Häuslebau

Ansturm auf Baugrundstücke ist riesig

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

Vergabekriterium ist mit Gemeinderatsbeschluss nun auch „Schwerbehinderung“
Veröffentlicht:28.05.2016, 12:48
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Bauplätze in Friedrichshafen sind rar. Momentan sind sogar alle vergeben. Ab 2017 wird in Ittenhausen-Nord aber ein neues städtisches Baugebiet entstehen. Um den Ansturm auf Bauplätze zu kanalisieren, hat auch die Stadt Friedrichshafen ein Vergabesystem entwickelt. Neu in den Bewerbungsbogen aufgenommen wurde nach Gemeinderatsbeschluss vom 25. April das Vergabekriterium „Schwerbehinderung“.

Dieses Vergabekriterium, das der Gemeinderat in seiner April-Sitzung mehrheitlich abgesegnet hat, wurde nach Worten von Stadtsprecherin Andrea Gärtner in den Bewerbungsbogen aufgenommen, „um den speziellen Wohnraumbedürfnissen von Bewerbern mit einer Schwerbehinderung gerecht zu werden“. Dazu gehörten gemäß den Durchführungshinweisen zum Landeswohnraumfördergesetz blinde Menschen, Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen seien, und Menschen mit Multipler Sklerose. Wer diese Kriterien erfüllt, bekommt 40 Bonuspunkte. Die gibt’s übrigens nicht nur für den Antragsteller, sondern auch dann, wenn der Partner oder eines der Kinder behindert sind. Aufgrund der Behinderung müssen allerdings spezielle Wohnbedürfnisse hinsichtlich Grundriss oder Ausstattung vorliegen, heißt es im Bewerbungsbogen für städtische Grundstücke.

730 Bewerber auf der Liste

Die Bewerbungsbögen für die Vergabe von städtischen Baugrundstücken werden vom Amt für Vermessung und Liegenschaften ausgewertet. Zurzeit liegt der Stadt eine Interessentenliste mit etwa 730 Bewerbern vor. „Wenn ein neues Baugebiet entwickelt wird, werden die Bewerber der Interessentenliste vom Amt für Vermessung und Liegenschaften angeschrieben und danach gefragt, ob sie ein konkretes Interesse an dem angebotenen Baugebiet haben“, sagt die Stadtsprecherin. „Bei Interesse müssen die Bewerber dann ihre Bewerbungsunterlagen an die Stadt senden.“

Derzeit sind alle Plätze vergeben

Wie groß die Chance ist, einen städtischen Bauplatz zu ergattern, mag der Vergleich der Interessensliste mit den aktuellen Vergaben verdeutlichen: In Ailingen-Berg und Ailingen-Pfannenstiel wurden jüngst 43 Plätze vergeben. Laut Andrea Gärtner hat die Stadt derzeit kein Baugebiet mehr, in dem weitere Bauplätze vergeben werden können. Perspektiven aber gibt’s allemal: „Ab 2017 wird in Ittenhausen-Nord ein städtisches Baugebiet umgesetzt.“ Dafür laufe derzeit das Bebauungsplanverfahren. Außerdem würden Baugebiete in Ettenkirch und Kluftern entwickelt, erklärt die Sprecherin der Stadt auf Anfrage der SZ.