Rabenkrähe

„Elfriede“ hat Nachwuchs

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

Trotz Rabenkrähen-Attacke schlüpfen vier Küken im Nest auf einem Balkon
Veröffentlicht:29.05.2016, 14:39
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Jetzt hat Ente „Elfriede“ doch Nachwuchs bekommen. Nachdem sich die mutige Entenmutter auf einem Häfler Balkon erfolgreich gegen Eierdiebe in Form von Rabenkrähen gewehrt hatte (die SZ berichtete), hat sie vier Küken ausgebrütet. Und das ist noch nicht alles: Ein Stück weiter in der Karlstraße nistet noch eine Ente in unmittelbarer Menschennähe.

Ente „Elfriede“ nistet seit Jahren auf einem Balkon gegenüber der Wohnung von Reiner und Christa Barke in der Charlottenstraße. Das Ehepaar kümmert sich regelmäßig um das Wohlergehen der Tiere und geleitet die Entenmama und ihre Kleinen immer wieder auf dem Weg vom Nest an den Bodensee. Dieses Jahr kam alles anders: Rabenkrähen griffen das Nest von „Elfriede“ an, die Ente konnte, wie die Barkes zunächst vermuteten, nur ein Ei vor den Räubern retten, das sie in den Schnabel nahm und damit davonflog.

Doch jetzt gibt es gute Nachrichten. Offenbar hatten die Helfer etwas übersehen: „Drei Tage, nachdem ,Elfriede’ verschwunden war, sah ich in dem Nest auf dem Balkon gegenüber etwas hüpfen“, erzählt Christa Barke. „Entenalarm“, fasst Reiner Barke die Situation zusammen und freut sich mit seiner Frau, dass frisch geschlüpfte Küken auf dem Balkon waren. „Insgesamt sind vier Küken geschlüpft“, erzählen die Barkes. Damit hatten sie nach der fatalen Rabenkrähen-Attacke nicht gerechnet. Es müssen wohl noch weitere Eier im Nest gewesen sein, vermuten sie. Was mit dem anderen Ei geschah und wann „Elfriede“ zurückkehrte, bleibt rätselhaft.

Die Küken sind dann sehr schnell den Lockrufen der Entenmutter gefolgt und ließen sich in den Hof fallen, um als Entenfamilie gemeinsam in Richtung Bodensee zu watscheln. Dort sahen die Barkes, dass eines der Küken sehr schwach war. „Das kannten wir schon von früher, eines der Küken ist meistens verletzt“, berichtet Christa Barke.

Die Helfer mussten sich also entscheiden, das Küken zu retten oder der restlichen Entenfamilie Geleitschutz durch die Stadt zu geben. Sie entschieden sich für Ersteres und brachten das Küken ins Tierheim. Dort wurde es versorgt, wohl auch zur Erleichterung der Entenmama: „,Elfriede’ ist erst losgelaufen, als sie sah, dass wir uns ihres Kükens annahmen“, sagt Christa Barke.

Wieder daheim, suchte die „menschliche Entenmutter“ sofort nach „Elfriede“ und ihren Küken, die inzwischen wohl schon zum See unterwegs waren. Gefunden haben die Barkes „Elfriede“ aber nicht mehr: „Wir hoffen, dass sie gut mit ihren Küken am See angekommen ist, es ist ja nicht weit bis dahin“, erzählen die Barkes.

Neu er „Entenpapa“ ist gefordert

Nur wenige Meter weiter, in der Karlstraße bei Jürgen Rösner , hat seit Donnerstag eine weitere Ente ein Nest unter menschlicher Obhut gebaut. „Entenpapa“ Jürgen Rösner, der den Bericht der Schwäbischen Zeitung über Elfriede gelesen hat, baut nun auf die kundigen Ratschläge der Barkes für das Entennest auf seinem Balkon.

Ihr Nest hat sich „seine“ Ente, die noch keinen Namen trägt, aus Balkonpflanzen gebaut. Jürgen Rösner: „Sie hat den ganzen Balkon umgebaut, aber das hat sie gut gemacht. Alle Achtung.“ Im Nest liegen sieben Eier. Rösner hat bei den Barkes zur Sicherheit schon nachgefragt, wie das mit dem „Enten-Geleitschutz“ richtig funktioniert.