Hauptrundenspiel

TTF-Spieler wollten zu viel

Ochsenhausen / Lesedauer: 3 min

Tischtennis, Bundesliga: Ochsenhausen verliert gegen Grenzau und trifft auf Saarbrücken
Veröffentlicht:29.03.2016, 22:19
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

Von:
Artikel teilen:

Die TTF Liebherr Ochsenhausen haben das letzte Hauptrundenspiel in der Tischtennis-Bundesliga gegen den TTC Zugbrücke Grenzau in eigener Halle mit 1:3 verloren und gehen damit als Drittplatzierter in die Play-offs. Dort treffen sie in Hin- und Rückspiel auf den 1. FC Saarbrücken mit dem Ex-Ochsenhauser Tiago Apolonia.

Nach fast einem Vierteljahrhundert konnten die TTF wieder ein Punktspiel in Ochsenhausen austragen. Eine mit 450 Fans ausverkaufte Halle, ein erwartungsvolles Publikum und eine tolle Stimmung, doch blieben verkrampfte Ochsenhausener beim 1:3 gegen Grenzau hinter ihren Möglichkeiten zurück und konnten nicht das zeigen, was sie eigentlich draufhaben. Außer Hugo Calderano erreichte kein TTF-Spieler Normalform. Man merkte dem Team an, dass es Platz eins zu sehr wollte – die Spieler wirkten teilweise blockiert. So unterlag man den im Niemandsland der Tabelle angesiedelten Westerwäldern letztlich verdient. Da die Rivalen um den Spitzenplatz ihre Hausaufgaben erledigten – Fulda siegte in Hagen mit 3:1, Saarbrücken gewann gegen Bremen mit 3:2 – sprang am Ende „nur“ Platz drei für den Herbstmeister heraus. Man trifft in den Play-offs nun auf die Saarbrücker. Eine schwierige, aber nicht unlösbare Aufgabe – in der Liga gab es einen Sieg und eine Niederlage. Als besser platzierter Klub dürfen die Saarländer wählen, ob sie zuerst in heimischer Halle oder in Biberach antreten wollen. Das Hinspiel wird am Freitag, 8. April, 19 Uhr, wieder in der Dr.-Hans-Liebherr-Sporthalle in Ochsenhausen stattfinden. Das Rückspiel steigt in Saarbrücken am Sonntag, 24. April, 15 Uhr, Joachim-Deckarm-Halle.

Das Auftaktmatch zwischen Simon Gauzy und dem Japaner Masaki Yoshida verlief absolut ausgeglichen, lange konnte keiner den Sieger erahnen. Doch dann gelangen dem Grenzauer beim Stand von 9:9 im Entscheidungssatz zwei Punkte – das Match war verloren. TTF-Präsident Kristijan Pejinovic : „Simon spielte etwas unglücklich und nutzte seine Chancen nicht.“

Pitchford extrem nervös

Der nach Hennebont wechselnde Liam Pitchford fand anschließend gegen den Ex-Ochsenhauser Andrej Gacina, der die Westerwälder ebenso verlassen wird wie Yoshida, überhaupt nicht in sein Spiel und präsentierte sich übernervös und übermotiviert. Der Brite, vor einigen Wochen noch der Held Englands bei der Mannschafts-WM, ging gegen den Kroaten regelrecht unter. Kristijan Pejinovic war von Pitchfords Auftritt alles andere als begeistert: „Das war wohl sein schlechtestes Spiel der Saison. Liam muss wieder zu sich finden, auch deshalb ist sein Wechsel sicher keine schlechte Entscheidung.“

0:2 zur Pause, das ließ nichts Gutes erahnen, zumal sich die Gästespieler, für die es um nichts mehr ging, wesentlich lockerer am Tisch präsentierten als die TTF. Der Jüngste setzte dann aber ein Zeichen. Hugo Calderano sah zwar gegen Qiu Liang im ersten Satz kein Land, fand dann aber gut ins Match hinein und ließ seinem Gegner keine echte Chance mehr. Pejinovic: „Hugo war im ersten Satz noch neben der Spur, hat sich dann aber hineingekämpft und gezeigt, dass auf ihn Verlass ist.“

Sollte doch noch etwas gehen? Dazu hätte Simon Gauzy im Duell der Spitzenspieler gegen Gacina gewinnen müssen. Doch das Glück war auf der Seite des Kroaten, der den vorentscheidenden ersten Durchgang ebenso wie den dritten Satz in der Verlängerung gewann.

TTF-Präsident Pejinovic räumte ein: „Eine gelungene Premiere war unsere Rückkehr nach Ochsenhausen in sportlicher Hinsicht leider nicht.“ Dennoch war nicht alles schlecht. „Ausverkauftes Haus, tolle Stimmung, den Leuten hat es Spaß gemacht, auch wenn unsere Spieler diesmal nicht das abrufen konnten, was sie wirklich draufhaben“, so Pejinovic und fügte hinzu: „Wir sind kein Titelfavorit. Ich sehe Düsseldorf und Saarbrücken im Ranking vor uns. Dennoch haben wir natürlich in den Play-offs eine Chance.“