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Friedrichshafen geht als Außenseiter ins Spitzenspiel

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

Als Spitzenreiter der Volleyball-Bundesliga ist Friedrichshafen im Pokal gegen Berlin trotzdem nur Außenseiter. Der Rekordpokalsieger hat sich aber viel vorgenommen.
Veröffentlicht:03.11.2023, 18:48

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Der Tabellenführer der Volleyball-Bundesliga, der VfB Friedrichshafen, empfängt am Samstagabend (20 Uhr, live bei Dyn) den Tabellenzweiten, die Berlin Recycling Volleys, im Spitzenspiel des DVV-Pokal-Achtelfinales in der ausverkauften Spacetech-Arena. Die Häfler hoffen nicht nur aus historischen Gründen auf einen Sieg.

Markus Steuerwald wird sich noch gut an das Jahr 2017 erinnern, als er in Mannheim mit dem VfB im Pokalfinale die Berliner besiegte. Heute sitzt der ehemalige Libero als Co-Trainer auf der Bank der Berliner und möchte seine ehemalige Mannschaft laut VfB-Mitteilung unbedingt aus dem Wettbewerb werfen.

Im Pokal gibt es „immer nur eine Chance“

Seit 2014 gab es mit den United Volleys Frankfurt nur einen einzigen anderen Pokalsieger als den VfB Friedrichshafen oder die Berlin Recycling Volleys. Die Hauptstädter holten sich vergangenes Jahr den höchsten Titel des Deutschen Volleyballverbandes. Friedrichshafen stand zuletzt 2022 ganz oben auf dem Treppchen in der Mannheimer SAP-Arena. Auf dem Weg dorthin besiegte der VfB in einem epischen Fünfsatzkrimi im Halbfinale die Berliner. 2017 begegneten sich die Clubs bisher zum letzten Mal im Finale, mit dem besseren Ende für den VfB.

Vor der letzten Bundesligapartie gegen die Baden Volleys wollte Friedrichshafens Trainer Mark Lebedew partout nicht über das bevorstehende Pokalspiel sprechen, danach zeigte er, wie bedeutsam der Wettbewerb für ihn ist: „Der Pokal ist sehr wichtig in Deutschland, und man hat immer nur eine Chance. Nach der ersten Niederlage ist man schon raus. Wir wollen gegen Berlin die Chancen, die sich uns bieten, auch nutzen“, sagt der 56-jährige Australier, „nur so können wir Berlin besiegen.“

In diesem Jahr treffen die beiden Volleyballgiganten nun schon im Achtelfinale aufeinander. „Das hat zwei Seiten“, sagt Lebedew. „Es ist schade, dass dieses tolle Spiel jetzt schon im November vorbei ist. Andererseits ist es gut für Volleyballdeutschland, weil sicher ein anderes Team als Berlin und Friedrichshafen ins Finale einzieht. Und wir wissen ja, im Pokal ist alles möglich.“

Alle Spieler sind wieder fit

Auf diesen Umstand setzt Lebedew auch für die Partie am Samstag. Friedrichshafen geht ganz klar als Außenseiter in das Spiel. Dass die Häfler dem Team von der Spree vor zwei Wochen erst im Finale des Bounce Hose Cups unterlagen, ist für den Australier kein Gradmesser. „Obwohl wir verloren haben, haben wir gemerkt, dass wir mit Berlin ganz gut mithalten können“, sagt er. „Wir müssen ihre starken Aufschläge unter Kontrolle bringen und geduldig sein. Wenn wir die Berliner machen lassen, was sie wollen, wird es schwierig. Wir müssen Druck aufbauen und das ist bei 23:23 einfacher als bei 16:20.“

Lebedew stehen dafür auch wieder alle Spieler zur Verfügung. Nach dem Sieg am vergangenen Mittwoch gegen Karlsruhe hatten sich einige krankgemeldet, sind inzwischen aber wieder gesund. „Wir müssen dadurch ein bisschen Trainingsrückstand aufholen“, meint Lebedew. „Aber bis Samstagabend werden alle wieder fit sein.“ Dann hat der VfB vor ausverkauftem Haus die Chance, dem ewigen Konkurrenten ein Bein zu stellen und einen großen Schritt in Richtung Finale in Mannheim zu machen. Die Statistik jedenfalls ist ganz klar auf Häfler Seite. Während beide Teams jeweils 13 Meisterschaften für sich verbuchen konnten, hat Friedrichshafen mit 17 Pokalsiegen eindeutig die Nase vor den Berlinern mit sechs Titeln.


Weitere Begegnungen im Achtelfinale des DVV-Pokals: Schüttorf – Herrsching, Mondorf – Düren, Kriftel – Freiburg, Gotha – Königs Wusterhausen, Lüneburg – Karlsruhe, Dachau – Bitterfeld-Wolfen, Giesen – Haching München.