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Mit Survival-Tipps

Leben wie Robinson Crusoe: Von Oberschwaben auf die einsame Insel

Schemmerhofen / Lesedauer: 4 min

Normalerweise bringt Philipp Davis Leuten im oberschwäbischen Wald bei, wie sie allein in der Natur überleben. Jetzt plant er etwas Neues: Überleben auf der einsamen Insel.
Veröffentlicht:05.11.2023, 05:00

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Wer träumt nicht davon: Meeresrauschen, endlos blauer Himmel, einsame Sandstrände im Schatten von grünen Palmen. Für viele gehört zu einem solchen Traumurlaub auch das All-Inclusive-Hotel und die Kellner, die einem den Cocktail in der Kokosnussschale bis an die Hängematte bringen.

Andere entscheiden sich für das genaue Gegenteil: Einen Windschutz bauen sie selbst, und wenn sie essen wollen, müssen sie den Fisch erst einmal selbst fangen. Nicht Urlaub auf der einsamen Insel ‐ Überleben auf der einsamen Insel: Das will die „Karibik Survival Experience“ der Philipp Davis Survivalschule im kommenden Jahr bieten.

Wildnis und Outdoor sind Urlaubstrends

Die Schule führt Philipp Davis aus Schemmerhofen schon seit 2016. In meist ein bis dreitägigen Kursen bringt der ehemalige Soldat seinen Kunden Grundlagen bei, wie sie in der Wildnis überleben können. Daher der Name: das englsiche „survival“ bedeutet auf deutsch „Überleben“. Viele seiner Kunden buchen bei ihm über Erlebnisagenturen wie Mydays oder Jochen Schweizer.

Es ist eine Grenzerfahrung.

Philipp Davis

Survivaltrainings liegen dabei voll im Trend: Die Internetplattform booking.com hat in einer Umfrage unter mehr als 20.000 Usern herausgefunden, das fast die Hälfte der deutschen Reisenden Interesse daran hat, im Urlaub Überlebenstechniken zu lernen.

Was immer sie auf der Insel finden, muss den Teilnehmern vom Kurs zum Überleben reichen.
Was immer sie auf der Insel finden, muss den Teilnehmern vom Kurs zum Überleben reichen. (Foto: Philipp Davis Survivalschule)

Karibischer Sandstrand versus oberschwäbischer Wald

In seinen Wochenendkursen vermittelt Philipp Davis diese Kenntnisse normalerweise im oberschwäbischen Wald. Im nächsten Jahr soll es erstmals auf die einsame Insel in der Ostkaribik gehen. Der gute Kontakt zu den Leuten vor Ort bestehe schon, sagt Davis, und wenn das Experiment jetzt gut ankommt, soll es das Angebot in seiner Schule in Zukunft öfter geben.

Wir haben ein hohes Risiko.

Philipp Davis

Von der Kulisse mal abgesehen, sei das Überleben auf der einsamen Insel aber gar nicht so anders, als das im deutschen Wald. „Vom Prinzip ist es immer das Gleiche“, sagt Davis. Man müsse sich um die grundlegenden Dinge kümmern: Feuer, Wasser, Essen, Unterkunft. „Kokosnuss statt Fichtennadel, Palmenwedel statt Isomatte“ steht als Motto auf der Webseite.

Bisher hat Philipp Davis seine Tipps fürs Überleben im heimischen Wald geteilt.
Bisher hat Philipp Davis seine Tipps fürs Überleben im heimischen Wald geteilt. (Foto: Philipp Davis Survivalschule)

Gefahren stecken im Detail

Allerdings werden die Teilnehmer rund eine Woche auf der ansonsten unbewohnten Insel sein. In den ersten Tagen wird es noch viel Anleitung geben: Wie mache ich Feuer? Wie baue ich eine Reuse? Welche Pflanzen hier sind giftig? Dann sollen sie viel selbst machen. „Es ist eine Grenzerfahrung“, sagt Davis klar.

Mit warmem Schlafsack und guter Isomatte kann jeder draußen schlafen.

Philipp Davis

Die größten Risiken bergen dabei Missgeschicke und Unfälle, wenn man etwa mit dem Messer abrutscht, mit dem Fuß umknickt, oder von der Palme fällt. Bis medizinische Hilfe da ist, kann es auf einer solchen Insel etwas länger dauern. „Wir haben ein hohes Risiko“, sagt Davis. Eines, das man im Alltag ansonsten nicht mehr hätte. „Aber genau das macht es ja aus.“

Abenteuer und Sicherheit Hand in Hand

Wer Kurse bei ihm buche, wisse meist, worauf er sich einlasse. Das Lernen und das Abenteuer sollen im Vordergrund stehen, auch wenn man die Sicherheit nie ganz zurücklässt. „Die wollen oft so richtig hart Survival im Wald, aber abends eine Flasche Rotwein: Da sind sie nicht abgeneigt“, sagt er.

So oder so ähnlich sieht die einsame Insel aus, auf die es die Kursteilnehmer verschlagen wird. Welche genau es ist, will Philipp Davis noch nicht verraten.
So oder so ähnlich sieht die einsame Insel aus, auf die es die Kursteilnehmer verschlagen wird. Welche genau es ist, will Philipp Davis noch nicht verraten. (Foto: Philipp Davis Survivalschule)

Das gelte auch für das Abenteuer Karibik. „Die sollen keine Überlebensprofis sein danach“, erklärt er. „Die sollen die sieben Tage einfach mal klarkommen mit ihrem Leben.“ Heißt: Abschalten, runterfahren, sich selbst besser kennenlernen.

Mit wenig viel schaffen

Für Philipp Davis selbst ist das fast Routine. Zwölf Jahre lang war er bei der Bundeswehr, hat dort viel in der Ausbildung gearbeitet, immer rund ums Thema: Überleben mit wenig Material. „Mit warmem Schlafsack und guter Isomatte kann jeder draußen schlafen“, ist er überzeugt. „Aber nur mit einem Poncho?“ Auch das habe er schon gemacht.

Alleine wisse er, wie er zurecht komme, zur Not reichen auch eine Kerze und eine Rettungsdecke, erklärt er. „Das Einzige, was noch doof ist: Wenn dir von A nach B ein Wildschwein hinterherläuft.“ Die zumindest dürften in der Karibik kein Problem sein.