Gruppenphase

Ein anständiger Abschied in Russland

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

VfB-Volleyballer beenden Champions-League-Runde mit einem 0:3 in St. Petersburg
Veröffentlicht:27.02.2019, 19:56
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

Von:
Artikel teilen:

Einen ganz couragierten Auftritt haben die Volleyballer des VfB Friedrichshafen am Mittwochabend zum Abschluss der Gruppenphase in der Champions League hingelegt. Zwar unterlagen die Häfler auch im Rückspiel dem Gruppenersten Zenit Sankt Petersburg glatt in drei Sätzen und hatten schon vor Spielbeginn als Gruppendritter keine Chance mehr, die Play-offs zu reichen. Doch mit 25:22, 25:22 und nochmals 25:22 fiel die Niederlage in Russland knapper als gedacht aus. Frech und unbekümmert spielten die Gäste vom Bodensee auf – und das in einer recht ungewöhnlichen Startformation mit Adam Swaczyna, der Vital Heynen als Headcoach an der Seitenlinie vertrat.

Für Bartlomiej Boladz und David Sossenheimer, die sich die gesamte Partie von der Auswechselbank aus anschauten, rückten Daniel Malescha auf der Diagonalen sowie Michal Petras und Robert Aciobanitei (Außen) ins Aufgebot des VfB. Der sprunggewaltige Außenangreifer Athanasios Protopsaltis ging auf der Liberoposition an den Start und wurde punktuell von Markus Steuerwald in der Annahme unterstützt, um die Kracheraufschläge der Hausherren so gut es ging zu entschärfen. Regie am Mittwochabend führte fast durchgehend Rafael Redwitz, in der Mitte gaben Andreas Takvam und Jakob Günthör ihr Bestes.

Variabler VfB-Angriff

Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel der Russen waren, wie könnte es auch anders sein, Oreol Camejo und nicht zuletzt Georg Grozer. Letzterer führte sein Team mit einer Aufschlagserie von 7:6 auf 11:6 davon, der VfB nahm die Auszeit. Die Häfler blieben jedoch dran, überwanden ihre zwischenzeitliche Schwächephase (8:13, 12:17; VfB). Überaus variabel kamen Malescha und Aciobanitei, Top-Scorer des Abends mit 16 Punkten, mal über links, mal über rechts zum Angriff. Plötzlich stand es nur noch 18:19 und wenig später 22:23 aus Häfler Sicht. Dann schlug jedoch die Stunde von Camejo: Dieser schlug zunächst den Block zum 24:22 an, kurz darauf hämmerte er seinen Service ins Häfler Feld. Steuerwald bekam den Ball nicht unter Kontrolle, womit der erste Durchgang zugunsten von St. Petersburg vorbei war.

Auch im zweiten Satz sahen die knapp 3000 Zuschauer in der Sibur Arena eine Begegnung auf Augenhöhe. Nie konnten sich die Hausherren mit mehr als zwei Punkten vom VfB absetzen. Mit einem Ass, welches Aciobanitei zum 18:18 setzte, glich Friedrichshafen sogar aus. Prompt nahm der Petersburger Cheftrainer Aleksandr Klimkin seine erste Auszeit, während Vfb-Co-Trainer Radomir Vemic die Spieler freudig abklatschte. Doch auch diesmal hatten die Russen am Ende die Nase vorne. Ein lupenreiner Schnellangriff von Mittelblocker Aleksei Safonov bescherte dem Gruppenprimus nach erneut 26 Minuten Spielzeit den zweiten Satzgewinn.

Im dritten Durchgang sah alles zunächst nach einer klaren Angelegenheit für die Gastgeber aus, die sich allmählich mit 10:6 und 16:10 absetzen konnten. Zumal die Häfler zwischendurch im Aufschlag schwächelten und diesen nicht ins Netz oder über die Seitenlinie ins Aus beförderten. Dass es am Ende dann doch nochmals eng wurde, lag wohl auch an Jakub Janouch, der Redwitz ab dem 15:20 auf der Zuspielposition ablöste. Der VfB pirschte sich noch bis auf 20:22 heran, musste den Gegner dann aber ziehen lassen.

Trotz der Dreisatzniederlage präsentierten sich die VfB-Volleyballer in sehr guter Verfassung. Es war eine geglückte Generalprobe vor dem Topduell in der Bundesliga am kommenden Samstag, 2. März, zu Hause gegen den Tabellenführer Alpenvolleys Haching (19.30 Uhr, ZF-Arena).