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Nach Gemeinderatsbeschluss

Abriss der ZF-Arena? Stiftung des Architekten meldet sich zu Wort

Friedrichshafen / Lesedauer: 2 min

Der Friedrichshafener Architekt Josef Wund hatte die Halle 1968 entworfen und erbaut. Seine Stiftung will nicht, dass das Gebäude „sang- und klanglos“ verschwindet.
Veröffentlicht:12.02.2024, 15:00

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Nach der Entscheidung des Häfler Gemeinderats, den Weg für einen Abriss der ZF-Arena freizumachen, meldet sich die Josef-Wund-Stiftung zu Wort. Der Architekt Josef Wund hatte das Gebäude 1968 entworfen und erbaut. Die Stiftung will nicht, dass die Halle „sang- und klanglos von der Bildfläche verschwindet“, wie es in einer Pressemitteilung heißt - und kündigt deshalb eine Veranstaltung an.

„1968 als Messehalle 1 der Internationalen Bodenseemesse (IBO) von dem Friedrichshafener Architekten Josef Wund entworfen und erbaut, gilt die ZF-Arena bis heute als meisterhaftes Zeugnis architektonischer Planungs- und Baukunst“, heißt es in der Mitteilung der Josef-Wund-Stiftung.

Seinerzeit sei es die größte freitragende Gasbeton-Halle der Welt gewesen. Die Arena wurde jahrelang als Mehrzweckhalle für Messen, Events und Sportveranstaltungen genutzt. 2020 aber hatten sie die zuständigen Behörden wegen Einsturzgefahr geschlossen.

Halle soll Neubau weichen

Nachdem die ZF-Arena im Jahr 2021 zum Baudenkmal erhoben worden war, hat der Gemeinderat „nun doch die Weichen für einen Abriss dieses bauhistorisch wertvollen Gebäudes gestellt“, schreibt die Stiftung. Das Gremium hatte sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für einen Abriss der Halle und einen Neubau mit Fokus auf Schul- und Vereinssport ausgesprochen.

Ein Abriss ist aber nur möglich, wenn das Landesdenkmalamt die Zustimmung erteilt. Christoph Palm, Geschäftsführer der Josef-Wund-Stiftung und Fellbacher Oberbürgermeister a. D., sagt dazu laut Mitteilung: „Als Wahrer des Lebenswerks unseres Stifters und ‚Häflers‘ Josef Wund werden wir die nächsten Schritte der Stadtverwaltung und eine letztgültige Entscheidung des Landesdenkmalamtes zum Abriss mit großem Interesse verfolgen.“

Christoph Palm ist Geschäftsführer der Josef-Wund-Stiftung.
Christoph Palm ist Geschäftsführer der Josef-Wund-Stiftung. (Foto: Stadt Wangen/Susanne Müller)

Ungeachtet des Verfahrensausgangs wolle man nicht, dass die ZF-Arena, an deren Bau in den 1960ern und Umbau in den 2000er-Jahren Josef Wund maßgeblich beteiligt gewesen ist, „sang- und klanglos von der Bildfläche verschwindet“.

Veranstaltung für Sommer 2024 geplant

„Daher planen wir eine Veranstaltung, bei der die herausragende Bedeutung und bautechnische Meisterleistung dargestellt, gewürdigt und für die Nachwelt dokumentiert werden wird. Schon heute laden wir dazu alle interessierten Menschen ein“, heißt es in der Mitteilung.

Details dazu werden laut Mitteilung „rechtzeitig“ bekanntgegeben. Eine Sprecherin der Stiftung teilte auf Nachfrage mit, dass man als Zeitpunkt für die Veranstaltung den Sommer anpeile.

Offen bleibt, ob die Stiftung weitere Schritte gegen den Abriss der Arena erwägt. Auf eine entsprechende Nachfrage sagte die Sprecherin, dass man dazu kein Statement abgeben werde.