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Optimierung

660 000 Euro für Optimierungen

Schemmerhofen / Lesedauer: 3 min

Analyse bescheinigt Schemmerhofen gute Wasserrohre – Sanierungsbedarf dennoch groß
Veröffentlicht:19.09.2018, 18:52

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In welchem Zustand sind die Wasserrohre in Schemmerhofen ? Das wollte die Gemeinde mit einer großangelegten Untersuchung herausfinden. Die Ergebnisse liegen jetzt vor. „Wir sind besser aufgestellt als befürchtet“, erklärt Bürgermeister Mario Glaser. Dennoch gibt es auch Mängel. Diese auf einen Schlag zu beheben, würde etwa 660 000 Euro kosten.

Der Blick in den Untergrund gleiche einer Lotterie, erklärte Bürgermeister Glaser: Als die Gemeinde die Firma RBS Wave mit der Untersuchung der Wasserrohre beauftragte, sei unklar gewesen, wie das Ergebnis ausfallen würde. „Unser Bestreben war es nicht nur die Kanäle, sondern diesmal das Wassernetz einem Stresstest zu unterziehen“, erklärte Glaser. Jetzt liegt das Gesamtbild vor.

An mehr als 200 Stellen wurden Geräte eingebaut, die den Druck messen. „Wir haben viele Daten gewälzt“, sagte der zuständige Ingenieur Maurice Matthé von RBS Wave. Nicht in allen Ortsteilen seien die Wasserdrücke optimal. Zum Teil sei festgestellt worden, dass sich in den Rohren Ablagerungen gebildet hatten oder einzelne Schieber geschlossen worden seien. Außerdem seien Verbindungsfehler im Netz gefunden worden. Das gute für die Gemeinde sei, dass bereits während der Untersuchung die verschlossenen Schieber wieder geöffnet worden seien. Diese seien offenbar bei Wasserrohrbrüchen oder Bauvorhaben geschlossen und dann möglicherweise vergessen worden, erklärte Glaser. Dahinter steckten in der Regel aber Privatpersonen.

Ingenieur Matthé verwies darauf, dass das Wasserversorgungssystem historisch gewachsen sei. Deshalb sei es für die Gemeinde hilfreich, einen Überblick zu erhalten. In den Untersuchungen seien unter anderem berechnet worden, welche Kapazitäten das Netz bei Normalverbrauch, im Brandfall oder im Spitzenlastfall aushalten könne. „Typisch ist zum Beispiel die Halbzeitpause bei der Fußball-Weltmeisterschaft, wenn alle gleichzeitig aufs Klo rennen.“

Spitzenlast in der WM-Pause

Das Fazit: Alle Ortsteile stünden gut da, dennoch empfahl Matthé der Gemeinde, ihre „Hausaufgaben“ zu erledigen. So könnten in Zukunft zum Beispiel Verbindungen neu gebaut, Leitungen ausgetauscht oder gar stillgelegt werden. In der Kostenannahme komme das Ingenieurbüro RBS Wave so auf Kosten von rund 660 000 Euro, wobei 268 000 Euro auf den Hauptort Schemmerhofen und 179 000 auf Maßnahmen in Alberweiler entfallen, wo eine zweite Leitung in den Ort geschaffen werden soll. „Das würde zum Beispiel im Brandfall für eine höhere Versorgungssicherheit sorgen“, sagte Matthé.

Die Rohrnetzanalyse solle dabei helfen, einen einheitlichen, aktuellen Rohrnetzplan aufzustellen. Damit könnte das Netz effizienter aber auch sicherer betrieben werden, erklärte Matthé. Er empfahl der Gemeinde, ein Löschwasser- und Spülkonzept auszuarbeiten.

Bürgermeister Glaser betonte: Die angesprochenen Maßnahmen würden der Optimierung dienen. „Das heißt, sie wären gut. Aber es heißt nicht, dass es ohne sie zum Engpass kommt.“ Ab dem 1. Januar will die Gemeinde die Stelle eines Wassermeisters neu einrichten. „Der wird garantiert eine Menge zu tun haben“, sagte Glaser. Auf die Nachfrage aus dem Gemeinderat nach der Trinkwasserqualität betonte er: Diese sei nicht Teil der Untersuchung gewesen, allerdings seien die Werte der Mühlbach- und der Jungholzgruppe bei den regelmäßigen Kontrollen „immer im guten und grünen Bereich“. Einzig beim Nitrat bewege man sich immer wieder an der „Obergrenze“. Eine Gesundheitsgefährdung bestehe allerdings nicht.