Pressemeldung

Japans Champion kommt nach Ochsenhausen

Ochsenhausen / Lesedauer: 4 min

Tischtennis, Bundesliga: TTF verpflichten Shunsuke Togami
Veröffentlicht:31.05.2022, 14:56
Aktualisiert:31.05.2022, 15:42

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Die TTF Liebherr Ochsenhausen haben einen weiteren Topspieler verpflichtet. Wie der Tischtennis-Bundesligist in einer Pressemeldung mitteilt, habe der Club die unerwartete Gelegenheit genutzt, den Japaner Shunsuke Togami zu verpflichten. Der 20-Jährige ist Sieger der All Japan Championships 2022 und aktuelle Nummer 43 der Weltrangliste. Somit nehmen die TTF zu sechst die Saisonziele Play-offs und Liebherr-Pokal-Finale in Angriff.

Eigentlich wollten die Ochsenhauser mit fünf Spielern im Kader die Saison 2022/23 bestreiten, nachdem die Vertragsverlängerungen mit Simon Gauzy , Kanak Jha und Samuel Kulczycki ebenso unter Dach und Fach waren wie die Verpflichtung von Alvaro Robles. Can Akkuzu steht ohnehin noch unter Vertrag und Maciej Kubik wurde an Grenzau ausgeliehen.

Nummer eins der Doppel-Weltrangliste

Auch wenn Asse wie Tomokazu Harimoto und Yukiya Uda im internationalen Ranking derzeit vor Togami notiert sind, gilt in Japan der TTF-Neuzugang als die eigentliche Nummer eins – zumal alle starken Konkurrenten beim diesjährigen All Japan Championship vertreten waren und gegen Togami das Nachsehen hatten. Der sehr schnell und dynamisch angreifende 1,70 Meter große Rechtshänder sicherte sich zudem bei den Asien-Meisterschaften im vergangenen Herbst in Doha nicht nur die Bronze-Medaille im Herren-Einzel und mit Japan im Mannschaftswettbewerb, sondern gewann zudem sowohl Gold im Doppel als auch im Mixed. Im Doppel siegte er gemeinsam mit Yukiya Uda. Die beiden thronen mit großem Vorsprung an der Spitze der Doppel-Weltrangliste. Auch in der stark besetzten japanischen T-League erspielte Togami klar positive Bilanzen.

„Tag für Tag wird die Vorfreude, nach Deutschland zu gehen, größer”, sagte Togami im Interview mit dem populären japanischen Konno-Tischtennis-Magazin. „Klar möchte ich mein Tischtennis verbessern, aber aktuell lerne ich Englisch und denke, dass es für die Zukunft am besten ist, wenn ich mich sprachlich auch im Ausland verständigen kann. Ich möchte eines Tages den japanischen Tischtennis-Fans nach der Erfahrung in Deutschland einen noch stärkeren Shunsuke Togami zeigen.“

Begeistert von Trainingsbedingungen

Der künftige TTF-Akteur kennt Ochsenhausen und seine neuen Teamkollegen gut. Zusammen mit Uda weilte er bis 2019 mehrfach dort zu Lehrgängen im Zuge der Partnerschaft des Vereins mit dem japanischen Verband und war begeistert von den Trainingsmöglichkeiten und -perspektiven in der oberschwäbischen Tischtennis-Hauptstadt. „Ich freue mich sehr darauf, für die TTF aufzuschlagen und mit den tollen Jungs eine starke Saison zu spielen“, so der junge Japaner. „Ebenso freue ich mich auch auf das anspruchsvolle und qualitativ hochwertige Training und hoffe, dass ich mich ähnlich weiterentwickeln kann wie während meiner ersten Zeit in Ochsenhausen.“

„Es hat ihm bei uns sehr gut gefallen und er wollte immer mal für Ochsenhausen spielen. Damals hatte es sich nicht ergeben und durch Corona trat dann erst einmal Stillstand ein. Ende letzten Jahres meldete er sich wieder bei uns und es ging für mich auch darum, einen weiteren Topmann für das Training hier in Ochsenhausen zu gewinnen”, berichtet TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. Als Togami dann Anfang des Jahres äußerte, dass er nicht nur in Ochsenhausen trainieren, sondern am liebsten auch für die TTF spielen möchte, hat man sich zwei Monate intensiv damit beschäftigt, wie eine für alle sinnvolle Lösung aussehen könnte, denn eigentlich war ja der Kader schon komplett.

Und wir sind schon ein bisschen stolz darauf, dass er es für sich als Highlight bezeichnet, wenn er auch für uns spielen darf.

Kristijan Pejinovic

In mehreren Strategie-Meetings habe sich dann die Variante herauskristallisiert, zum allerersten Mal ein Sechser-Team auf die Beine zu stellen, berichtet Pejinovic. Das geschah unter anderem vor dem Hintergrund, dass schwer abzuschätzen sei, wie stark die Beanspruchung der Spieler durch die WTT-Turniere sein werde. „Da monetäre Fragen auch nicht im Vordergrund standen, sondern der Wunsch des Spielers, sich bei uns weiterzuentwickeln, haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen. Wir nehmen ja auch keinen ,Nobody‘. Und wir sind schon ein bisschen stolz darauf, dass er wegen des Trainings zu uns kommt und dass er es für sich als Highlight bezeichnet, wenn er auch für uns spielen darf.“