Asylbewerberheim

Feuer im Asylbewerberheim in Friedrichshafen: Brandursache weiterhin ungeklärt

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

Feuer im Asylbewerberheim in Friedrichshafen: Brandursache weiterhin ungeklärt
Veröffentlicht:16.05.2013, 10:55
Aktualisiert:25.10.2019, 00:00

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Die Ursache des Brandes in einem Asylbewerberheim in Friedrichshafen ist immer noch unklar. Ein Anschlag kann aber mit fast 100prozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden.

„Bei Feuer in einem Asylbewerberheim schrillen immer die Alarmglocken. Die Möglichkeit einer fremdenfeindlichen Tat liegt nahe, deshalb wollen wir wie im Fall Flammen in Wachirweg schnellstmöglich die Brandursache klären“, sagt Polizeisprecher Markus Sauter nach dem Feuer im Anschlusswohnheim in Waggershausen. Wie berichtet, erlitten sechs Männer Brand-, Rauch- und Schnittverletzungen direkt durch das Feuer oder bei der Flucht aus dem brennenden Gebäude.

Schnelle Klärung der Brandursache tut not. Einerseits haben Spezialisten des Landeskriminalamtes Brandrückstände zur genaueren Analyse entnommen, andererseits hat die Häfler Kripo Befragungen aufgenommen. Bei den Bewohnern des Heims, in der Nachbarschaft. „Da kommt viel Kleinarbeit auf die Beamten zu“, meint Sauter und verweist darauf, dass das Ganze dauern kann: Immerhin gibt es Verständigungsprobleme. Ohne Dolmetscher geht ehe gar nichts. Und trotzdem: Es soll schnell ein „klares Bild“ geben: „Auch zur Beruhigung aller. Der Bevölkerung und den Bewohnern“, sagt der Polizeisprecher.

Noch liegen keine Ergebnisse von Brandsachverständigen des Landeskriminalamtes vor. Eingesetzt wurde auch ein Brandmittelspürhund. „Die Angelegenheit ist nach wie vor offen“, sagt Sauter, „wir können aber fast zu 100 Prozent davon ausgehen, dass kein Anschlag von außen vorliegt.“ Also keine Brandstiftung, schon gar keine fremdenfeindliche Tat.

Am Rande des Brandes im Wachirweg hat sich viel Hilfsbereitschaft breit gemacht. Am Mittwoch sprach Landrat Lothar Wölfle von „eindrucksvolle Hilfsbereitschaft“. Der Kreischef (das Landratsamt ist zuständig für die Unterbringung von Asylbewerbern) dankte innerhalb der öffentlichen Sitzung des Kreistags unter anderem der Stadt Friedrichshafen, dem DRK, der Feuerwehr, der Polizei und dem Landratsamt in Konstanz. Letzeres habe sofort seine Hilfe in Sachen Unterbringung angeboten und sich solidarisch gezeigt.

Ob die Unterkunft im Wachirweg künftig wieder bewohnt werden kann ist offen. Sie ist vom Feuer ziemlich in Mitleidenschaft gezogen und völlig verraucht. Erste Schätzungen gehen von einem Brandschaden in Höhe von mindestens 100 000 Euro aus. Das Wohnheim, in dem wie berichtet hauptsächlich abgelehnte Asylbewerber im sogenannten Duldungsverfahren leben, ist für 40 Bewohner ausgelegt. Zugewiesen waren 32, von denen beim Brandausbruch 21 anwesend waren. Alle sechs Verletzten konnten nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen.