StartseiteRegionalBodenseeFriedrichshafenBlick auf AfD und Linke, ausgesetzte Tiere und ein Schloss ohne Lift

Kolumne "Aufgespießt"

Blick auf AfD und Linke, ausgesetzte Tiere und ein Schloss ohne Lift

Friedrichshafen / Lesedauer: 3 min

Probleme bei Bebauungsplänen, ungewollte Aufzüge und Gemeinsamkeiten zwischen Linken und AfD beschäftigen die Spießgesellen. Und dann ist da noch der ausgesetzte Hund.
Veröffentlicht:12.08.2023, 08:00

Artikel teilen:

Nach jetzigem Stand könnte es sein, dass Bebauungspläne im beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung nicht mehr aufgestellt werden dürfen. Die Folge: Es ist völlig offen, wann und wie es mit den Bauplänen für die Streuobstwiese am Mooser Weg in Langenargen weitergeht. Ganz konkret nimmt dagegen das neue Wohnquartier in Bierkeller-Waldeck Form an.

Dass Fränkel 55 Millionen Euro investiert, um auf dem Gelände der ehemaligen Saftfabrik „Naturella“ neun Häuser mit 119 Wohnungen zu bauen, ist ein Glücksfall – und dürfte für etwas Entspannung auf dem angespannten Wohnungsmarkt der Seegemeinde sorgen.

Was hässlicher ist als ein gläserner Aufzug

Bleiben wir in Langenargen, auch wenn es jetzt weniger glücklich wird: Das Schloss Montfort bekommt keinen Fahrstuhl. Ein gläserner Aufzug in der Eingangshalle ist einigen Räten zu hässlich. Viel hässlicher aber ist, dass Ältere und Menschen mit Behinderung dadurch ausgeschlossen bleiben — unter anderem von der geplanten Gastronomie, Schlosskonzerten und dem Genuss des denkmalgeschützten Gemäuers ganz allgemein.

Apropos Denkmalschutz: Ein Lift außen am Schloss kommt nicht infrage. Und zwar völlig zurecht, wie die für ihren guten Geschmack bekannten Spießgesellen finden. Ein gläserner Lift könnte dagegen zum Wahrzeichen im Wahrzeichen werden. Trau’ dich, LA!

Übereinstimmung zwischen AfD und Linken macht nachdenklich

Da mietet ein Landrat eine Unterkunft an, um Flüchtlinge unterzubringen, braucht das Hotel dann doch nicht, was den Steuerzahler letzlich 800.000 Euro kostet. Die Kreistagsfraktionen reagieren. Das ist freundlich, da der Kreistag in diese Geschichte nicht eingebunden war. Nun halten alle Fraktionen den Vorgang aus der damaligen Situation heraus für nachvollziehbar und machen dem Ex–Landrat Lothar Wölfle keinen Vorwurf.

Alle, bis auf AfD und Linke. Erstere gab es damals im Kreistag noch nicht. Dass die bei allem, was mit Flüchtlingen zu tun hat, steil gehen, überrascht uns nicht. Dass aber die Linke mit beinahe gleichem Wortlaut reagiert und bisweilen gleiche Argumentationen nutzt wie die Rechtsaußen–Partei, das macht dann schon nachdenklich.

Respekt vor Engagement der Tierschützer

Vor dem Tierheim in Friedrichshafen wurde vor mehr als einer Woche ein Hund ausgesetzt. Allerdings muss er sich losgerissen haben. Denn am Morgen fand die Tierheimleitung nur ein leeres Halsband und eine Decke. Der Hund ist noch immer verschwunden — obwohl das Tierheim alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, ihn zu finden. Für diesen Einsatz zollen die Spießgesellen den Tierschützern Respekt.

Gleichzeitig fragen sie sich, was mit den Besitzern des Hundes los ist. Wenn man schon nicht den Mut hat, den Hund im Tierheim abzugeben, hätte man ihn wenigstens in eine der Boxen setzen können, die neben dem Eingang stehen. Das sollte die Ausnahme bleiben — ein neues Zuhause zu suchen, wäre das allerbeste.