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Tipps für Weihnachtsgeschenke

Studentin sammelt 280 Weihnachtsbücher: Das sind ihre Lesetipps

Äpfingen / Lesedauer: 6 min

Weihnachtsbücher sind die große Leidenschaft von Lea Lutz. 280 Exemplare füllen ihre Regale. Sie erklärt, was ein gutes Kinderweihnachtsbuch ausmacht und gibt Lesetipps.
Veröffentlicht:02.12.2023, 05:00

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Wenn Anfang September die ersten Lebkuchen in den Supermarktregalen liegen, beginnt Lea Lutz wieder, in ihren Weihnachtsbüchern zu schmökern. Rund 280 Exemplare besitzt die Studentin aus Äpfingen inzwischen. Und die Sammlung wächst weiter. Sie erzählt, was für sie eine gute Weihnachtsgeschichte für Kinder ausmacht, wie Eltern das Vorlesen am besten gestalten und welches Weihnachtsbuch sie jedes Jahr wieder liest.

„Ich verlasse selten eine Buchhandlung, ohne etwas gekauft zu haben“, erzählt Lea Lutz. Mit 15 Jahren hat die Äpfingerin begonnen, sich regelmäßig Bücher zu kaufen. 2500 besitzt sie inzwischen. Der Schwerpunkt liegt auf Kinder- und Jugendliteratur.

Von ihrem Wissen über Kinder- und Jugendbücher profitiert sie im Studium. An der Pädagogischen Hochschule Weingarten belegt sie das Fach Elementarbildung, das für Leitungsaufgaben in Kitas und Arbeit mit Kindern im Grundschulalter qualifiziert. „Unsere Professoren wollen vermitteln, dass man Kinder zum Lesen anregen soll“, erzählt die 25-Jährige.

Engagement in Schulbücherei

Dass das mit der passenden Lektüre gelingen kann, sieht Lea Lutz in ihrer Freizeit, wenn sie in der Schulbücherei der Biberacher Braithschule mithilft. Die 25-Jährige hat die Bücherei mit aufgebaut. In Absprache mit den Lehrkräften durfte sie einen Teil der Neubestellungen auswählen. Einmal pro Woche steht sie seitdem in der Bibliothek, nimmt Rückbuchungen vor und schaut, welche Titel ergänzend angeschafft werden sollten.

Das macht ein gutes Weihnachtsbuch aus

Auch Weihnachtsbücher suchte und sucht sie dabei aus. Bei diesen kennt sie sich besonders gut aus, schließlich ist Literatur zum Weihnachtsfest ihre große Leidenschaft. Ein gutes Weihnachtsbuch für Kinder zeichne aus, dass es lustig sei, die Themen Freundschaft und Zusammenhalt aufgreife und natürlich sich der Art, wie gefeiert wird, widme, sagt sie.

Lea Lutz’ Lieblingsbuch erfüllt natürlich all diese Kriterien. „Es ist ein Elch entsprungen“ von Andreas Steinhöfel schildert die Erlebnisse eines Jungen, auf dessen Wohnzimmertisch ein Weihnachtselch kracht. „Skurril, was da alles passiert - ein witziges Buch, sprachlich gut und mit der schönen Botschaft von der Freundschaft“, findet Lea Lutz. Sie selbst hat es so oft gelesen, dass es auseinanderfiel und durch ein neues Exemplar ersetzt werden musste.

Eltern, die auf der Suche nach Vorlesestoff sind, empfiehlt sie auch Adventskalenderbücher, zum Beispiel von Jo Pestum. Am Ende des täglichen Erzählabschnitts stehen bei Pestum Fragen oder ein Rätsel zum Inhalt. „Das ist gut für das Textverständnis und regt die Fantasie der Kinder an.“

So gelingt die Vorlesezeit

Das tägliche Vorlesen sollten Eltern gestalten, rät die Studentin. „Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen, sich mit dem Kind zurückziehen und im Anschluss über das Gelesene zu sprechen.“ Das Kind fragen, was in der Geschichte passiert ist, und die Bilder gemeinsam anschauen, das mache eine gute Vorlesezeit aus. „Wie lang diese am Ende dauert, hängt ganz vom Kind ab. Und wenn es einmal nicht will, lässt man das Vorlesen an dem Tag einfach.“

Alle Jahre wieder liest sie dieses Buch

Lea Lutz schmökert bereits seit Wochen wieder in ihren Weihnachtbüchern. Ein Passendes findet sie immer. Schließlich hat sie im Lauf der Jahre 280 Stück zusammengetragen. Ein paar Wenige hat sie nie ganz gelesen. Sie hatten ihr nicht gefallen. Aber ganz im Sinne der Sammelleidenschaft hat sie sie nicht aussortiert.

Besonders gerne holt sie jedes Jahr Jostein Gaarders „Das Weihnachtsgeheimnis“ aus dem Regal, ein Buch das sich der biblischen Weihnachtsgeschichte mit einer spannenden und rätselhaften Rahmenhandlung in 24 Teilen nähert. Bereits vor 20 Jahren erschien Gaarders Buch. „Ein Klassiker“, sagt Lea Lutz. Zu solchen zählt sie auch das gerade neu verfilmte „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner. Auch wenn die Internatsgeschichte in einer anderen Zeit spiele, sprächen die Grundhandlung und die dargestellten Typen heute noch die Kindern an, sagt die Studentin.

Warum sie Anfang des Jahres viele Bücher kauft

Im Januar, wenn die Feiertage vorbei sind, hat sich für Lea Lutz das Thema Weihnachtsbücher längst nicht erledigt. „Anfang des Jahres verkaufen viele ihre Weihnachtslektüre“, weiß die 25-Jährige. Dann erweitert sie ihre Sammlung und freut sich auf September/Oktober, wenn in den Buchhandlungen Neuerscheinungen liegen. 20 Exemplare hat sie dieses Jahr bereits erstanden. „Es vergeht kein Jahr, in dem ich kein Weihnachtsbuch kaufe“, sagt sie.

Lea Lutz’ Buchtipps für Kinder

Für die Kleinen empfiehlt sie: Annette Moser, Glöckchen das Weihnachtspony. Ein magisches Winterwunder, Loewe. Die Geschichte erzählt vom Pony Glöckchen, das über eine neue Freundschaft andere Freunde vernachlässigt. Doch dann braucht der Weihnachtsmann. „Das Buch erzählt von Freundschaft und davon, dass alle gebraucht werden“, sagt Lea Lutz. Viele Bilder zum gemeinsam Anschauen, kurze Kapitel: „Geeignet für Kinder ab drei Jahren“, findet Lea Lutz.

Der Tipp für Grundschulkinder: Sarah Bosse, Die Spekulatiusverschwörung. Ein Weihnachtskrimi in 24 Kapiteln nach einer Idee von Jo Pestum, Arena. Die Geschichte erzählt von drei Kindern, die herausfinden, dass in der Bäckerei eine Spekulatiusform gestohlen wurde. Die Drei verdächtigen den Cousin einer der Hobbydetektivinnen. Doch hinter dessen seltsamem Verhalten steckt ein anderes Geheimnis. Und der wahre Dieb besitzt einen speziellen Grund, weshalb er die Form braucht. „Spannend!“, sagt Lea Lutz.

Das Buch für Teenager: Jennifer Benkau, December Dreams Adventskalender, 24 Lovestorys & Silvesterspecial, Ravensburger. „Ein Buch für Mädchen im Alter von 14 Jahren“, findet Lea Lutz. „Für jede ist etwas dabei, manchmal besitzen die Geschichten auch Fantasyelemente.“ Ein Adventskalender für Teenies, die etwas Romantisches lesen wollen.

Ihre Leseempfehlung für Erwachsene

Christian Humberg, Mord kennt keine Feiertage. Ein Weihnachtskrimi, Lübbe. Diese Neuerscheinung hat Lea Lutz begeistert. Im Mittelpunkt steht ein Kommissar, der, während ein Schneesturms tobt, in einem Herrenhaus in zwei Mordfällen ermittelt. „Diese Art von Krimi arbeitet mit einem klassischen Ermittler, der beobachtet, befragt und so ohne Action zu Ergebnissen kommt“, sagt Lea Lutz. Das Buch sei ein Beispiel dafür, dass Agatha Christies Erzählweise auch heute noch funktioniere. „Wenn man keine so brutalen Krimis mag, liegt man mit dem Buch genau richtig. Es ist spannend und der Schluss überrascht sehr.“

Marko Leino, Wunder einer Winternacht. Die Weihnachtsgeschichte, Wunderlich. Ein Junge, der seine Familie verloren hat, lebt immer für ein Jahr bei einem anderen Dorfbewohner. Jedes Jahr beschenkt er die Kinder der Gastfamilie, später jedes Kind im Ort. „Ein besinnliches Buch. Es handelt vom Zusammenhalt einer Dorfgemeinschaft und davon, wie der Junge Freunde findet, die ihn ein Leben lang begleiten“, sagt Lea Lutz.

Klüpfel, Kobr, Morgen Klufti wird’s was geben. Eine Weihnachtsgeschichte, Ullstein. Wer etwas Lustiges sucht, ist bei diesem Buch richtig, findet Lea Lutz. Es erzählt, wie Kommissar Kluftiger versucht, das Weihnachtsfest zu retten, ohne, dass seine Frau, die von der Leiter fiel, mitbekommt, was alles schief läuft. „Ein Buch, das man auch lesen kann, wenn man die Kluftigerkrimis nicht kennt“, sagt Lea Lutz.