Heimweh

Wechsel wegen Heimweh und Liebeskummer

Ochsenhausen / Lesedauer: 2 min

Wechsel wegen Heimweh und Liebeskummer
Veröffentlicht:29.03.2016, 22:21
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Liam Pitchford wird den Tischtennis-Bundesligist TTF Liebherr Ochsenhausen nach der Saison verlassen und wechselt zum französischen Erstligisten Hennebont (SZ berichtete). Der 22-Jährige hatte zwar noch einen Vertrag für die kommende Spielzeit, dieser wurde aber in beiderseitigem Einvernehmen auf Wunsch des Engländers aufgelöst.

„Liam leidet seit dem Winter unter starkem Heimweh in Verbindung mit Trennungsschmerz, da er zu seiner großen Liebe nach Schweden möchte. Dort möchte er künftig überwiegend leben und Teile des Jahres auch in seiner englischen Heimat verbringen“, erläutert TTF-Präsident Kristijan Pejinovic die Hintergründe für den Wechsel von Pitchford. „Eine Fortsetzung von seiner Tischtenniskarriere in Frankreich bot sich an, weil dort die Spieler in der Regel erst kurz vor ihren Einsätzen anreisen und nicht in feste Trainingsgruppen vor Ort integriert sind.“ Laut Pejinovic haben die TTF versucht, Pitchford mit sporttherapeutischer Betreuung zu unterstützen. „Liam hat sich in den letzten Monaten zusammengerissen und wird in dieser Saison sicher alles für das Team der TTF geben“, so der 35-Jährige. „Wir halten es aber auch für angebracht, dass er sich eine Auszeit nimmt, um wieder zu sich selbst zu finden.“

Entscheidung ist schwergefallen

Pitchford selbst äußerte sich via Facebook und bedankte sich bei Ochsenhausen für die letzten sechs Jahre. „Die Trainer und alle anderen, die mit dem Verein verbunden sind, haben mir geholfen, so weit zu kommen, wie ich jetzt bin“, teilte er mit. „Die Entscheidung zu gehen, ist mir sehr schwergefallen, aber ich musste sie für mich als Mensch treffen. In den letzten zwei Jahren hat sich viel verändert und deshalb ist es jetzt Zeit für einen Wechsel, sowohl für meine Karriere als auch für meine Gesundheit.“

Durch den Abgang von Pitchford, der im Alter von 16 nach Ochsenhausen ans Liebherr-Masters-College kam, wird aus dem geplanten Fünfer-Kader erst einmal ein Vierer-Kader. „Eigentlich wollten wir mit fünf Spielern inklusive Liam 2016/17 an den Start gehen“, sagt Pejinovic. „Jedoch bringt es für alle Seiten nichts, wenn ein Spieler dabei ist, der eigentlich in Gedanken woanders ist und an der derzeitigen Situation leidet.“ Es sei schade und traurig, aber nicht zu ändern, so der TTF-Präsident. „Wir sind stolz auf diese tolle Truppe und wollten diese eigentlich in den nächsten Jahren zusammenhalten. Jedoch sind wir Liam nicht nur als Spieler, sondern auch menschlich verbunden. Es hat mit seinem Wohlbefinden zu tun – und das ist hier derzeit angesichts seiner privaten Situation nicht gegeben.“