Sonderzuschuss

Kampf dem Maulwurf-Paradies

Laupheim / Lesedauer: 4 min

Gemeinde unterstützt nach Ratsbeschluss den Sportplatz-Neubau in Bronnen mit über 120 000 Euro
Veröffentlicht:20.12.2016, 19:22
Aktualisiert:23.10.2019, 09:00

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Die Sportfreunde Bronnen erhalten für die geplante Erneuerung ihres Sportplatzes einen Sonderzuschuss der Gemeinde Achstetten in Höhe von bis zu 87 500 Euro. Darauf einigte sich der Gemeinderat am Montag nach längerer Diskussion einstimmig. Die Höchstsumme entspricht 25 Prozent der vom Verein berechneten Gesamtkosten in Höhe von rund 350 000 Euro. Sollten die Kosten niedriger ausfallen, verringert sich die Sonderförderung entsprechend. Darüber hinaus steht den Sportfreunden laut Gemeindeordnung ein Regelzuschuss von zehn Prozent der Baukosten (35 000 Euro)zu, sodass die Gemeinde insgesamt bis zu 122 500 Euro übernimmt.

Vorsitzender Benjamin Baur und Projektleiter Simon Baur hatten dem Gemeinderat in einer ausführlichen Power-Point-Präsentation die Notwendigkeit und die Vorzüge des Projekts für den Verein und die Gemeinde geschildert. Geplant sind ein neuer Rasen auf dem 65 Jahre alten Hauptspielfeld, dazu ein Fußweg und zwei Spielerkabinen, eine Beregnungsanlage auf Haupt- und Trainingsplatz mit Wasserversorgung über einen Brunnen und eine Zisterne, eine neue beziehungsweise ertüchtigte Flutlichttechnik für beide Felder, der Bau eines Technikgebäudes, die Anschaffung eines Rasenroboters und die Ertüchtigung des Fangzauns.

Das 1951 aus einer Wiese zu einem Sportplatz umgebaute Hauptspielfeld sei extrem uneben, auch bedingt durch starken Maulwurfbefall. „Der Platz hat im gesamten Bezirk einen schlechten Ruf“, sagte Benjamin Baur . Der Rasen sei nicht nur schwer bespielbar, sondern auch gefährlich. So hätten sich in dieser Saison bereits zwei gegnerische Spieler platzbedingt schwer verletzt. Dazu falle die veraltete Flutlichtanlage immer wieder aus, sodass der Trainingsbetrieb beeinträchtigt werde. Abgesehen davon liege die Ausleuchtung des Spielfelds weit unter der Norm. Die Beregnungsanlage garantiere eine gute Platzqualität über Jahrzehnte hinweg, ergänzte Simon Baur.

„Sportanlage abrunden“

Nach dem Bau des Trainingsplatzes 1989 und des Sportheims im Jahr 2008 würde „die Umsetzung dieses Projekts unsere gesamte Sportanlage abrunden“, erklärte der Vorsitzende. Er verwies auf die jüngste Entwicklung des Vereins – innerhalb von 15 Jahren sei die Mitgliederzahl von 300 auf 600 gestiegen – und die Verpflichtung, der Jugend und den aktiven Spielern gute Bedingungen zu bieten. Auch die Gemeinde profitiere von einem attraktiven Sportangebot für ihre Bürger. „Wir wollen ja, dass die Fußballer in der Gemeinde bleiben und nicht in Nachbargemeinden wechseln, weil sie dort bessere Bedingungen haben“, meinte Baur. Dass der Verein sorgsam mit Geld umgehe, zeige sich an der ohne Sonderzuschuss der Gemeinde geschulterten Finanzierung des vor acht Jahren für 550 000 Euro erstellten Sportheims: Die Verbindlichkeiten seien bis auf 60 000 Euro getilgt.

Der Zeitpunkt für das Projekt sei nicht nur wegen der derzeit niedrigen Zinsen günstig, sagte Benjamin Baur: „Wir haben ein gutes und engagiertes Team, welches das Projekt sehr gewissenhaft plant.“ Von den 350 000 Euro Gesamtkosten würden voraussichtlich 158 000 Euro durch Zuschüsse des WLSB und Sponsoren gedeckt. Hinzu kämen zehn Prozent, also 35000 Euro, Regelzuschuss von der Gemeinde. „Wir träumen von einem Sonderzuschuss der Gemeinde in Höhe von 100 000 Euro. Dann blieben für uns noch 50 000, die wir schultern könnten“, sagte Benjamin Baur.

In der anschließenden Diskussion signalisierten die Räte grundsätzlich Bereitschaft, die Sportfreunde zu unterstützen, zumal dem Verein dies bei der Debatte um den Sonderzuschuss für die TSG Achstetten zum Bau der TSG-Arena (Soccer-Court) vor zwei Jahren in Aussicht gestellt worden war. „Wir sprechen von den beiden größten Vereinen der Gemeinde“, betonte Claudia Knehr. Der beantragte Betrag von 100 000 Euro ließ jedoch einige Räte schlucken. Man müsse aufpassen, denn man setze damit womöglich eine Marke für andere Vereine, mahnten Paul Bailer, Hans-Dieter Fuchs und Renate Werner. „Der Musikverein musste um einen Zuschuss von 5000 Euro kämpfen“, erinnerte Werner. Außerdem sei die Bereitschaft der Sportvereine enttäuschend, sich etwa bei Projekten der Schulsozialarbeit oder der kommunalen Jugendarbeit zu engagieren. „Da erwarte ich mehr“, meinte sie.

Tatsächliche Kosten maßgebend

Da sich in der Nachbetrachtung die Höhe des Zuschusses für die TSG-Arena als zumindest diskussionswürdig herausstellte und sich so etwas nicht wiederholen dürfe, schlug Bürgermeister Kai Feneberg vor, den Sonderzuschuss für die SF Bronnen an den tatsächlich entstehenden Kosten auszurichten. Paul Bailer und Hans-Dieter Fuchs verwiesen zwar darauf, dass der TSG-Zuschuss vor allem deshalb gewährt worden sei, weil auch die Schule und andere Vereine von der Arena profitierten, dennoch einigte sich der Rat schließlich einstimmig darauf, den Sportfreunden wie auch damals der TSG 25 Prozent der Gesamtkosten zu gewähren – allerdings der realen – und in zwei Jahresraten zu bezahlen.

So sieht der Zeitplan des SFB-Projekts aus: 2. Januar 2017 Antragsstellung beim WLSB, 3. März Beschluss bei der Jahreshauptversammlung, Mitte April 2017 Baubeginn, Frühjahr 2018 Einweihung des erneuerten Sportgeländes.