Fußballschuh

Kinder im Kongo kicken mit Schuhen aus Deutschland

Laupheim / Lesedauer: 3 min

Kinder im Kongo kicken mit Schuhen aus Deutschland
Veröffentlicht:07.07.2010, 13:20
Aktualisiert:26.10.2019, 02:00

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Viele Vereine aus der Region haben hat für das Projekt „Kicken im Kongo“ des gemeinnützigen Vereins „Hallo Kongo“ Fußballschuhe, Trikots und Bälle gesammelt, um Kinder in Afrika zu unterstützen und ihnen eine Freude zu bereiten. Nun ist die erste Ladung in Afrika angekommen, einer weitere ist unterwegs.

Von unserer Mitarbeiterin Sonja Niederer

Vor einem Jahr, mitten in den Vorbereitungen zur WM 2010 in Südafrika, stand sie plötzlich im Raum: Die Bitte der afrikanischen Kinder der kongolesischen Partnerschulen des gemeinnützigen Vereins „Hallo Kongo“. Sie wollten mit Fußball- Schuhen kicken, statt barfuß oder bestenfalls mit Schlappen. Die Bitte fiel bei den Ehrenamtlichen des Vereins auf fruchtbaren Boden. Das Projekt „Kicken im Kongo“ wurde geboren und wuchs zu einer Größe an, die niemand erwartet hätte, sagt Birgit Schoenenberger , Stellvertreterin im Verein. Am Ende wurden 150 Paar gut erhaltene Kick-Schuhe verschiedener Größen, zehn Trikotsätze, 18 Bälle und weit über 100 Paar anderer Sportschuhe gesammelt. Zudem Schienbeinschoner, Ballpumpen, Torwarthandschuhe, ein Klassensatz Sprungseile, eine komplette Schiedsrichter-Ausrüstung und verschiedene Pokale. Ganz vorne mit dabei waren bei der Aktion mehrere Fußballvereine aus der Region zwischen Bodensee und Alb.

Auch in Achstetten wurde bei Schoenenberger‘s eine Sammelstelle eingerichtet. Fleißig gesammelt haben etwa die TSG Achstetten, die Sportfreunde Bronnen, das Carl-Laemmle-Gymnasium, die Olympia Laupheim und der SV Mietingen. „Auch Harry’s Sportshop empfahl seinen Kunden bei Neukauf von Fußballschuhen, die alten der Aktion zur Verfügung zu stellen“, sagt Birgit Schoenenberger. Gefreut hat sie sich über die große Welle der Hilfsbereitschaft. „Fast aus ganz Deutschland sind am Ende Schuhe bei uns gelandet“, berichtet sie. „Vier Koffer sind bereits in Kinshasa, der Hauptstadt des Kongo, angekommen, wo Hallo Kongo an drei Schulen Patenkinder und Projekte unterstützt.“ Groß sei die Freude über die ersten 80 Paar Kickschuhe, die natürlich sofort getestet wurden, gewesen. Besonders hat Birgit Schoenenberger berührt, wenn sie auf den zugesandten Fotos der Schule Kickschuhe wiedererkannt hat. So wie bei einem roten Paar, das bei ihr abgegeben wurden und mit dem jetzt ein Junge aus dem Kongo Fußball spielt. Ein weiterer Transport per Container sei nun unterwegs.

„Sicher wird die Fußballbegeisterung der Kinder auch nach der WM noch groß sein und die Schulen freuen sich, den Kindern sinnvolle sportliche Betätigung bieten zu können“, sagt Schoenenberger. „Turniere und Spiele innerhalb der Schulen und im Wettstreit der Schulen untereinander könnten außerdem eine sinnvolle Erziehung zu Gemeinschaftssinn und Fairness unterstützen.“

Die Aktion „Kicken im Kongo“, sei jetzt abgeschlossen, sagt sie. Aber der Verein hat schon wieder eine neue Aufgabe gefunden. „Die hygienischen Bedingungen an den Schulen sind sehr schlecht“, erzählt die Stellvertreterin. „Auf dem großen Schulhof kann nun zwar Fußball gespielt werden, wer aber eine Toilette braucht, bekommt Probleme“. Für die 650 Schüler und Mitarbeiter stehen nur drei Toiletten zur Verfügung. Die anderen mussten geschlossen werden, da sie völlig beschädigt und verstopft seien. Da der Bau nicht aus den laufenden Kosten der Schule getragen werden kann, ist die Schule auf Spenden angewiesen. „Die ersten 1000 Euro für dieses Projekt „00-sauber!“ sind bereits eingegangen, reichen aber noch lange nicht aus“, erzählt Schoenenberger. „Der Verein ist auf weitere Spenden angewiesen.“

Info: Weitere Infos zu beiden Projekten gibt es unter www.hallo-kongo.de . Spenden, die steuerabzugsfähig sind, können auf das Konto von „Hallo Kongo“, Konto-Nummer 2044311, BLZ: 690 517 25, Sparkasse Salem-Heiligenberg, überwiesen werden -- bitte mit Spenderadresse und dem Stichwort „00-sauber!“.