Schrannensaal

Ein Spiel mit Emotionen, Lügen und Misstrauen

Ochsenhausen / Lesedauer: 3 min

Ausverkaufte Premiere von „Die Grönholm-Methode“ fordert Schauspieler und Zuschauer
Veröffentlicht:12.07.2015, 19:46
Aktualisiert:24.10.2019, 01:00

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Das Amateurtheater Ochsenhausen hat im ausverkauften Schrannensaal der Jugendmusikschule das Stück „Die Grönholm-Methode“ von Jordi Galceran aufgeführt. Unter der Regie von Jan Sandel entstand auf der Bühne ein intensives Szenario, welches nicht nur die Schauspieler, sondern auch die Zuschauer forderte.

In nur sieben Wochen haben die vier Schauspieler das Theaterstück einstudiert. Ein Spiel mit Emotionen, Lügen und Misstrauen im Kampf um einen begehrten Managerposten. Ein Kampf mit harten Bandagen. „Kennen Sie keine Lügen? Als Führungskraft sollten Sie das aber schon können“, sagt der großmäulige Bernd Kienbaum ( Boris Kappler ). „Nur die Wahrheit kann man sich gut merken“, kontert der eher nachdenkliche Jochen Lorenz (Olaf Göttert). Jedoch was ist die Wahrheit? Die Geschichten des geschwätzigen Eckhard Berger (Manfred Licht) sind es wahrscheinlich eher nicht. Welcher von den ganz unterschiedlichen Charakteren, die sich auf der Bühne entfalten, ist echt? Klar ist nur, mindestens einer macht den anderen etwas vor.

Psychologische Tricks und Zweifel im Auswahlsystem

Wenn Heidi Albinger-Seel als Christiane Vogt Zweifel an dem Auswahlsystem zeigt, an Loyalität und Fürsorge appelliert – „Eine Firma muss sich auch um die Arbeitnehmer kümmern“, – kommen auch dem Zuschauer Zweifel. Bis zum überraschenden Ende ist nicht klar, wer hier um die Stelle kämpft und wer aus der Personalabteilung mit psychologischen Tricks die Bewerber siebt. „Ich hoffe, dass man Sie nimmt, so ein Schwein wie Sie findet man nicht alle Tage“, sagt Vogt zu Kienbaum auf der Bühne. Doch ein Gast resümiert nach der Aufführung: „Eigentlich seid ihr Drei ja größere Drecksäue als er.“ Die Gäste sind begeistert, aber auch ein wenig nachdenklich, als sie nach der Vorstellung in die laue Sommernacht treten. „Lügen muss man können“, meint der Vater von Schauspielerin Heidi Albinger-Seel.

Die Proben seien anstrengend gewesen, sagt Boris Kappler. Die Emotionen im Stück seien ja auch nur gespielt, aber sie müssten trotzdem glaubhaft rüberkommen. Regisseur Sandel habe das auf eine spezielle Weise vermittelt, „mit Bildern, damit wir die Emotionen auf der Bühne leben können“, so Kappler. Dabei sei jede Probe mit ihm wie ein kleiner Schauspielkurs.

Diese zweite Produktion mit ihm sei hoffentlich nicht die letzte, sagt Kappler weiter. Im Herbst sei ein Projekt mit dem Tritonus Kammerchor unter der Leitung von Klaus Brecht in der Musikakademie geplant und Sandel habe auch schon zugesagt.

Weitere Vorstellungen der „Grlnholm-Methode“

Weitere Vorstellungen im Schrannensaal der Jugendmusikschule sind am Mittwoch, 15., Freitag, 17. und Samstag, 18. Juli, um 20 Uhr. Für Mittwoch gibt es noch wenige Restkarten. Karten gibt es bei der Lesebar Ochsenhausen und an der Abendkasse. Bei großer Nachfrage gibt es eine letzte Aufführung am Sonntag, 19. Juli. Rückfragen unter 07352/51267.