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Daschu macht vor allem für Straßenkunst

Mit Video: Dieser Biberacher Künstler macht Kunst aus Schubladen

Warthausen / Lesedauer: 3 min

Daschu ist in der Region vor allem für seine Straßenkunst bekannt. Nun bereitet er in Warthausen seine erste Solo–Ausstellung vor. Was Besucher dort erwartet.
Veröffentlicht:07.06.2023, 05:00

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„Kein Mensch passt in eine Schublade“: Mit dieser Überzeugung geht der Biberacher Künstler Daschu seine erste Galerie–Ausstellung an. Vom 2. Juli bis 11. August ist „nobody fits in a box“ in der Galerie Knoll.art in Warthausen zu sehen. Schon jetzt ist Daschu allerdings täglich in der Galerie, denn: Er verwandelt sie kurzerhand in sein Atelier.



Durch gläserne Terrassentüren kann man Daschu bei der Arbeit beobachten. Er sitzt mit Atemmaske und Spraydose auf dem Boden vor einer hohen Wand, die wohl einmal weiß war.

Mittlerweile ziert das Bild eines Mannes die Wand, der sich eine lilane Schublade vors Gesicht hält. Daschu arbeitet gerade an den Details der Schuhe. Nach der Ausstellung wird das Werk einfach wieder überstrichen.

Immer wieder kämen neugierige Passanten an der Galerie vorbei, um zu sehen, woran Daschu gerade arbeitet.
Immer wieder kämen neugierige Passanten an der Galerie vorbei, um zu sehen, woran Daschu gerade arbeitet. (Foto: Maike Daub)

Daschu vor allem als Straßenkünstler bekannt

Viele Biberacher kennen sicherlich einige von Daschus Werken. Der 32–Jährige hat viele Fassaden in der Region gestaltet, oder auch die Treppen zwischen dem Biberacher Rathaus und der Stadtkirche.

Über den Sommer macht er häufig Schulprojekte, denn ursprünglich hatte er Kunst auf Lehramt studiert.

Thomas Knoll, Besitzer der Warthauser Galerie, war besonders begeistert von einem Projekt, dass Daschu schon 2015 in Südafrika realisiert hatte:

Dort hatte er mit den Bewohnern eines Dorfes in der Nähe von Kapstadt ihre Wellblechhütten neu gestaltet und den Prozess auf seinem Instagramkanal „daschuart“ geteilt. „Seine erste Solo–Galerie–Ausstellung mit ihm machen zu dürfen, ist ein großes Glück“, sagt Knoll.


Vielfalt als Thema und im Material

In der Ausstellung will Daschu viele Kunstwerke zeigen, die bisher ungesehen sind. Dafür will er die verschiedensten Medien nutzen:

Neben dem direkt auf die Wand gesprühten Bild wird es Werke auf Leinwand geben, auf Schubladen, Fotografien und Drucke sollen ebenfalls eine Rolle spielen. „Da wird Vielfalt auch so zu sehen sein“, verspricht er. Sein Ziel ist ein Zeichen gegen Vorurteile zu setzten.

Nur mit Leiter kann Daschu den oberen Teil des Gemäldes erreichen.
Nur mit Leiter kann Daschu den oberen Teil des Gemäldes erreichen. (Foto: Maike Daub)

Der soziale Aspekt sei in seiner Kunst ein wichtiger Punkt, erklärt er weiter. Dass Bilder Botschaften haben, sei in der Street Art, zu der er als Jugendlicher kam, zudem üblich.

Weil die Spraydose besonders in der Altersgruppe häufig als „viel cooler“ gelte, sei Daschus Kunst besonders geeignet, auch Schüler und Schülerinnen anzusprechen, erklärt Knoll. Im Rahmen der Ausstellung soll daher auch eine Publikation entstehen, die Schulen zur Verfügung gestellt wird.

Hier kann man seine Kunst sehen

Die Vernissage zur Ausstellung findet am Sonntag, 2. Juli, zwischen 11 und 17 Uhr in der Galerie im Römerweg 19 in Warthausen statt. Bereits am Tag vorher soll zwischen 16 und 19 Uhr eine Vorschau möglich sein. Anschließend können Interessierte Daschu im Café Pocissimo in Biberach treffen.

Vorlage für das Werk an der Wand war eine Fotografie, die im Rahmen des Diversity Days entstanden ist.
Vorlage für das Werk an der Wand war eine Fotografie, die im Rahmen des Diversity Days entstanden ist. (Foto: Laura Zalenga)

Knoll und Daschu hoffen, mit der ungewöhnlichen Ausstellung gerade auch neue Leute zu ermutigen, mal eine Galerie zu besuchen. „Wir freuen uns sehr darauf, weil wir nicht wissen, was uns erwartet“, sagt Knoll.