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Die Zeit in Kuhhausen steht nicht still

Ochsenhausen / Lesedauer: 4 min

Bei der Prunksitzung in der Kapfhalle begeistern die Akteure mit Akrobatik und Musik
Veröffentlicht:04.02.2018, 20:10

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„Steampunk, Zukunft und Vergangenheit – die KGO reist durch die Zeit“. Was hat es mit dem diesjährigen Motto in Kuhhausen auf sich? Auf diese Frage hat der Präsident der Karnevalgesellschaft-Narrenzunft Ochsenhausen , Stefan Müller, eine Antwort gegeben, nachdem er mit seiner Gefolgschaft unter der Regentschaft von Prinz Andreas II. und Prinzessin Anne-Kathrin I. in die Narhalla „Kapf“ zur ersten großen Prunksitzung einmarschiert war.

„Steampunk“ stehe für Retro-Futurismus und ein wenig viktorianische Zeit, sagte der Präsident und freute sich, dass die Menschen dieses Motto so gut aufgenommen haben. Sogar sein Vizepräsident könne sich damit jetzt anfreunden, sagte Müller lachend und schaute dabei nach links zu seinem Vize. Viele Besucher hatten sich außergewöhnlich verkleidet, dem Motto entsprechend. Für den Elferrat, die Prinzengarde, Rankenweible, Roale, Sterngucker, also die gesamte KG-NZ, begann mit der Regierungserklärung des Prinzenpaars die fünfte Jahreszeit in Kuhhausen.

Sympathischer Prinz

„Dass der Prinz manchmal in seinem Text stecken blieb, macht ihn nur noch sympathischer“, sagte eine Besucherin lachend am Nebentisch. „Er hat gute Ideen. Wenn er sie umsetzt, wäre das super“, sagte sie weiter und stimmte laut mit ein in das Kuhhauser Narrenlied „Laut schalle durchs Rottumtal: Kuhhausen hat Karneval, Ohu, Ohu, Ohu.“ Das Programm der Prunksitzung begann mit dem Brauchtumstanz „Maskenerwachen“ durch die Rankenweible und Roale.

Danach folgte auch schon der erste Höhepunkt des Abends. Vier Jungs der Jugendmusikschule, die „FlyingSticks“, ließen ihre beleuchteten Trommelschläger in der dunklen Halle fliegen. Sie wurden vom begeisterten Publikum erst nach einer Zugabe von der Bühne entlassen. Die KGO-Tanzgruppe „Move it“ stimmte anschließend ruhigere Töne an. Sie entführte das Publikum mit ihrem einfühlsamen Puppentanz zurück in die Vergangenheit.

Schwäbisch statt englisch

Darauf war es an der Zeit, dass der Öchsle-Schaffner Otto Angele mit seinem Geißbock endlich zu Wort kam und Zug in die Veranstaltung brachte. Denn er hatte viel zu erzählen. In seiner bekannt lustigen Art ließ er kein wichtiges Thema aus. Natürlich schwätzte er schwäbisch und nicht englisch, wie es heutzutage üblich sei, sagte er zu Beginn. Das Publikum hatte bei seinem Auftritt viel zu Lachen und dankte es ihm mit großem Beifall.

Die KGO hatte bei der Programmzusammenstellung eine glückliche Hand bewiesen, denn nach vielem Lachen kam eine akrobatische Aufführung der Kalenberg-Schule Reinstetten „a crazy horse“. Präsident Müller sagte, dass er vor Angst bei diesen wagemutigen Darbietungen nass geschwitzt sei. „Lieber Stefan, die können das und haben es wieder einmal bewiesen“, sagte ein guter Freund des Präsidenten.

Nach der Pause hatte die Tanzgruppe „Move it“ ihren zweiten Auftritt und versetzte die Zuschauer nach „Napal baatschi“. Was immer das heißt – es sei schön, sagte Claudia Bechter aus Nersingen. Sie kommt schon seit Jahren zu diesen Prunksitzungen nach Kuhhausen: „Hier ist alles noch echt. Nichts Künstliches, einfach handgemacht und ehrlich.“

Wer fehlte an diesem Abend noch? Natürlich das Ochsenhauser Original „Franz Baur, der Steampunk-Oxi“. Er gab einen Einblick in die Tierwelt und den „OX-a-Klang“. Das Horn-Quartett um Hubert Wiest gab die richtigen Laute dazu, unterhaltsam wie von vielen seiner Auftritten bekannt.

Das Hofballett versetzte die Besucher wieder zurück in die alte Zeit und genau so hieß auch ihr hervorragender Beitrag an diesem Abend „Zeit“. Bevor diese Prunksitzung endete, kam der Höhepunkt an diesem Abend. 800 Meter Leitungen mussten auf Kleidungsstücken für diesen Auftritt verklebt werden. Die aufwendige Programmierung und das Verlöten dauerte etliche Stunden, sagte ein Mitwirkender der außergewöhnlichen Nummer. Die Akteure vom „Huaf Club“ aus Bellamont zeigten die Zukunft. Sie lieferten als „Dance Fighters“ einen gelungenen Auftritt, sodass eine Besucherin sagte: „Die können mit dieser Nummer in jede Fernsehshow.“

„Ja“, sagte Öchsle-Schaffner Angele mit Blick auf die Bühne: „Jetzt habt ihr es schwer, ihr euch hochgearbeiteten honorigen Männer nach diesem tollen Beitrag. Jo dia do oba moin i, dia mit der Fasanafeder auf em Grend.“ Er meinte damit natürlich den Elferrat mit Präsident. Gerne nahmen sie die Herausforderung mit einem gelungen Auftritt als „Timebandits“ an.

Weitere Prunksitzungen

Den Abschluss der Prunksitzung bildete, wie schon immer, der „Gardetanz“, vorgetragen vom KGO-Hofballett. Die Hofkapelle, ein Teil der Stadtkapelle Ochsenhausen und seit Jahren ein treuer Partner der KGO unter der Leitung von Thomas Wolf, sorgte auch diesmal wieder bei den Prunksitzungen für den richtigen Ton. Egal, ob beim Tusch, dem Narrenlied oder unvorhergesehenen Einlagen. Die in diesem Jahr mit vielen neuen Elementen versetzte Prunksitzung in Kuhhausen ging für viele Besucher viel zu schnell vorbei. Wer ebenfalls mit der KGO durch die Zeit reisen möchte, kann dies am 8. und 10. Februar, jeweils um 19.11 Uhr in der Narrhalla „Kapf“, tun. Karten im Vorverkauf gibt es bei Spielwaren Ziesel in Ochsenhausen und an der Abendkasse.