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Aktion „Helfen bringt Freude“

Ochsenhauser Verein baut Gesundheitsstation in Burkina Faso

Ochsenhausen / Lesedauer: 3 min

Der Förderverein Piela-Bilanga aus Ochsenhausen unterstützt seit vielen Jahren den Bau von Schulen und Brunnen in den zentralen Orten Piela und Bilanga in Burkina Faso.
Veröffentlicht:11.12.2023, 11:50

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Der Förderverein Piela-Bilanga aus Ochsenhausen unterstützt seit vielen Jahren den Bau von Schulen und Brunnen in den zentralen Orten Piela und Bilanga in Burkina Faso.

Mit der Spende aus der SZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ will der Verein ihr diesjähriges Projekt, ein Gesundheitszentrum, voranbringen.

Im westafrikanischen Burkina Faso ist die Lage instabil: immer wieder kommt es zu Angriffen, bei denen zahlreiche Menschen verletzt und getötet werden.

Unter diesen Umständen versucht der Ochsenhauser Förderverein Piela-Bilanga seit 1982 im nordöstlichen Teil des Landes Projekte für die nachhaltige Entwicklung der Bevölkerung zu realisieren.

Dabei steht für den Verein die Prämisse „Hilfe zur Selbsthilfe“ immer im Fokus.

Neues Projekt auf der Zielgeraden

Nach den Schulen- und Brunnen setzte sich der Verein das Ziel, 2023 den Bau eines Gesundheitszentrums zu verwirklichen und die zahlreichen Frauen-Mikro-Projekte, kleinere Vorhaben zur Erzielung von Einkommen insbesondere für Frauen, fortzuführen.

Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins, Erwin Wiest, erklärt, dass die medizinische Versorgung in Burkina Faso unzureichend ist und auf jede Gesundheitsstation, die es in den Städten und Dörfern von Burkina Faso gibt, 20 bis 30 Tausend Menschen entfallen.

Auch an Ärzten und Personal fehle es in weiten Teilen des Landes, so Wiest.

So sei die Entscheidung auch nicht schwergefallen, sich als Verein für ein gut ausgestattetes Gesundheitszentrum einzusetzen und alle Mittel hierfür zur Verfügung zu stellen.

In Bilanga-Stadt existierte ein 1986 gebautes, ziemlich heruntergekommenes „Centre de Santé et de Promotion Sociale“ (CSPS, Zentrum für Gesundheit und soziale Förderung), das nicht mehr den Standards für die Behandlung von Kranken entsprach.

Daher stand es schon immer auf der To-do-Liste des Vereins, nur ließen die vielen anderen und großen Projekte dafür keinen Spielraum, erklärt Wiest.

Medizinische Versorgung für elf Dörfer

„Nun soll das CSPS in Bilanga langfristig zum Centre Médical ausgebaut werden.“ In einem Centre Médical sei es auch erlaubt Operationen durchzuführen, fügt Wiest hinzu.

Durch Mikro-Projekte, wie die Herstellung von Karitébutter, unterstützt der Verein die Frauen in Burkina Faso ihre eigenen Einnahmen zu erzielen.
Durch Mikro-Projekte, wie die Herstellung von Karitébutter, unterstützt der Verein die Frauen in Burkina Faso ihre eigenen Einnahmen zu erzielen. (Foto: Förderverein Piela-Bilanga)

Das Einzugsgebiet des zukünftigen Krankenhauses umfasst elf Dörfer mit insgesamt 23.525 Einwohnern.

„Pläne, staatliche Genehmigungen und das Personal hatten wir bereits, nur noch die finanziellen Mittel fehlten“, erinnert sich Wiest an die Anfangsphase des Projekts.

Begonnen wurde mit dem Projekt Ende Juli/Anfang August. Trotz der schwierigen Umständen im Land, sind die Arbeiten recht gut vorangegangen, sodass die Fertigstellung bis zum Ende des Jahres erwartet wird.

Sobald der Bau des Gebäudes beendet ist, soll es zeitnah mit notwendigem Mobiliar und medizinischen Gerätschaften ausgestattet werden.

Um Ärzte, Krankenpfleger und Hebammen habe man sich schon gekümmert, damit mit der medizinischen Versorgung unmittelbar begonnen werden kann, so Wiest.

Der Neubau des Centre Médical umfasst einen Raum für medizinische Konsultationen, einen Behandlungsraum, zwei Beobachtungsräume, einen Bereitschaftsraum, ein Büro für den Arzt oder die Ärztin, zwei überdachte Terrassen, ein Labor beziehungsweise einen Kühlraum, zwei Toiletten im Innenbereich und ein Wartezimmer.

Finanzierung durch Spenden und Verkauf

Insgesamt werden über 100.000 Euro investiert, 75.000 Euro für das Centre Médical und 25.000 Euro für die Frauen-Mikro-Projekte.

„Ein Großteil der Mittel wurde in diesem Jahr bereits aufgebracht. Hauptsächlich durch Spenden, darunter auch von der SZ-Weihnachtsaktion Helfen bringt Freude“, fügt Erwin Wiest an.

Neben den Spenden erzielt der Verein auch Einnahmen durch den Verkauf von Mangos.

Darüber hinaus beteiligte sich der Förderverein am diesjährigen Ochsenhauser Weihnachtsmarkt und verkaufte unter anderem Glühwein, Crêpes und handgemachte Adventskränze, um ihre Projekte finanzieren zu können.