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B 31 neu: Verkehrsclub sieht Klimaschutzziele in Gefahr

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

Kreisgruppe des VCD hält „autobahnähnliche Trasse“ für „völlig überdimensioniert“
Veröffentlicht:18.02.2019, 14:36
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

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Die Kreisgruppe des Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert in einer Pressemitteilung, dass bei den laufenden Planungen zur B 31 neu die Klima-schutzziele nicht ausreichend berücksichtigt würden.

Nach Ergebnissen der Studie „Mobiles Baden-Württemberg “ müss der Kfz-Verkehr bis 2050 mindestens halbiert werden, damit die Klima-Ziele von Paris erreicht werden. Eine „autobahnähnliche B 31 neu“ mit vier Fahrspuren sei vor diesem Hintergrund völlig überdimensioniert und verschlinge viel Geld, das dringend für den Ausbau von Bahn, Bus- und Radverkehr benötigt werde, schreibt der VCD.

Vorwurf: falsches Berechnungsszenario

Bei der Info-Veranstaltung zum Dialogverfahren B 31 neu zwischen Immenstaad und Meersburg habe Moderator Christoph Ewen gesagt, dass besagte Studie eingeflossen sei. Der VCD erkenne dabei an, dass das Regierungspräsidium und der Verkehrsplaner von der Wachstumsprognose der Bundesverkehrswegeplanung immerhin um 13 Prozent nach unten abgewichen seien, weil sie davon ausgingen, dass auch der Verkehrssektor künftig einen gewissen Beitrag zum Klimaschutz leisten werde. Dabei, so der VCD, hätten sich die Planer allerdings auf ein Szenario berufen, das die Klimaschutz-Ziele nur zur Hälfte erreicht. „Und selbst dieses halbherzige Szenario wurde nur halbherzig berücksichtigt, denn es wurde mit fünfjähriger ,Verspätung’ angesetzt. Und für den Lkw-Verkehr wurde die hohe Wachstumsprognose gar nicht vermindert“, kritisiert der Club.

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Laut der Studie „Mobiles Baden-Württemberg“ würden jedoch nur mit dem viel weiter gehenden Szenario „Neue Mobilitätskultur“ die Klima-Ziele erreicht. Dieses erfordere neben der Umstellung auf Elektroautos eine massive Verlagerung des Verkehrs auf Bahn, Bus, Fahrrad und Zu-Fuß-Gehen. Die Annahmen bei der B 31-Planung seien demnach zwar ein Schritt in die richtige Richtung – notwendig wäre aus Sicht das VCD aber eine viermal stärkere Minderung des Kfz-Verkehrs.

„Verheerende Fehlinvestition“

Mit dieser nur „viertel-herzigen“ Reduzierung würden im B 31-Verfahren großzügige neue Straßenkapazitäten geplant, obwohl es so hohe Kfz-Verkehrsmengen in der Zukunft gar nicht mehr geben dürfe, wenn die Klima-Ziele erreicht werden sollen. „Daher bewertet der VCD den Neubau einer 28 Meter breiten autobahnähnlichen B 31-Trasse in der hochwertigen Bodensee-Landschaft als verheerende Fehlinvestition, die zudem zusätzlichen Transitverkehr anlocken und auch neuen Kfz-Verkehr erzeugen wird“, heißt es in der Pressemitteilung.

Allein mit dem Bau eines zweiten Gleises mit fünf Metern Breite entlang der Bodensee-Gürtelbahn könne eine größere Verkehrskapazität auf der Schiene geschaffen werden als mit einer neuen Autobahn. Die Forderung des VCD, im B 31-Dialogverfahren auch den Ausbau von Bahn, Bus und Radverkehr näher zu untersuchen, sei von den Planungsträgern zurückgewiesen worden. Die Hauptverantwortung für diese laut VCD „nicht zukunftsfähigen Planungen im Verkehrssektor“ liege in erster Linie bei der „noch immer sehr autozentrierten Verkehrspolitik auf Bundesebene“.