Umzugskarton

Der Mensch steht im Mittelpunkt ihres Schaffens

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

„Sabine Kunzer Fotografie“ zieht um: Neue Wirkungsstätte im historischen Bahnhof in Kluftern
Veröffentlicht:01.06.2015, 13:11
Aktualisiert:24.10.2019, 02:00

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Umzugskartons scheinen genauso zu ihrem Leben zu gehören wie die Nikons: Sabine Kunzer zieht am 28. Juni in ihr neues Studio im alten Bahnhof in Kluftern um. Wie ehemals im Studio in Bunkhofen oder jetzt in der Klufterner Bahnhofstraße 18: Menschen stehen im Mittelpunkt des fotografischen Schaffens der „Porträtistin“, wie sie sich selbst beschreibt.

Als Sabine Kunzer vor mehr als drei Jahren das rund 100 Quadratmeter große Studio in Bunkhofen mit dem neuen Arbeitsplatz in Kluftern eintauschen musste, machte die Fotografenmeisterin im kleineren Rahmen eine ganz besonders „bereichernde Erfahrung“: Die handwerklichen Fähigkeiten rund um Kamera und Beleuchtung sind es, „welche die tägliche Arbeit beleben, ja bereichern“. Sabine Kunzer besann sich nicht nur auf die alte Schule des Fotografierens, sie definierte sich auch neu. „Ich sehe mich heute weniger als Fotografin denn als Porträtistin“, sagt die Frau, die im Jahr 2000 den European Portrait Awards Deutschland gewonnen hat. Als Porträtistin stellt sie den Mensch in den Mittelpunkt ihres Schaffens. Es sind auch Menschen in Firmen, erzählt sie und verweist auf die Homepages von Unternehmen und die Mitarbeiter, die dort auftauchen. „Die Vermittlung von Charme und Persönlichkeit der jeweiligen Personen – das kann ich und das will ich transportieren.“ Vor allem aber: „Das macht mir große Freude.“ Weil dem so ist, kommt viel Authentizität rüber, „ich will die Menschen so auf die Speicherkarte der Kamera bringen, dass sie sich schlicht und einfach über ihr eigenes Bild freuen können“. Und das Ganze passiere weitestgehend ohne Photoshop (Bildbearbeitungsprogramm).

2016 feiert die Porträtistin „20 Jahre Sabine Kunzer Fotografie“. Sie ist also schon lange vom Fach. Auch eine Erfahrung: „Mit dem Älterwerden wird man entspannter, souveräner in der Arbeit.“ Und da stellt sich dann auch Wohlbefinden ein. „Das kann man im Ergebnis sehen“, meint die Frau mit der Nikon und erzählt selbst dann von Glücksgefühlen, wenn sie 14 Stunden lang mit der Kamera intensiv eine Hochzeit begleitet hat. Sie spricht von Glück, weil ihr der Arbeitstag auf den Fersen von Braut und Bräutigam einmal mehr eine „sehr schöne Zeit“ beschert hat.

Eine „sehr schöne Zeit“ hatte sie auch in „angenehmer Atmosphäre“ ihres Studios in der Bahnhofstraße 18. Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt, die Umzugskartons sind gepackt. Sabine Kunzer zieht aber nur wenige Meter weiter, in Räumlichkeiten im sanierten historischen Bahnhof in Kluftern. „Dort habe ich wieder ein größeres Studio“, schwärmt sie von ihrem neuen Wirkungskreis. Wohnen und Arbeiten passieren zwar wieder in einem Haus, aber getrennt auf zwei Stöcken.

Neues Leben im alten Bahnhof

Sabine Kunzers größter Wunsch: „Dass meine wertgeschätzten Kunden mit umziehen.“ Das neue Studio macht die Porträtistin „auch für sie“. Weil ein Studio von Menschen lebe. Sie ist überzeugt: „Sie werden den alten Bahnhof mit neuem Leben füllen.“ Und wenn sie dann kommen, „dürfen sie sich auch wieder auf schönes Ambiente freuen“, sagt Sabine Kunzer bevor sie für Momente die Seiten wechselt: Ganz ungewohnt drückt sie nicht selbst den Auslöser, sondern lässt sich für die SZ fotografieren. Sie wäre nicht Sabine Kunzer, nähme sie nicht auch beim Rollenwechsel ihre Nikon in die Hand.

Tiefere Einblicke ins neue Atelier gibt’s am Sonntag, 28. Juni, 10 bis 17 Uhr.