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Vier Tore und sechs Neue beim FV Ravensburg

Ettenkirch / Lesedauer: 5 min

FV Ravensburg trennt sich 2:2 im Testspiel gegen den FC Dornbirn. Trainer Michael Schilling setzt dabei sechs Zugänge ein.
Veröffentlicht:01.07.2023, 21:08

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Leistungsgerechtes Unentschieden: Fußball–Oberligist FV Ravensburg hat 2:2 in einem Testspiel auf dem Sportplatz des SV Ettenkirch gegen den österreichischen Zweitligisten FC Dornbirn gespielt. FV–Trainer Michael Schilling wechselte in den zwei Halbzeiten — bis auf Torhüter Daniel Geiselhart — die komplette Mannschaft durch. Dabei setzte er insgesamt sechs Neulinge ein.

Vormittags noch Training, dann das Testspiel

Die Sommerzeit ist für Fußballer immer besonders hart. Die Vorbereitung steckt in den Knochen. Dazu gilt es, bei den Testspielen trotzdem über die Schmerzen hinauszugehen. Der Wille entscheidend über die müden Beine. Gerade deshalb war Ravensburgs Trainer Michael Schilling mit dem 2:2 gegen den österreichischen Zweitligisten FC Dornbirn sehr zufrieden. „Es war wichtig zu sehen, dass die Jungs auf die Zähne beißen“, sagte er. „Hinter uns liegen intensive Tage.“ Bestes Beispiel dafür: Seine Mannschaft hatte noch am Samstagvormittag trainiert, während am Nachmittag das Testspiel über 90 Minuten anstand. Die Offensivspieler übten Torabschlüsse, die Abwehr konzentrierte sich auf die Verteidigung. Alles mit dem Ziel: „Wir wollen physisch topfit in die Saison starten“, sagte Schilling. Dabei lobte er mehrfach die momentane Verfassung seines Teams, das sich deutlich von dem Stand zur Winterpause unterscheide.

Mit ein Grund sind sicherlich die Zugänge. Neun an der Zahl. Gegen Dornbirn setzte Schilling nur sechs neue Spieler ein, weil Ivo Colic (erst in die Vorbereitung eingestiegen), Marek Bleise (noch angeschlagen) und Torhüter Christian Steinlechner (Urlaub) noch fehlten. Dazu standen Jannik Fippl, Yannick Egle und Nick Zimmerer in der Startelf. Das Abwehrduo Fippl und Egle machte seine Sache gut, auch wenn ihnen, wie beispielsweise in der 14. Minute, einmal ein Missverständnis unterlief. Dornbirns Anteo Fetahu konnte aber daraus kein Kapital schlagen, weil der aufmerksame und gute Ravensburger Rückhalt Daniel Geiselhart einen Schritt schneller am Ball war und die Situation klärte.

Nach einigen Wechseln fehlt kurz die Zuordnung

Der FV kombinierte, Dornbirn versuchte sein Glück über lange Bälle. Die erste Ravensburger Chance resultierte aus der 27. Minute, als Rojhat Demir mit einem Aufsetzer den gegnerischen Torhüter Raphael Morscher prüfte. Insgesamt war Dornbirn allerdings einen Tick gefährlicher in den ersten 45 Minuten. Ein durchaus diskutabler Elfmeterpfiff führte zum 1:0 für die Österreicher. Schiedsrichter Michael Hilebrand ahndete ein Foul von Jonas Schuler an Anteo Fetahu (34.). Der Gefoulte trat selbst an und lupfte den Ball lässig in die Mitte, während FV–Torhüter Geiselhart in die linke Seite unterwegs war. Das 1:0 war gleichzeitig der Pausenstand.

FV–Trainer Michael Schilling wechselte daraufhin die komplette Mannschaft durch — bis auf Torhüter Geiselhart. Das 2:0 war eine Folge der Umstellung, als in der Hintermannschaft kurz die Zuordnung fehlte und sich Moritz Jeggle rund 90 Sekunden nach Wiederanpfiff nicht mehr anders zu helfen wusste, als mit einem Foul im Strafraum. Gabriel Brilhante trat diesmal an und schoss den Ball präzise rechts oben ins Tor der Ravensburger. Geiselhart war chancenlos.

Der Anschlusstreffer für die Ravensburger fiel ebenfalls per Elfmeter (51.). Dabei hatten die beiden eingewechselten Zugänge John Schmidtke und Timo Senn mit ihrem gelungenen Kurzpassspiel entscheidenden Einfluss. Den Schuss Senns blockte ein Dornbirner mit der Hand. Den Elfmeter verwandelte Burhan Soyudogru. Dornbirn hatte daraufhin zwei dicke Chancen. Doch Sebastian Santin schoss völlig frei links am Tor vorbei und wenig später traf er nach einer Flanke von Felix Mandl den rechten Pfosten. Anschließend spielte fast nur noch der FV Ravensburg und kam durch Julian Flock zum verdienten Ausgleich (66.). Im Nachschuss — seinen ersten Versuch hatte der Dornbirner Abwehrspieler Samuel Mischitz noch geblockt — traf er zum 2:2.

„Knallhart arbeiten“ kündigt der FV–Trainer an

„Wir hatten eine intensive Trainingswoche“, sagte Dornbirns Trainer Thomas Janeschitz. „Am Schluss sind wir deshalb etwas eingebrochen.“ Die Müdigkeit hätte so zu leichtfertigen Fehlern geführt. Seine Mannschaft hätte trotzdem gewinnen müssen — deshalb war Janeschitz nicht zufrieden mit dem Ergebnis und der Leistung. Drei Wochen hat er nun noch Zeit, bis die Saison mit einem Cupspiel für den österreichischen Zweitligisten beginnt.

Ganz anders bewertete Michael Schilling das Spiel. „Sehr gut“, wäre der Test gewesen, bilanzierte der FV–Trainer. Und auch die Zugänge hätten sich gut in das Mannschaftsgefüge integriert. „Wir sind eine gute Einheit, da ist es für neue Spieler einfach“, sagte er. „Wir werden nun weiter knallhart arbeiten“, kündigte er an. Im letzten Drittel noch gefährlicher werden und die Arbeit gegen den Ball hat er als zentrale Elemente auserkoren. Am Sonntag war allerdings trotzdem erst einmal eine Pause angesagt. Schließlich wird die Vorbereitung noch hart genug für seine Mannschaft.

FV Ravensburg — FC Dornbirn 2:2 (0:1)

Tore: 0:1 Anteo Fetahu (34., FE), 0:2 Gabriel Brilhante (46., FE), 1:2 Burhan Soyudogru (51., FE), 2:2 Julian Flock (66.). — Schiedsrichter: Michael Hilebrand. — FV, 1. HZ: D. Geiselhart — Fippl, Egle, Demir, Galinec, Boneberger, Baier, Schuler, Lauenroth, Zimmerer, Stehle — FV, 2. HZ: D. Geiselhart — M. Geiselhart, Ceko, Jeggle, M. Strauß, Senn, Schmidtke, Zimmermann, P. Strauß, Schäch (61. Flock), Soyudogru.