Gemeindewald

Bermatingen sorgt sich um die Esche

Bermatingen / Lesedauer: 3 min

Förster informiert Gemeinderäte über das Wohl der Bäume
Veröffentlicht:29.01.2016, 17:46
Aktualisiert:23.10.2019, 19:00

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Viel Geld ist’s nicht, ein bisschen Gewinn soll der Gemeindewald Bermatingen aber abwerfen: Revierförster Martin Roth informierte in der Gemeinderatssitzung vom geplanten Überschuss in Höhe von 440 Euro. Das wären 20 Euro mehr als 2015. Neben diesen guten Nachrichten berichtete Roth auch vom Problemkind Esche.

Die Eschen in Süddeutschland haben ein Problem: Ein aus Asien eingeschleppter Pilz rückt ihnen seit ein paar Jahren auf die Pelle, besser gesagt auf die Blätter. Von dort aus wandert der Parasit über die Zweige aufs Holz, das er letztlich schädigt. Die Folge: Die Baumkronen werden durch das sogenannte Eschentriebsterben licht, da die Blätter welken. Außerdem werden die Bäume anfälliger für Krankheiten. Außerdem trocknen die oberen ein bis zwei Meter der Esche aus und sterben ab. „Dann müssen sie zügig gefällt werden, denn besonders im Straßenbereich, wo es um Sicherheit geht, kann das Totholz lebensbedrohlich sein“, erklärte Roth. So auch im Gemeindewald Bermatingen, wo die Eschen zehn Prozent des Waldes ausmachen. Im gesamten Landkreis beträgt der Bestand der Eschen sieben Prozent. „Es muss laufend kontrolliert werden“, so der Förster. Sollten die Eschen nicht bald eine Mutation entwickeln, die dem Pilz standhält, sei eine Fällung unumgänglich. Den Schädling zu bekämpfen sei „nahezu chancenlos“ , so Roth. Er geht davon aus, dass jedes Jahr ein paar Bäume dran glauben müssten. Der Pilz überwintere stets mehrere Jahre. „Je weniger Blätter am Boden liegen, desto weniger Infektionen gibt es,“ sagte der Gemeindeförster.

Eschen in Ahausen sind okay

Jakob Krimmel (LBU) erkundigte sich in diesem Zusammenhang nach den Eschen, die an der Kirche in Ahausen stehen. „Die sind bis jetzt noch in Ordnung“, wusste Martin Roth, der nach den Nachrichten um den Todeskandidaten Esche die Rückkehr der Ulme vermelden konnte, die vor rund 30 Jahren als nahezu ausgestorben galt.

Neben einem Rückblick kündigte Roth die Forsteinrichtungserneuerung für die kommenden zehn Jahre an. Wo wird investiert? Was wird neu angepflanzt? Soll ein gesunder Mischwald entstehen? Wo soll mehr Nadelholz angepflanzt werden? „Das sind Themen, die wir separat nochmal behandeln“, wie Bürgermeister Martin Rupp während der Sitzung sagte. Separat auch deshalb, weil das Landratsamt bei der Ausarbeitung mitarbeiten wird. „Das Projekt liegt aber in guten Händen“, sagte Rupp.

Dass sich die Investitionen in den vergangenen Jahren gelohnt haben und Früchte trugen, zeigte die Bilanz, die Martin Roth präsentierte: Nach den Sturmschäden aus den Jahren 2008 und 2009 seien sowohl Zustand und Nachwuchs auf einem guten Weg. Auch der sehr heiße Sommer 2015 habe keine bleibenden Schäden hinterlassen. „Es gibt weder nennenswerte Borkenkäfer- noch Hitzeschäden wie anderswo“, sagte der Baum-Experte, der während der Sitzung auch auf die Zahlen fürs laufende Jahr einging.

Gemeinderat stimmt zu

Vom geplanten Erlös (8140 Euro) sollen 4000 Euro für neue Kulturen ausgegeben werden. Bestandspflege und Erschließung werden mit jeweils 1000 Euro zu Buche schlagen, die Beförstung (inklusive sonstiger Verwaltungskosten) mit 1200 Euro.

Abschließend beschloss der Gemeinderat einstimmig, dem Bewirtschaftungsplan 2016 stattzugeben. Vom Forsteinrichtungserneuerung 2017 bis 2026 nahm das Gremium Kenntnis.