Fohlenmarkt

Fohlenmarkt: Das teuerste Fohlen bringt 22.000 Euro

Riedlingen / Lesedauer: 5 min

Landgestüt Marbach ersteigert beim 62. Riedlinger Fohlenmarkt Hengstfohlen von Franz Josef Brüstle aus Neufra
Veröffentlicht:30.08.2019, 09:25
Aktualisiert:30.08.2019, 10:48

Von:
Artikel teilen:

Ideale Bedingungen herrschten am Donnerstagvormittag bei der Vorstellung der Fohlen in Riedlingen: bedeckter Himmel und angenehme Temperaturen. Gut gefüllt waren denn auch die Sitzreihen am Ring und nicht wenige standen erhöht

auf dem Hochwasserdamm und schauten, was der Pferdezuchtverband beim Riedlinger Fohlenmarkt 2019 zu bieten hatte. Moderator und Auktionator Hendrik Schulze Rückamp brachte es am Ende der Vorstellung auf den Punkt: „Eine solche Qualität haben wir hier noch nie sehen können“ und machte neugierig auf die Auktion am Nachmittag.

Wenige Plätze neben ihm saß die Dame aus Zürich, die am Nachmittag den Spitzenpreis von 22 000 Euro für ein Hengstfohlen anlegen sollte.

Konnte die Ankündigung am Vormittag die Hoffnungen der Züchter erfüllen, jene von Franz-Josef Brüstle aus Neufra etwa, dem er am Morgen prophezeit hatte, er habe mit „Unglaublich“ einen Hengstanwärter gezüchtet, ein Fohlen von dem „die Welt spricht“ und mit dem man sich glanzvolle Vererber sichern konnte.

Article Image

Das blieb beim Landgestüt Marbach nicht ungehört, zumal Papa „Uno I“ schon dort steht. Es ersteigerte das Fohlen für 8000 Euro. „Von seinen Kindern werden wir noch viel hören“, er schlage ein „wie eine Bombe“. Mit 6000 Euro war Brüstle mit dem Hengstfohlen Lacrimoso dabei, einem „drahtigen Burschen, blütig und modern gezogen und zwar für den Springsport, schaut man sich seine Vorfahren an.

„Hier federt alles“, bescheinigte der Auktionator dem Stutfohlen der Züchtergemeinschaft Marquart aus Uttenweiler und empfahl es als Abkömmling der Vielseitigkeitsprominenz nicht nur für die Dressur.

Für 7500 Euro bleibt es ebenfalls in Baden-Württemberg. Das gilt für die meisten gestern in Riedlingen versteigerten Fohlen, wusste Verkaufsleiter Norbert Freistedt .

wei aber hat er in die Vereinigten Staaten verkauft und zwar für 8700 und 9000 Euro an einen langjährige Freund, der gerade in New York am Frühstückstisch saß, eines der Beispiele für den Erfolg des telefonischen Bietens, nachdem die Fohlen im Internet begutachtet werden konnten.

Den Spitzenpreis bot bei der Auktion eine Züchterin aus Zürich: 22 000 Euro legte sie für „For Remember“ an und damit für ein Fohlen, „das Sie nimmer mehr vergessen werden“, wie der Auktionator morgens lockte. Jetzt befinde es sich in allerfeinsten Händen.

Article Image

Der junge Hengst stammt aus einem wertvollen Dressurstamm. Thomas Hagmann aus Ebersbach hat ihn gezüchtet und freute sich mit der neuen Besitzerin über das „geniale Fohlen“.

Bei 21 000 Euro fiel der Hammer für den „Future Star“. „In sechs Jahren wird man eine Stadt nach ihm benennen“, unkte der Auktionator. Das Fohlen aus einem „hoch erfolgreichen“ Stamm kam in Laichingen auf die Welt und wird seine Zukunft in Hamburg verbringen.

Sieben Gebote im fünfstelligen Bereich

Dies gilt auch für das drittteuerste Fohlen aus dem Stall von Christa Heideker aus Münsingen. Für die „Springofferte der Auktion“ wurden 13 000 Euro angelegt.

Sieben Gebote lagen im fünfstelligen Bereich, freute sich der neue Verkaufsleiter. 11 000 Euro wurden für das teuerste Stutfohlen angelegt. „Bezaubernd“ nannte es Schulze Rückamp am Morgen. Es bleibt in Baden-Württemberg . Drei Riedlinger Auktionsfohlen werden ihre Zukunft in Bayern verbringen.

Unisono beurteilten der Vorsitzende des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg, Karlheinz Eckerlin, und Verkaufsleiter Norbert Freistedt den Riedlinger Fohlenmarkt als sehr erfolgreich und dies vor allem im Vergleich zu anderen Auktionen in der jüngsten Vergangenheit.

Wie der Auktionator, so sprach auch Eckerlin vom beeindruckendsten Lot, das Riedlingen je hatte. Dies habe sich auch im Marktverlauf widergespiegelt. Er freute sich über die hohen Preise und konnte die niedrigen nicht nachvollziehen. Acht Rückkäufe habe es gegeben, verriet Freistedt, auch einen für 8500 Euro. „Der Käufer wollte 10 000 Euro“.

Einige Pferdefreunde gönnten sich auch mehrere Fohlen, wie die Frau mit den blonden Haaren, die Schulze Rückamp hofierte oder das Gestüt Birkhof, das vier kaufte.

Als Schmankerl für die Käufer vermerkt Freistedt die verbindliche Betreuug durch das Landgestüt Marbach, so gewünscht. Sein Ziel sei es gewesen, den letztjährigen Schnitt zu halten, was nach den Erfahrungen der jüngsten Auktionen nicht selbstverständlich gewesen sei. Umso mehr freute er sich, dass der Schnitt sogar etwas über dem von 2018 lag.

Article Image

48 Fohlen wurden aufgetrieben. Gleich beim „brillanten“ Auftakt schwärmte der Moderator nicht nur für das Publikum in Riedlingen, sondern auch für jenes, das die Präsentation im Internet verfolgte: „Ein echter Titelheld der Zukunft“ Für 7000 Euro gab’s den Zuschlag.

Von Klängen von Jürgen Drews bis Mendelssohn-Bartholdy trabten und galoppierten die Fohlen mit ihren Mütter, sogar eine Leihmutter war dabei. Zwischendurch gab es wegen des Ausfalls der Anzeigetafel Irritationen, weshalb ein Fohlen zweimal vorgeführt wurde.

Am Vormittag hatte Hendrik Schulze-Rückamp immer wieder lobende Attribute für Fohlen und ihre Züchter parat und gratulierte ihnen für gelungene Anpaarungen, forderte Sonderapplaus für besondere Zuchtleistungen und lobte die aufmerksamen Zuschauer, wenn sie Szenen-Beifall gaben: „Sie sind ein Spitzenpublikum“. Bei der Auktion allerdings musste er immer und immer wieder um Ruhe bitten.

Pferdehandlung

Hoch zur Ross auf Maiers Hoffest

qRiedlingen

Fohlenmarkt

Riedlingen scharrt mit den Hufen - der Fohlenmarkt beginnt

qRiedlingen