Flüchtlingszahl

Flüchtlingszahl sinkt deutlich

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

Die meisten Menschen kommen aus Schwarzafrika – „Schlossgarten“ erst im Juli beziehbar
Veröffentlicht:02.03.2017, 17:49
Aktualisiert:23.10.2019, 07:00

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Die aktuellen Flüchtlingszahlen sind sehr überschaubar geworden. Derzeit bitten im Bodenseekreis pro Monat noch 25 Menschen um Asyl. Nach Worten von Yalcin Bayraktar , Leiter des Amtes für Migration und Integration, sind es hauptsächlich Schwarzafrikaner, die zur Zeit im Bodenseekreis aufgenommen werden.

„Es weiß zwar niemand, wie sich die Lage weiterentwickeln wird“, sagt Bayraktar, die Zuweisungsquoten seien aber überschaubar. Vor allem wenn man auf den Dezember 2015 blickt: Damals kamen 550 Flüchtlinge in den Kreis, suchten zunächst einmal ein Dach über dem Kopf. Jetzt, im Januar, sind hauptsächlich alleinreisende Flüchtlinge dem Bodenseekreis zugewiesen worden. Aber auch Pärchen. Der Hauptunterschied zu den vergangenen Monaten: „Es kommen nicht mehr die Großfamilien, wie wir sie aus dem arabisch sprechenden Raum kennen“, meint Bayraktar.

Drei Unterkünfte schließen

Aktuell leben im Bodenseekreis 1200 Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften des Bodenseekreises. Aktuell sind es 37. Weil die Unterkünfte nur beschränkt verfügbar sind und weil die Flüchtlingszahlen sinken, werden die Unterkünfte im Fallenbrunnen, in der Ailinger Straße und in der Löwentaler Straße nach und nach geräumt beziehungsweise geschlossen werden. Bis Ende des Jahres soll dies in den drei genannten Unterkünften passiert sein.

Eine neue Alternative hat das Landratsamt im ehemaligen Hotel Schlossgarten gefunden. Allerdings verzögert sich der Umbau noch etwas. Statt jetzt im Frühjahr sollen neu ankommende Flüchtlinge erst im Juni in der neuen Gemeinschaftsunterkunft einziehen können. „Das Bau- und Liegenschaftsamt des Landratsamtes baut das Gebäude um. Sind die Arbeiten abgeschlossen, wird das Haus dann an das Amt für Migration und Integration übergeben“, meint Bayraktar.

Die Unterkunft in der Friedrichstraße ist für die Planungen im Amt von Bayraktar „sehr wichtig“. Besonders mit Blick auf die drei Standorte, die in Friedrichshafen ja wegfallen sollen. „Idealerweise wollen wir die Flüchtlinge dort unterbringen beziehungsweise dorthin umsiedeln, wo sie schon einen Bezugsrahmen haben“. Dort, wo die Kinder in die Kita oder in die Schule gehen. Dort hätten sie sich eingelebt, große Ortswechsel würden auch einen Bruch bei der Integration bedeuten.

Sieben statt 4,5 Quadratmeter

Im Schlossgarten kommt auch die das neue Gesetz zum Tragen, das ab Anfang 2018 greifen soll: Jeder Flüchtling bekommt mehr Wohnraum. Ihm stehen statt 4,5 Quadratmeter künftig sieben Quadratmeter Platz zu. So gerechnet entstehen im Schlossgarten Plätze für 40 bis 45 Flüchtlinge.

Welche Nationalitäten dort einziehen werden, kann Bayraktar noch nicht sagen: „Das hängt von verschiedenen Entwicklungen ab. Insbesondere auch von politischen Entscheidungen.“

Das Unterbringungskonzept des Landkreises freilich steht. Das Amt für Migration und Integration setzt auch hier auf „Mischbelegung“. „Wir wollen keine reinen Männer- beziehungsweise Frauen-Gemeinschaftsunterkünfte.“ Auch wolle der Landkreis keine reinen „ethnischen Häuser“. Die ideale Besetzung, die sich bewährt habe: „Familien gemischt mit Einzelpersonen. Die dürfen durchaus aus verschiedenen Ländern kommen.“