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Für die Spendenaktion "Häfler helfen"

Flockentanz beim Weihnachtssingen: So schön war der Abend in der Allmandstraße

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

Singen macht glücklich. Wenn man dabei Gutes tun kann, umso mehr. Das Fränkel Weihnachtssingen mit Acoustic Affair und dem Philharmonischen Chor war ein voller Erfolg.
Veröffentlicht:03.12.2023, 13:00

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Regen, nichts als Regen - so sah das Wetter noch am Tag vor dem Fränkel-Weihnachtssingen in der Allmandstraße aus. „Wir haben ernsthaft überlegt, ob wir das Weihnachtssingen absagen müssen“, sagt Peter Buck, Vorstand der Fränkel AG, zu dem Event, das wiederum von der Fränkel-Stiftung organisiert wird.

„Aber dann haben wir Anrufe bekommen. Die Leute wollten wissen, ob das Weihnachtssingen auch ganz sicher stattfindet.“

Der Philharmonische Chor lud mit traditionellen Weihnachtliedern zum Mitsingen ein.
Der Philharmonische Chor lud mit traditionellen Weihnachtliedern zum Mitsingen ein. (Foto: lew)

Es findet statt, denn frisch gewagt ist halb gewonnen: Kaum, dass die Band Acoustic Affair die aufgebaute Bühne betritt, geht der Schneeregen in fluffige Flocken über. „Lass es schnei’n, lass es schnei’n“, singt Frontfrau Caroline Müller. Gerade, als ob diese Zeilen nicht zum eingedeutschten Christmas-Song „Let it snow“ gehörten, sondern ihr spontan in den Sinn kämen.

Nur wegen der Handschuhe ist der Beifall gedämpft

Dass der Applaus dezent bleibt, liegt nicht an fehlender Begeisterungsfähigkeit der mehreren hundert Zuhörer - sondern daran, dass sie Handschuhe tragen, die das Klatschen dämpfen. Zudem muss auch noch der Glühweinbecher gehalten werden, oder die Bratwurst im Wecken - zwei Beispiele für die Leckereien, die an den Ständen zu haben sind. Betrieben werden sie von Häfler Vereinen und der Pestalozzi-Schule.

Jeder Euro geht an „Häfler helfen“

Mit dem Weihnachtsingen unterstützt die Fränkel-Stiftung die Spendenaktion „Häfler helfen“, die die katholische und evangelische Kirche gemeinsam mit der SZ auf die Beine stellt: Jeder eingenommene Euro wird an „Häfler helfen“ überwiesen.

Peter Buck (Dritter von links) mit Familie und Mitarbeiten. „Meine Tochter ist der Nikolaus“, verrät Peter Buck.
Peter Buck (Dritter von links) mit Familie und Mitarbeiten. „Meine Tochter ist der Nikolaus“, verrät Peter Buck. (Foto: lew)

Überdies legt Fränkel die gleiche Summe aus eigener Tasche nochmal obendrauf. Freilich könnte Fränkel auch gleich die Gesamtsumme spenden - es käme wohl billiger, als die Kosten für dieses Open Air zu tragen. „Aber dann gäbe es dieses Event für die Bevölkerung ja nicht“, sagt Peter Buck.

Spenden werden gerne angenommen. Jeder Euro geht an „Häfler helfen“
Spenden werden gerne angenommen. Jeder Euro geht an „Häfler helfen“ (Foto: lew)

Und es ist gerade dies, was „Häfler helfen“ ausmacht: dass viele Häflerinnen und Häfler ihr Scherflein beitragen. Mit ihrer Spende drücken sie aus, dass ihnen die oft verdeckte Armut in Friedrichshafen nicht gleichgültig ist.

Acoustic Affair umarmen die Seele

Zurück zu Acoustic Affair. Sie haben Weihnachtslieder von der Tradition bis zur Popmusik im Programm, Caroline Müller singt die Stücke mit einer warmen Stimme, die die Seele umarmt. Dass sie Soul-erprobt ist, davon profitiert etwa „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ in hohem Maß.

Ebenso wie von den wunderschönen Arrangements, die Thomas Riether (Saxofon), Wolfgang Müller (Klavier) und Martin Wiedergrün (Schlagzeug) geschmeidig weben. Stichwort Geschmeidigkeit: Man hört nicht oft einen Saxofonisten wie Thomas Riether mit einem so makellos runden Klang und einer gleichzeitig so melodischen Improvisationsfähigkeit.

Thomas Riether von Acoustic Affair. Sein Ton auf dem Saxofon glänzt wie die Weihnachtskugeln.
Thomas Riether von Acoustic Affair. Sein Ton auf dem Saxofon glänzt wie die Weihnachtskugeln. (Foto: lew)

„Süßer die Glocken nie klingen“ hat man so jedenfalls noch nie gehört; und dass der Saxofonist es schafft, Caroline Müllers konkurrenzlose Stimme nicht vermissen zu lassen, ist ein besonderes Kunststück.

Ein kleines Kunststück ist aber auch Wolfgang Müllers Eigenkomposition „Komm mit zum Weihnachtsmarkt“, mit stimmigen und eingängigen Liedzeilen: „Nebenan ein Feuer brennt. O wie schön ist der Advent“. Wirbt vielleicht im nächsten Jahr ein mit diesem Lied unterlegtes Video für die Bodenseeweihnacht? Ein kluger Schachzug wär’s.

Beim Philharmonischen Chor singen die Besucher mit

Das zweite Herzstück des Weihnachtssingens gestaltet der Philharmonische Chor Friedrichshafen unter Leitung von Ruth Gerhard am Klavier. Der Chor widmet sich fast ganz den klassischen Weihnachtsliedern. In welcher Familie wird zur Weihnacht schon noch gesungen?

Soulige Weihnachtslieder, aber auch ganz Traditionelles: Acoustic Affair zeigen sich in Bestform.
Soulige Weihnachtslieder, aber auch ganz Traditionelles: Acoustic Affair zeigen sich in Bestform. (Foto: lew)

Der Philharmonische Chor unternimmt etwas, um einer verstummenden Weihnacht entgegenzuwirken. Damit auch die Textunsicheren mitsingen können, werden Textheftchen verteilt. Und die Kehlen der Besucher weiten sich - egal ob „Alle Jahre wieder“, „Lasst uns froh und munter sein“, „O du fröhliche“ oder „Herbei o ihr Gläub’gen“ angestimmt wird. Von den Senioren bis zu den Kindern, die eben noch mit offenen Mündern Schneeflocken eingefangen haben, singt die Menge mit. Das Weihnachtssingen wird sich hoffentlich auch 2024 wiederholen!


Bitte unterstützen Sie „Häfler helfen“ mit einer Spende. Die Kontonummer lautet (Konto der Katholischen Gesamtkirchenpflege): IBAN: DE52 6905 0001 0020 1138 90.