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Musik, Akrobatik, Sticheleien

Mit Video: So lustig ging es zu beim Laupheimer Musikerball

Laupheim / Lesedauer: 3 min

Unter dem Motto „Musicalball“ hat die Stadtkapelle ihren Musikerball gefeiert und dabei die Zuschauer mit nackten Wahrheiten konfrontiert – im wörtlichen Sinne.
Veröffentlicht:11.02.2024, 16:18

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Gesang, Tanz, Akrobatik, Kabarett, Blasmusik und eine Handtuchnummer, bei der nicht nur den Darstellern das Herz in die Hose gerutscht sein dürfte (wobei diese bei besagtem Auftritt fehlte) - das Programm der Laupheimer Stadtkapelle am traditionellen Musikerball in der Herrenmahdhalle am Samstag hatte es in sich.

Seit fast 100 Jahren gibt es den Musikerball schon. Seit genau 30 Jahren steht die Fasnet-Veranstaltung jährlich unter einem neuen Motto, erklärte der Vorsitzende der Stadtkapelle, Frank Schneider, vor mehr als 600 Gästen nach dem von Hästrägern begleiteten Einmarsch der Stadtkapelle in die närrisch bunt geschmückte Halle. In diesem Jahr waren die Darbietungen der Stadtkapelle inspiriert von zahlreichen Musicals. „Aus Musikerball wird Musicalball“, so Schneider.

Stadtpolitikern wurde der Narrenspiegel vorgehalten

Und dann begann die abwechslungsreiche Reise durch die Welt der Musicals auch schon. Gleich zu Beginn entführte die Stadtkapelle die Zuschauerinnen und Zuschauer in das Zirkuszelt des „Greatest Showman“, wobei die Effekte von Nebelmaschine und Beleuchtung die gelungene Darbietung unterstrichen.

Weitere Höhepunkte waren eine im besten Sinne alberne Synchron-Haarwaschnummer, angelehnt an das Musical „Hair“, eine herrlich komödiantische Darbietung des „Männer*innen Balletts“ und eine Schattenkampf- und Akrobatik-Show der „Trickster“ vom TSV Laupheim.

Wie es sich für die Fasnet gehört, wurden die Gäste nicht nur mit Akrobatik und Musik ins Staunen versetzt. In den Sketchen der Stadtkapelle wurde ihnen auch immer wieder der Narrenspiegel vorgehalten, insbesondere dem als Eismann „Olaf“ verkleideten Oberbürgermeister Ingo Bergmann als Hauptrepräsentant der Stadtpolitik.

„Damit es nicht mehr nur noch scheint, dass Laupheim Fahrradfahr’n verneint“

Moritz Löffler und Dominik Kyas

So stichelten der Moderator des Abends, Moritz Löffler, und der Programmverantwortliche, Dominik Kyas, in dem musikalisch herausragend vorgetragenen Sketch „Musical über jemanden, der Bus fahren wollte“ gegen den öffentlichen Nahverkehr, der zwar fahre, aber nie dorthin, wo man gerade hin muss.

Als Grundmelodie für ihre Darbietung hatten sie passenderweise Balus Lied „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus Disneys „Dschungelbuch“ gewählt. Als Alternativvorschlag zum Bus regten sie einen Schiffsverkehr auf dem Laubach an, merkten dann aber, dass auch dieser seine Grenzen hat: „Und wenn dann eine der Brücken kommt, dann endet deine Fahrt auch prompt. Ich merk grad, das ist dümmer als es schien“, sang Kyas.

In einer Zukunftsvision erträumte sich das Duo schließlich einen Fahrradweg durch das gesamte Stadtgebiet: „Damit es nicht mehr nur noch scheint, dass Laupheim Fahrradfahr’n verneint“, schickten sie eine klare Botschaft in Richtung der Stadtpolitik.

Auch die in die Jahre gekommene öffentliche Toilette am Rathaus wurde von einem Quartett rund um den technischen Leiter der Stadtwerke, Raymond Ihle, auf die Schippe genommen. Bei dem vorgeführten Sketch gab es Pissoir-Bekanntschaften, die einem die Haare zu Berge haben stehen lassen. Die Show gipfelte im Füllen eines Bierkrugs durch einen Kellner: „Doa donda hodt scho wieder Oiner a alkoholfreis Bier bstellt.“

Gewagte Handtuchnummer 

Die vorletzte Nummer der ausgefeilten Show bestritten die „mutigsten Männer der Stadtkapelle“, wie Moderator Moritz Löffler sie nannte. Manuel Betz und Jan Fischbach vollführten einen gewagten Balletttanz, bei dem sie mal mehr, mal weniger gut von einem Handtuch verhüllt wurden. Darunter waren die beiden Männer splitterfasernackt. Wer noch nicht genug habe, der könne die beiden Männer später als Saunagänger auf der Feier treffen, erklärte Löffler, als Betz und Fischbach unter lautem Beifall die Bühne verlassen hatten.

Die Show gipfelte schließlich in einer klanggewaltigen Schlagzeugnummer, bei der alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer nochmals auf die Bühne kamen, bevor die „United Dance Band“ für die After-Show-Party das musikalische Zepter übernahm.

Trotz der kleinen Sticheleien in Richtung der Stadtpolitik zeigte sich OB Ingo Bergmann begeistert von dem Musical-Ball der Stadtkapelle. Besonders angetan hatte es ihm eine Musical-Revue der Vereinsjugend mit Sketchen, Tänzen und einem stetig wechselnden Bühnenbild. „Das fand ich toll“, betonte der OB, bevor er sich mit seiner als Elsa verkleideten Ehefrau in die feiernde Menge begab.