Landessynode

In den Kirchenparteien ist es „beinahe wie in der Politik“

Laupheim / Lesedauer: 3 min

Jutta Henrich erzählte mit Freude von ihrer Arbeit in den Synoden der Evangelischen Kirche in Württemberg und Deutschland
Veröffentlicht:30.03.2016, 18:32
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Der Männerkreis der Evangelischen Kirchengemeinde Laupheim hatte am Dienstag interessierte Zuhörer zu einem Vortrag von Jutta Henrich über ihre Tätigkeit als Mitglied der Landessynode der Württembergischen Landeskirche und Beauftragte in der Synode der Evangelischen Gesamtkirche Deutschland ( EKD ) geladen. Jutta Henrich ist auch bekannt als Bibliothekarin der Stadtbibliothek Laupheim und seit vielen Jahren für die evangelische Kirche tätig.

„Beinahe wie in der Politik“, so beschreibt die Mandatsträgerin Jutta Henrich das Geschehen in der Landessynode Württemberg und auch in der EKD. Wie in der Politik gebe es verschiedene Strömungen, und so werde eben auch manchmal „gepokert“, sagt Henrich. Aber bei all den Gemeinsamkeiten mit der Politik gebe es einen großen Unterschied, nämlich die Verpflichtung, sich immer wieder zu einigen. „Zusammen auf dem Weg sein“ ist laut der Mandatsträgerin das Motto der Kirchenparteien und eben auch der Unterschied zu politischen Parteien.

Hauptarbeit in Ausschüssen

Im ersten Teil ihres Vortrages ging Jutta Henrich ausführlich auf die Arbeitsweise der Landessynode Württemberg ein. Die Landessynode habe die Aufgabe, kirchliche Gesetze sowie den Haushalt zu verabschieden. Sie besteht aus etwa 100 Mitgliedern, die per Urwahl gewählt wurden. Sie wies besonders darauf hin, dass neben den Plenarsitzungen die Hauptarbeit in Ausschüssen stattfindet. So ist Jutta Henrich Mitglied im Theologischen Ausschuss, im Ältestenrat und im Protokollausschuss der Landessynode.

Eine gewisse „Vorreiterrolle“ hat nach der Meinung von Jutta Henrich die Württembergische Landessynode übernommen, als sie das vollständig papierfreie Arbeiten eingeführt hat. Jeder Mandatsträger ist mit Laptop oder Tablet ausgestattet. „Inzwischen haben sich alle gut damit angefreundet“, antwortet Jutta Henrich auf eine Rückfrage aus den Reihen der Zuhörer nach eventuellen Schwierigkeiten bei der Einführung dieses Systems.

Sein „Plätzchen“ finden

Der zweite Teil des Referates beschäftigte sich mit ihrer Arbeit in der Evangelischen Gesamtkirche Deutschland . Henrich bezeichnete die EKD als das „politische Sprachrohr“ der Protestanten. Wichtigstes Gremium sei hier der Rat der EKD, den sie als das „Gesicht des Protestantismus“ bezeichnete. Besonders spannend sei hier die Wahl der Mitglieder, da viele verschiedene Bewegungen und Interessen abgedeckt werden müssen. Jedes Mitglied muss mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gewählt werden, was die Wahl schwierig gestalte, und so mancher Kandidat wäre laut Henrich schon einmal gerne abgereist. Die EKD sei unübersichtlicher und größer als die Landessynode und man müsse schauen, dass man sein „Plätzchen“ finde. Jutta Henrich ist Mitglied des Vorbereitungsausschusses der EKD-Synode, was ihr sehr viel Freude bereite, da sie den Umgang mit Themen und Texten liebe.

Neben der ausführlichen Darstellung ihrer Arbeit als Mandatsträgerin ging Jutta Henrich auch auf die zahlreichen Fragen der Zuhörer ein, die immer wieder die Chance zur Diskussion ergriffen. Wenn Jutta Henrich erzählte, erlebte man an diesem Abend eine Frau, der die Freude an ihrer Arbeit deutlich anzusehen war.