Pfarrkirche

Auf Entdeckungsreise durch die Stadtgeschichte

Friedrichshafen / Lesedauer: 4 min

Der Tag des offenen Denkmals bietet am Sonntag, 8. September, interessante Einblicke in Kunst und Architektur
Veröffentlicht:29.08.2019, 14:32

Von:
Artikel teilen:

Die Pfarrkirche St. Petrus Canisus in der Katharinenstraße, die St. Gangolf-Kirche in Kluftern sowie eine Fotoausstellung historischer Kapellen, Bildstöcke und Brunnen gestatten Interessierten aanlässlich des Tages des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, ungewöhnliche Einblicke und laden zur Entdeckungstour ein. Auch Zeppelin-Museum und Graf-Zeppelin-Haus beteiligen sich und bieten einen Blick hinter die Kulissen an. „Modern(e) – Umbrüche in Kunst und Architektur“ lautet das Motto des diesjährigen Tages des offenen Denkmals.

Der Tag wurde in Friedrichshafen von Isabella Bailly , Verantwortliche für den Denkmalschutz, und Stadtarchivar Jürgen Oellers sowie der katholischen Gesamtkirchengemeinde vorbereitet, teilt die Stadtverwaltung mit. Er „bietet den Menschen die Möglichkeit, die Geschichte ihrer Stadt zu entdecken“, freuen sich Isabella Bailly und Jürgen Oellers auf viele Besucher.

Herausragender Kirchenbau

Die Pfarrkirche St. Petrus Canisius entstand 1927/28 nach Entwürfen von Hugo Schlösser aus Stuttgart und Friedrich Wilhelm Laur aus Friedrichshafen . Mit dem Bau wollte man den Bedürfnissen der stark anwachsenden Kirchengemeinde der Pfarrkirche St. Nikolaus nachzukommen. Pläne für den Standort einer Kirche enthielt bereits 1918 der Erweiterungsvorschlag für die Nordstadt von Paul Bonatz, deren Umsetzung unter Stadtpfarrer Nikolaus Steinhauser trotz der schwierigen Nachkriegslage weiterverfolgt und mit einem Grundstückstausch umgesetzt wurde, heißt es in der Pressemitteilung.

Auf einer Gesamtfläche von rund 1400 Quadratmetern, mit einem 46 Meter hohen Glockenturm und etwa 800 Sitzplätzen ist die Pfarrkirche St. Petrus Canisius doppelt so groß wie die Pfarrkirche St. Nikolaus. Nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie wieder aufgebaut. „Die von expressionistischen Formen geprägte Kirche zählt zu den herausragenden Beispielen des südwestdeutschen Kirchenbaus der 1920er-Jahre“, so Isabella Bailly.

Am Tag des offenen Denkmals kann die Pfarrkirche St. Petrus Canisius von 14 bis 16 Uhr besichtigt werden. Eine Führung gibt es um 14 Uhr, die bis zu 90 Minuten dauern wird. Die Pfarrkirche befindet sich in der Katharinenstraße 12 bis 14 in Friedrichshafen.

Auch Zepplin-Museum und Graf-Zeppelin-Haus bieten anlässlich des Tages des offenen Denkmals von 13 bis 16 Uhr Führungen an. Unter dem Motto Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur findet der Tag des offenen Denkmals in Anlehnung an das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses statt, schreibt das Museum und lässt in Kooperation mit dme GZH Besucher hinter die Kulissen beider Häuser blicken. Sie lernen diese architektonischen Wahrzeichen Friedrichshafens aus bislang unbekannter Perspektive kennen und diskutieren deren Zusammenhänge mit dem sogenannten Neuen Bauen. die Teilnahme ist konstelos, eine Anmeldung bis 5. September erforderlich. Treffpunkt für die etwa dreistündige Führung ist in der Eingangshalle des Zeppelin-Museums.

Moderne und Barock

Eine Pietà aus dem 14. Jahrhundert empfängt die Besucher der St. Gangolf-Kirche in Kluftern. Am Eingang öffnet sich ein zeltartiger Kirchenraum. Tabernakel, Altar und Ambo sind aus Steinquadern geformt. Während sich das Altarkreuz aus dem 15. / 16. Jahrhundert durch die fehlende Bemalung des Gekreuzigten der Moderne einfügt, bilden die barocken Heiligenfiguren einen auffallenden Kontrast.

Rechts betritt der Besucher eine form- und farbenprächtige Barockkirche mit Altar und Kanzel. Anfang der 1970er-Jahre entschloss man sich in Kluftern, alt und neu miteinander zu verbinden. Ihre barocke Ausstattung verdankt die Kirche der Tatsache, dass Kluftern im 19. Jahrhundert nur wenig Geld besaß und die barocken Ausstattungsteile, die bei der Erneuerung anderer Kirchen ausrangiert wurden, preisgünstig zu kaufen waren.

Am Tag des offenen Denkmals kann die Kirche von 10.30 bis 17 Uhr besichtigt werden. Zudem werden um 11, 13 und 15 Uhr etwa 35-minütige Führungen angeboten. Treffpunkt ist am Kircheneingang in der Gangolfstraße 5. Organisiert wird der Tag in Kluftern vom Arbeitskreis Heimatgeschichte Kluftern.

Kleindenkmale rund um Ailingen

In Ailingen und den benachbarten Teilorten finden sich zahlreiche Kleindenkmale wie historische Kapellen, Bildstöcke, Brunnen, Weg- und Flurkreuze. Diese werden im Nebengebäude der Mühle Ittenhausen in der Rotachstraße 1 in einer Fotoausstellung präsentiert. Organisiert wird der Tag des offenen Denkmals hier von der Gesellschaft für Geschichte und Heimatpflege Ailingen-Berg und der Ortschaft Ailingen.

Joachim Haessler von der Mühle Ittenhausen zeigt zudem historische Mühlsteine sowie Schautafeln zur Geschichte des Brotes. Von 14 bis 17 Uhr spielen Rudi Öttl und Seppi Amann. Kaffee und Kuchen bietet die Ittenhauser Dorfgemeinschaft an.