Ovation

Ortsvorsteher Schellinger mit Ovationen verabschiedet

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

Ailinger Ortsvorsteher Georg Schellinger verabschiedet - Jetzt wird er Bürgermeister in Meckenbeuren
Veröffentlicht:29.07.2022, 13:35

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Mit dem ihm eigenen Humor hat sich Georg Schellinger zu seiner offiziellen Verabschiedung als Ortsvorsteher von Ailingen den Song „Hit the road Jack and don’t you come back no more“ gewünscht. Ganz sicher hat ihn keiner der zahlreichen Gäste im Gemeindehaus Berg gern ziehen lassen geschweige denn rauskicken wollen, wenn sie ihm auch alle seinen überwältigenden Wahlsieg zum Bürgermeister von Meckenbeuren gegönnt haben.

Da hat der Song „You’ve got a friend”, den ihm Thomas Riethers Band „Acoustic Affair“ mit Sängerin Caroline Müller mit auf den Weg gegeben hat, schon besser die Stimmung getroffen. Denn ein Freund und ein Chef auf Augenhöhe sei er allen gewesen, mit denen er die sechs Jahre in Ailingen zusammengearbeitet und für die er sich eingesetzt hat – das war der einhellige Tenor der Abschiedsreden.

Der Bau einer neuen Rotachhalle bleibt eine Aufgabe für Schellingers Nachfolger Andreas Lipp.

„Schee, dass do warsch“, rief ihm Bruno Kramer als sein Stellvertreter zu und erinnerte an all die Einweihungen, die Schellinger in seiner Amtszeit vornehmen durfte, vom Anbau ans Dorfgemeinschaftshaus in Lottenweiler über die neue Sporthalle und den neuen Seehasenfundus bis zum Bildungshaus Berg. Nur eine neue Rotachhalle fehle noch, das bleibt seinem Nachfolger Andreas Lipp als Aufgabe, der ebenso anwesend war wie seine Vorgänger Rudolf Landwehr und Edwin Weiß. Im Namen des Ortschaftsrats dankte Kramer auch für Schellingers gesellschaftlichen Einsatz, ob für Seniorennachmittag oder Wellenbad-Konzert, fürs Dorffest wie für den Start zum Ortsbuch zum Jubiläum von 2024.

Für Oberbürgermeister Andreas Brand war Bürgermeister Dieter Stauber gekommen. „Mit dir geht ein Kapitän von Bord der Ortschaft Ailingen, der mit Elan immer wieder Seeungeheuer und Drachen umschifft hat“, sagte Stauber und führte fort: „Auf dich war immer Verlass.“ Ein fairer Vorgesetzter mit offenem Ohr für seine Mitarbeiter sei er gewesen. Schelliger verlasse eine geordnete Verwaltung mit einem hervorragend aufgestellten Team. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung habe man immer versucht, zu fairen Lösungen zu kommen. Dass Ortschaftsrat und Stadt Friedrichshafen jeweils einen Zeppelinflug als Geschenk mitbrachten, sorgte für Heiterkeit, aber auch für die Freude, dass er zusammen mit seiner Frau Julia fliegen darf.

Für die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen dankte die Musikvereins-Vorsitzende Laura Bolz. Viele Spuren habe er hinterlassen – in der Narrenzunft, im Reitverein, bei Feuerwehr, Backhäusleverein und Ailinger Senioren bis zu den Musik- und Sportvereinen. Ein unkomplizierter Problemlöser sei er gewesen und den Vereinen immer wohlwollend gestimmt: „Du wirst uns sehr fehlen.“

Georg Schellinger ist ein Teamspieler und bekommt deshalb ein Trikot geschenkt.

Für seine Ortsvorsteherkollegen Bruno Mainz von Raderach und Achim Baumeister von Ettenkirch dankte Michael Nachbaur von Kluftern für Freundschaft und gute Zusammenarbeit mit einem VfB-Trikot für Spieler Georg, Nummer 22. Das ganze Ortsverwaltungsteam stand geschlossen hinter Melanie Raßmann, als sie ihm in ihrer aller Namen sagte: „Du warst der Kopf und das Herz des Teams.“ Als Chef auf Augenhöhe habe er jedem die Möglichkeit zur Entfaltung gegeben und habe auch mit ihren Marotten gut umgehen können. Seinen künftigen Mitarbeitern könnten sie nur gratulieren. Auch sie hatten persönliche Geschenke für ihren Chef mitgebracht.

„Ihr macht mir den Abschied schwer“, meinte der so Gerühmte zuletzt und dankte seinerseits allen, mit denen er im Ort und in der Stadt zu tun hatte. Für die Stadtverwaltung hatte er ein Danke „für die lange Leine und den kurzen Draht“, für den Ortschaftrat ein Danke für die gemeinsame Suche nach dem richtigen Weg, für die Kollegen im Amt ein Danke für die unkomplizierte Zusammenarbeit. Dankbar war er für viele Gespräche in der Bürgerschaft: „Die schönen Dinge passieren selten hinterm Schreibtisch.“ Nach sechs Jahren sei er „ein besserer Häfler und ein besserer Ailinger“, aber jetzt blicke er freudig in die Zukunft.

Mit Beifall im Stehen wurde ihm gedankt, ehe der Vorhang sich öffnete, hinter dem ihm die Musikkapelle zum Abschied aufspielte.