Königsklasse

Erstmals seit 2018: VfB Friedrichshafen steht in K.o.-Runde der Champions League

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

Häfler Volleyballer fixieren mit 3:2 in Montpellier das vorzeitige Weiterkommen in der Champions League
Veröffentlicht:11.01.2023, 10:20
Aktualisiert:11.01.2023, 10:27

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Der VfB Friedrichshafen hat sein Ziel in der Königsklasse aus eigener Kraft erreicht. Nach einem 3:2 (28:26, 22:25, 25:23, 23:25, 15:13)-Erfolg am Dienstagabend beim französischen Erstligisten Montpellier HSC VB stehen die Häfler Volleyballer schon vor dem letzten Spieltag in der Gruppenphase sicher in den Play-offs der Champions League . „Wir sind überglücklich. Ein großes Saisonziel ist erreicht“, kommentierte VfB-Trainer Mark Lebedew. Ob beim Gastspiel bei Jastrzebski Wegiel (Mittwoch, 25. Januar, 18 Uhr) sogar noch der direkte Einzug in das Viertelfinale drin ist, entscheidet sich am Mittwoch (18 Uhr) bei der Begegnung zwischen Vojvodina Novi Sad und Jastrzebski Wegiel. Sollte der Favorit aus Polen einen Auswärtssieg landen, wäre der erste Platz in der Gruppe A für den VfB unerreichbar.

Mark Lebedew nimmt ein paar Änderungen vor

Die Häfler traten die Reise zum zweiten Champions-League-Auswärtsspiel der Saison nur mit einem Zuspieler an. Kapitän Dejan Vincic führte die Mannschaft auf das Feld, während Mateusz Biernat nach der Geburt seiner Tochter Sonderurlaub verordnet bekam und in Friedrichshafen blieb. Auf allen anderen Positionen war der deutsche Tabellenzweite vollbesetzt. Lebedew entschied sich im Vergleich zum 1:3 gegen Herrsching zu einigen Veränderungen. Für Tim Peter und Vojin Cacic rückten die Außenangreifer Ziga Stern sowie Luciano Vicentin neu in die Startaufstellung. Mittelblocker Aleksandar Nedeljkovic, der am vergangenen Samstag, komplett draußen blieb, nahm den Platz von Andre Brown ein. Wie schon gegen Herrsching kamen zudem Mittelblocker Marcus Böhme, Diagonalspieler Michal Superlak und Libero Blair Bann in Montpellier auf viel Spielzeit.

Messehalle

Begeisternder Kampf: Häfler schrammen gegen Jastrzebski Wegiel knapp am Punkt vorbei

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In einem engen ersten Satz zeigten die Häfler die von Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt geforderte Leistungssteigerung und behielten knapp mit 28:26 die Oberhand. Für die Entscheidung sorgte ein Dreierblock um Nedeljkovic. Der Spielstand spiegelte auch die Leistung der zwei Mannschaften wider. Auch die Franzosen präsentierten sich sehr ordentlich und stellten den VfB mit einem hohen Aufschlagdruck vor Aufgaben. Die meisten Angriffspunkte machte Diagonalspieler Théo Faure (7), der damit genauso erfolgreich war wie Stern . Der 29-jährige Slowene überzeugte mit hoher Flexibilität – seine Statistik setzte sich aus vier Angriffsschlägen, zwei Blocks und einem Ass zusammen.

Stern war dann der erste Aufschläger im zweiten Satz und durfte den Ball insgesamt sechsmal hintereinander ins Feld bringen. Friedrichshafen kam nun richtig in Schwung, erspielte sich eine 6:0-Führung. Nach und nach kämpfte sich der Achte der französischen Liga wieder heran. Der Satz kippte. „Wir sind ein bisschen zusammengebrochen, was ein bisschen schade war. Den zweiten Satz hätten wir unbedingt gewinnen müssen“, so Lebedew. Renan Michelucci besorgte mit einem Block gegen Nedeljkovic die erste Führung der Franzosen (13:12). Lebedew versuchte der Überlegenheit entgegenzuwirken und wechselte Brown für Böhme ein, doch der VfB fand erst zu spät wieder ins Spiel zurück. Dukic schlug Superlak an die Finger und für die anderen Häfler Spieler war der Ball nicht mehr zu erreichen: 25:22 und 1:1-Satzausgleich für Montpellier .

Friedrichshafen hatte sich wieder gefangen und unterstrich das mit einem 25:23-Sieg im dritten Durchgang. „Wir haben uns wieder zurückgekämpft“, lobte Lebedew die Mentalität seiner Spieler. Im Palais des Sports Jacques Chaban Delmas spielte Stern weiterhin eine sehr gute Rolle. Er trug beim VfB die größte Angriffslast steuerte in der gesamten Begegnung die meisten Punkte (21) bei. Obwohl die Gäste fast den gesamten vierten Satz führten, schaffte es Montpellier dennoch ins Tiebreak – für das 25:23 zeigte sich Faure mit einem Ass zuständig.

Friedrichshafen gelingt fünfter Fünfsatz-Sieg in laufender Saison

Eine Statistik verbreitete Optimismus. Die Häfler hatten bisher alle vier Fünfsatz-Spiele für sich entschieden und siegten unter anderem auch im Hinspiel mit 3:2. Und am Dienstag endete es genauso wie im November des Vorjahres in der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm. Für den späteren MVP Stern spielte nun Peter. „Er ist am Samstag mit Knieproblemen aus dem Spiel gegangen und hat im vierten Satz etwas gespürt. Wir haben ihn zur Sicherheit direkt ausgewechselt. Tim spielt sehr gut“, begründete Lebedew Sterns Herausnahme. Das sorgte aber nicht für einen Qualitätsabfall. Der VfB ging deutlich in Führung (8:3), ließ Montpeller dann wieder herankommen (14:13) und jubelte am Ende nach dem Aufschlagfehler von Michelucci über das 15:13 und den ersten Einzug in die K.o.-Runde der Champions League seit 2018. „Wir haben die Nerven behalten“, freute sich Lebedew.

Spielpraxis

VfB-Volleyballer stehen ohne Spielpraxis einem europäischen Topteam gegenüber

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Nach einer Nacht in Montpellier bricht der VfB am frühen Mittwochmorgen wieder in die Heimat auf, bevor dann am Wochenende die nächste weite Strecke zurückgelegt wird. In der Bundesliga möchte Friedrichshafen am Samstagabend um 19 Uhr bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen-Bestensee den zweiten Platz festigen.