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Ausflugstipp

Mit den Stöcken geht's mit der Laune bergauf

Warthausen / Lesedauer: 3 min

Mit den Stöcken geht's mit der Laune bergauf
Veröffentlicht:04.06.2010, 18:25

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Wer glaubt, Nordic Walking ist, zugespitzt formuliert, ein Sport für „alte Damen“, der täuscht sich. Zumindest hat Redakteurin Katharina Täubl das so empfunden. Lesen Sie den Erfahrungsbericht und gleichzeitigen Ausflugstipp. Und: Dieser Sport ist familientauglich.

Von unserer Redakteurin   Katharina Täubl

Auf der Fahrt zum Treffpunkt, dem Parkplatz zwischen Warthausen und Röhrwangen, schiebe ich den Temperaturregler im Auto von Blau zu Rot. Es nieselt leicht und ich sehne mich nach Daunendecke, Schlafanzug und dem warmen Bett. War das eine gute Idee, Nordic Walking bei dem Wetter? Dass meine Zimperlichkeit vollkommen überzogen ist, merke ich schon nach den ersten sportlichen Schritten: Es geht bergauf, in beiden Händen habe ich Stöcke. Der Umgang mit solchen wurde mir im Crash-Kurs erklärt. Ich rieche die würzige Waldluft und eine Ahnung macht sich breit: Ja, das könnte Spaß machen.

Treffpunkt ist der Parkplatz

Aber zurück zum Anfang. Auf dem Parkplatz treffe ich um 8.30 Uhr Beate Halm , Nordic-Walking-Trainerin beim TSV Warthausen. Seit rund fünf Jahren ist sie mit Stöcken unterwegs. Wegen Rückenproblemen verbannte sie damals ihre Joggingschuhe in den Keller. Aber ganz auf Sport verzichten, daran war nicht zu denken. „Nach dem ersten Nordic-Walking-Lauf habe ich gefragt: Und, wie geht’s jetzt weiter“, erinnert sich die 41-Jährige und muss heute drüber lachen. Weniger anstrengend sei der Sport, aber er mache genau so viel Spaß wie das Joggen früher.

Auf dem Parkplatz erklärt sie mir zwei von 16 Schritten, mit denen sich die Gruppe auch mal abseits der Hauptwanderwege bewegt. Im Diagonalschritt geht’s los. Erst lasse ich die Stöcke beim zügigen Gehen hinter mit her schleifen. Im Lehrbuch für Trainer, der selbst ernannten „Nordic-Walking-Fibel“ steht, nachdem das Gehen erklärt wird, geschrieben: (…) lockere Pendelbewegung aus der Schulter durchführen. Es sollte keine verkrampfte Bewegung in den Ellbogen sein. Die Bewegung muss eine Schwungbewegung darstellen. Weil es eine sehr natürliche Bewegung ist, fällt sie nicht schwer und schon bald steche ich zum ersten Mal mit den Stöcken in den Boden. Es dauert nicht lange, da spüre ich die ungewohnte Bewegung in den Armen. Meine Muskeln strengen sich an und mir wird angenehm warm. Von wegen „alter-Damen“-Sport kommt mir in den Sinn. Dieses von mir gehegte Vorurteil ist absolut fehl am Platz. Hochleistungssport ist es nicht, aber es tut gut und ein kleiner Vorteil ist, dass man beim Walken noch genügend Puste hat, um sich zu unterhalten.

Quer durch den Wald

Es geht quer durch den Wald. „Die schönsten Strecken sind die mit Pfützen und anderen Hindernissen“, sagt Halm. Dabei hätten die Kursteilnehmer eine Gaudi, drum herum zu kommen oder drüber zu springen. Sie zeigt mir einen weiteren Schritt, den Doppelstock. Dabei braucht man mehr Kraft, weil die Stöcke zusammen aufsetzen und der Oberkörper sich dabei mehr dehnt als beim Diagonalschritt.

Ab und zu korrigiert sie mich. Den Oberkörper weiter nach vorn strecken, den Schwung mit der rechten Hand besser ausführen, bekomme ich dann zu hören. Nach sieben Kilometern erreichen wir den Parkplatz. Es ist eine gute Stunde später und ich fühle mich munter und bereit für den Tag.