Einzugsgebiet

Gemeinsam vor Hochwasser schützen

Unlingen / Lesedauer: 3 min

Unlingen geht interkommunales Projekt an – Sechs Gemeinden entlang der Kanzach kommen in Frage
Veröffentlicht:30.03.2016, 19:23
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Um den Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Kanzach voranzutreiben, sollen sich unter der Federführung der Gemeinde Unlingen sechs Kommunen zu einem gemeinsamen Vorgehen zusammenschließen. Beim Zustandekommen dieses Pakts wäre zu erwarten, dass 70 Prozent der Kosten mit Fördergeldern gedeckt werden können. Der Eigenanteil wäre damit für die Gemeinden zu verkraften.

Das Landratsamt Biberach begrüßt den Gedanken eines interkommunalen Hochwasserschutzes. Nur so sei ein optimaler Schutz für alle angrenzenden Gemeinden zu erreichen. Die Gemeinde Unterstadion hat für das Gebiet des Stehebachs bereits ein ähnliches Konzept erarbeitet, das auch für das Einzugsgebiet der Kanzach als Vorlage dienen könnte.

Das Wasserwirtschaftsamt Biberach ist ursprünglich im Bereich der Kanzach von einem Gesamteinzugsgebiet von beinahe 160 Quadratkilometern ausgegangen. Dazu zählt der Federsee, der zwar einen großen Puffer darstellt, die eigentlichen Hochwasserspitzen jedoch nur sehr unwesentlich beeinflusst. 19 Kommunen wären an dem gemeinsamen Projekt beteiligt.

Im Blick auf das Machbare möchte man sich aber auf ein Gebiet konzentrieren, das mit der Kanzach in unmittelbarer Nähe zusammenhängt. Dieses umfasst knapp 80 Quadratkilometer und betrifft die Gemeinden Unlingen, Dürmentingen, Betzenweiler, Kanzach, Allmannsweiler und Bierstetten für die Stadt Saulgau. Unlingen hat deshalb Anfang März die betreffenden Gemeinden angeschrieben und das Interesse an einem gemeinsamen Projekt angefragt. Reaktionen gab es bisher noch keine, da mancherorts noch Gemeinderatssitzungen anstehen.

Untersuchung der Flussgebiete

Kommt das Projekt zustande, müssten sogenannte Flussgebietsuntersuchungen gemacht werden, um Schäden zu ermitteln. Aus deren Vergleich soll ein tragbares Konzept erarbeitet werden. „Wenn alle sieben Gemeinden mitmachen, kann das Projekt mit 70 Prozent Zuschuss gefördert werden“, betonte Unlingens Bürgermeister Richard Mück in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Das Büro Winkler und Partner in Stuttgart, das für die Kanzach bereits die Hochwasserkarten erstellt hat, gibt einen Kostenrahmen je nach Bereitstellung vorhandener Unterlagen zwischen 38700 und 42000 Euro an.

Sollten die Fördergelder eingehen, müssten noch 12600 Euro von den Anliegern finanziert werden. Da Unlingen federführend agieren soll, wird die Gemeinde wie beim Projekt Stehebach in Unterstadion um einen Vorschussbon in Höhe von 2000 Euro gebeten.

Das Landratsamt Biberach hat im Bezug auf die Quadratmeterfläche der einzelnen Kommunen einen Verteilerschlüssel vorgelegt. Demzufolge müsste Dürmentingen von den restlichen 10600 Euro 25,2 Prozent, also etwa 2600 Euro, beisteuern. Bierstetten im Bereich der Stadt Bad Saulgau käme mit 17,1 Prozent auf rund 1800 Euro, Kanzach mit 14,2 Prozent auf 1500 Euro. Die anderen Gemeinden würden mit geringeren Beträgen belastet. Zusammen mit dem Vorschuss müsste Unlingen mit 15,5 Prozent, umgerechnet 3600 Euro, die Hauptlast tragen.

Der Gemeinderat Unlingen hat die Verwaltung beauftragt, den entsprechenden Zuschussantrag zu stellen. Sobald der Zuschuss gesichert ist und alle Gemeinden sich an dem Hochwasserschutzprojekt beteiligen sollten, kann das Ingenieurbüro Winkler und Partner in Stuttgart die Flussgebietsuntersuchungen an der Kanzach angehen.