen haben. Gärtringen II duelliert sich zeitgleich in Bad Liebenzell mit Unterhaugstett II und den beiden Mannschaften des VfB Friedrichshafen. „Wir werden alles geben“, versprach Schmidt-Redlin.