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„Fußball ist unser Leben“ erobert Platz eins

Laupheim / Lesedauer: 3 min

Die Freiwillige Feuerwehr Bronnen gewinnt auch dieses Jahr den Maibaumwettbewerb der SZ – vor Orsenhausen und Baltringen
Veröffentlicht:01.05.2014, 19:24

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Hermann Sontheimers Augen leuchten vor Freude. 20 Jahre, von 1954 bis 1974, hat er für die Sportfreunde Bronnen Fußball gespielt. Auch mit 77 verpasst er keine Partie seines Vereins. Sontheimer war Torjäger, wie Uwe Seeler , mit dem er das Geburtsdatum teilt: 5. November 1936. Am Mittwochabend bestaunt er den Maien der Freiwilligen Feuerwehr: „Was für ein Baum!“

Wahrlich, das 15-köpfige Team der Bronner Floriansjünger um Roland und Steffi Schick hat erneut alle Register gezogen. Dem 65-jährigen Bestehen der Sportfreunde Bronnen ist ihr Werk dieses Mal gewidmet, und dem Betrachter laufen fast die Augen über ob der Fülle an grandiosem Schnitzwerk (bei dem Heiner Wisthaler dieses Mal assistierte) und anderen liebevollen Details. Am Stamm holt ein Fußballer zum Schuss aus, eingerahmt von kleinen Bällen, Kickstiefelchen und der Inschrift „Fußball ist unser Leben“. Neben dem Stamm stehen auf Rasen eine lebensgroße Figur im blau-weißen Dress und ein Tor, davor lugen zwei knitze Maulwürfe aus der Erde. Hinter dem Stamm darf sich die Jugend an einer Torwand versuchen.

Nur die Krone schwächelt

Die Jury ist hingerissen. Zum vierten Mal in Folge gewinnen die Bronner den Maibaumwettbewerb der Schwäbischen Zeitung Laupheim. Auch die heuer eher zweitklassige Krone ändert nichts daran.

Platz zwei geht an die Feuerwehrkameraden in Orsenhausen. Klassisch in Form und Gestaltung ragt ihr Maibaum in den Himmel; vollendet proportioniert sind Kränze, Schilder, Bändel und Girlanden. Am Fuße des Baums lodert am Mittwochabend ein Feuer, Holzbänke laden zum Verweilen ein, doch ob der frischen Temperaturen ziehen es viele Besucher der Maibaum-Hockete vor, sich in der Scheune der Familie Mayer, die früher Büchsenmanns Seegras-Spinnerei beherbergte, niederzulassen.

Nur einen Tick hinter Orsenhausen liegt auf Platz drei der Maien der Katholischen Landjugend Baltringen. Die jungen Leute haben wiederum ein Thema mit Tiefgang gestaltet. Eine Friedenstaube und das „Peace“-Symbol schaukeln im Abendwind. In den Stamm ist kunstvoll eine zweite Taube geschnitzt, einen Olivenzweig im Schnabel; darunter eine ausgestreckte Hand. „Vor 100 Jahren begann der Erste, vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg, aktuell schwelt die Krise in der Ukraine. Vor diesem Hintergrund wollen wir ein Zeichen setzen“, erklären Corinna Bogenrieder und Christoph Huchler. Neu am Baltringer Maien ist ein Kästle, in dem sich Gläser finden und Likör – für jeden, den danach dürstet. Jedes Mal schön: Das harmonische Miteinander von Jung und Alt bei der Maibaumfete.

Gelandet ist die Friedenstaube am Mittwoch in Wain. Mitglieder der Bude „Altes Haus“ begrüßten die Bude „Bauwagen“ aus Balzheim. Die Balzheimer hatten den Wainern vorige Woche den Maien stibitzt, was die Beklauten nicht wirklich amüsierte. Jetzt hat man aber doch gemeinsam auf den Wonnemonat angestoßen.

Zehn Bäume nahm die SZ-Jury unter die Lupe und entdeckte manch hübsches Detail. Zum Beispiel rote Herzen aus Holz und laminierte Maikäfer aus Pappkarton an einer Birke vor dem Heilig-Geist-Hospital in Laupheim. Oder die Fahnen der Nationen, die an der Fußball-WM teilnehmen, am Baum der Landjugend Untersulmetingen.

Als Gewinner dürfen sich am Ende alle Maibaumsteller fühlen: Sie sorgen dafür, dass ein altes Brauchtum weiterlebt.