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Russischen Kriegsdienstverweigerern Arbeit ermöglichen

Biberach / Lesedauer: 2min

Friedensbündnis Biberach zur Bufi-Rekrutierung
Veröffentlicht:14.12.2023, 14:01
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Wie man sich im Rahmen eines Freiwilligendienstes dem Kriegsdienst für Putin entziehen kann, zeigte jüngst das Friedensbündnis Biberach in einer Veranstaltung auf. Dazu kam Jürgen Menzel von Act for Transformation mit einem russischen Bufdi (Bundesfreiwilligendienst Leistenden) nach Biberach und erklärte das schrittweise Vorgehen im Detail. Die Begegnung mit dem hoch motivierten russischen Bufdi war ein eindrückliches Erlebnis. Umrahmt von Friedensliedern, gekonnt gespielt und gesungen von Aja und Martin Gratz, erhielt der Abend seine ganz besondere Note.

Während Menzel den Infoschwerpunkt auf das Organisatorische legte, berichtete Andrei Novikov, der Freiwilligendienstler, vor allem über die Situation der jungen Menschen, die den Kriegsdienst verweigern. Dabei trug er das meiste souverän auf Deutsch den Rest auf Englisch vor.

Die Organisation Act for Transformation mit Büros in Aalen, Berlin und Tbilissi hat Erfahrung und weiß, wie nach Georgien Geflüchteten den Weg in eine deutsche soziale Einrichtung zur Arbeit als FSJ-ler oder Bufdi finden können. Trotz der Zusage der Bundesregierung unmittelbar nach Ausbruch des Ukrainekriegs Deserteuren ein einfaches Asylverfahren zu ermöglichen, hat bisher gerade einmal ein Prozent der Antragsteller einen positiven Bescheid erhalten. Deshalb empfiehlt Act for Transformation die weit aussichtsreichere Methode, über Georgien für einen Freiwilligendienst nach Deutschland zu kommen. Tausende junge Russen seien bereits nach Georgien geflüchtet.

Das Modell bietet eine Win-win-Situation und sollte sich in sozialen Einrichtungen etablieren. Die russischstämmigen FSJ-ler oder Bufdis dürfen maximal 18 Monate ihren Dienst ausüben. Bereits sofort nach Ankunft in Georgien sollte in einem ersten Schritt das Verfahren in die Wege geleitet werden. Denn für das Einreisevisum muss eine mindestens sechsmonatige Wartezeit eingeplant werden. Zur Vorbereitung gehört das Erlangen von Grundkenntnissen der deutschen Sprache mit dem A1-Nachweis. Die Einrichtung bescheinigt, dass sie für eine Unterkunft, für die Versicherung und Taschengeld für ein einfaches Leben aufkommt.

Durch die Diskussionsrunde führte Pfarrer Gunther Wruck. Da diese Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung so wenig bekannt sei, wurde angeregt, die Informationen dazu unbedingt weiter zu geben.

Weitere Fragen gerne an [email protected]


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