Gemeinschaftsschule

Gemeinschaftsschule steht kaum noch etwas im Wege

Schemmerhofen / Lesedauer: 3 min

Gemeinschaftsschule steht kaum noch etwas im Wege
Veröffentlicht:28.02.2012, 19:45
Aktualisiert:25.10.2019, 11:00

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Wenn alles wie geplant läuft, dann gehört die Mühlbachschule in Schemmerhofen ab Herbst 2012 zu den Schulen, die modellhaft beginnen als Gemeinschaftsschulen zu arbeiten, und zwar mit einem gebundenen Ganztagsbetrieb. „Eine Zusage“, sagte Norbert Zeller vom Landeskultusministerium zu den Gemeinderäten am Montag, „kann ich Ihnen heute formal noch nicht geben, aber Sie sind auf hervorragendem Weg. Wenn Sie das zu deuten wissen, können Sie heute Nacht ruhig schlafen“.

Eine Zusage war von seiten des Leiters der Stabsstelle Gemeinschaftsschulen deshalb noch nicht möglich, weil die Schule erst jetzt nach dem Beschluss des Gemeinderats den Antrag sowie ihre Konzeption einreichen kann. Ab 9. März soll die offizielle Entscheidung beim Kultusministerium fallen, ob Schemmerhofen zu den Starterschulen gehört. Falls ja, soll es noch im März einen Tag der offenen Tür für Eltern und Schüler der jetzigen vierten Klasse geben, bevor ab 28. März die Anmeldung der Fünftklässler für das Schuljahr 2012/2013 beginnt.

Der Gemeinderat gab grünes Licht für die neue Schulform, wenn auch mit einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Zweifeln begegneten Zeller, Rektor Wolfgang Kirschner sowie Konrektor Matthias Rolser nebst der beiden Elternbeiratsvertreter mit ihren Argumenten. Sie hatten vor der Gemeinderatssitzung zum Infoabend für Eltern eingeladen. Argumente für die Gemeinschaftsschule sind vielfältig. Mit dem Wegfall der verpflichtenden Grundschulempfehlung und in Zeiten sinkender Schülerzahlen kämpft jede Schule um Schüler.

Die Mühlbachschule bietet seit Sommer 2011 einen Mittagstisch an, deckt die Betreuung über die Mittagszeit mit Ehrenamtlichen ab, „und die Nachfrage für die verlässliche Grundschule steigt stetig“, so Kirschner, der vom schulformübergreifenden Ganztagsunterricht überzeugt ist. Der Unterricht müsse „individualisiert werden“, die Lehrer müssten zu Lernbegleitern werden, „die die Schüler zur Selbstständigkeit anleiten“ und sie soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit lehren, auf die Firmen heute stärker achten als auf Noten. Das Seminar in Laupheim, an dem Lehrerausbildung stattfindet, habe bereits Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Schule bekundet, ebenso wie das ZNL, das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm, erklärte Kirschner. Ein Stundenplan der Klasse acht müsse zum Beispiel vorsehen, dass an drei oder vier Nachmittagen Unterricht stattfindet. Dabei sei der Lernstoff keineswegs mehr, „man muss nur nicht alles in den Vormittag reindrücken“. Die Schüler könnten auf den Tag verteilt lernen, außerdem, so Zeller, sei das Verhältnis zwischen Kind und Eltern wesentlich entspannter, „denn die Frage nach den Hausaufgaben erübrigt sich.“

Unterrichten sollen Lehrer aller Schularten, die die Schüler entweder in der Sekundarstufe I zum Hauptschulabschluss nach der neunten Klasse begleiten, zur Mittleren Reife nach der zehnten Klasse oder in der Sekundarstufe II bis zur 13. Klasse zum Abitur. „Alles hängt von den Eltern ab, auf welche Schule sie ihr Kind geben möchten“, stellte Zeller fest.