Sicherheitstor

Sicherheitstor für 130 000 Euro: Luftsportler hoffen auf Leasing-Lösung

Laupheim / Lesedauer: 2 min

Sicherheitstor für 130 000 Euro: Luftsportler hoffen auf Leasing-Lösung
Veröffentlicht:29.09.2009, 01:14
Aktualisiert:26.10.2019, 08:00

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Die Zukunft der beiden Laupheimer Luftsportvereine ist in der Schwebe. Zur Finanzierung des rund 130 000 Euro teuren Sicherheitstores zwischen dem Vereinsgelände und dem Heeresflugplatz haben die Vereine Verhandlungen mit dem Hersteller EADS über ein mögliches Leasinggeschäft aufgenommen.

Am 21. September endete die von der Bundeswehr gesetzte Erklärungsfrist für den Bundeswehr-Luftsportring und den Luftsportverein Diehl Aircabin. Bis dahin sollten die Vereine mitteilen, ob sie die Kosten für das aufgrund verschärfter Sicherheitsbestimmungen notwendige Tor zu tragen. Andernfalls müsse es geschlossen werden, womit den Vereinen der Zugang zum Start- und Landebereich auf militärischem Gelände versagt und die Existenzgrundlage genommen wäre. "Wir kommen nicht drum herum - wir müssen es bezahlen", sagt der Luftsportring-Vorsitzende Eberhard Bauerschäfer resigniert. Da die Hausbank keinen Kredit gebe, sprachen Bauerschäfer und sein Amtskollege Heinz-Holger Hahn vom Luftsportverein Diehl Aircabin mit dem Torhersteller EADS in Bonn. "Die EADS könnte sich vorstellen, einen Leasing-Vertrag mit der Bundeswehr zu schließen, die wiederum uns die Raten in Rechnung stellen müsste", erklärt Bauerschäfer. Einen entsprechenden Antrag habe man in München eingereicht, eine Antwort stehe noch aus.

Dasselbe gelte für einige "technische Details", die man mit der EADS verhandelt habe. So seien die geforderten Infrarotscheinwerfer überflüssig. Bauerschäfer: "Wir fliegen weder nachts noch bei schlechter Sicht." Auch die in den Kostenvoranschlag eingerechnete Entsorgung des alten Tores sei zu teuer, sie könne von den Vereinen in Eigenregie günstiger übernommen werden. "Die EADS prüft diese Dinge in Rücksprache mit der Bundeswehr", so Bauerschäfer. "Trotzdem wird es eine gewaltige Belastung für die Vereine." "Und ein Risiko", ergänzt Heinz-Holger Hahn. Zwar wurde den Vereinen eine Verlängerung des Nutzungsvertrags für das Bundeswehr-Gelän\-de um 15 Jahre in Aussicht gestellt - "aber die Bundeswehr hat ein Sonderkündigungsrecht mit einer Frist von einem Vierteljahr", so Hahn. "Das heißt, wir müssen rund 130 000 Euro investieren auf einem Gelände, von dem man uns quasi von heute auf morgen runter\-jagen kann."

Altenhöfer wehrt sich

Unterdessen hat sich Oberstleutnant Paul Altenhöfer, stellvertretender Regimentskommandeur am Laup\-hei\-mer Heeresflugplatz, gegen Vorwürfe von Seiten der Luftsportvereine gewehrt, man wolle sie möglicherweise loswerden. "Ich kann den Ärger nachvollziehen, aber wir können nichts machen." Die Bundeswehr-Verwaltung in Bonn habe entschieden, dass das Sicherheitstor keinen militärischen Investitionsbedarf darstelle. Verursacher seien allein die beiden Luftsportvereine mit ihrem Wunsch, den militärischen Flugbereich nutzen zu dürfen. Altenhöfer: "Wo kein militärischer Bedarf da ist, darf auch kein Geld fließen."