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Feuerwehrhaus

Ein neues Zuhause für die Feuerwehr

Baltringen / Lesedauer: 4 min

Im Jahr 2014 hat die Planung begonnen – nun ist das Haus in Betrieb genommen
Veröffentlicht:25.09.2020, 18:32

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Das neu erbaute Feuerwehrhaus in Baltringen ist vollendet und eingerichtet. Am Mittwoch hat Bürgermeister Robert Hochdorfer es der FFW Baltringen übergeben. Coronabedingt fand dies im kleinen Rahmen statt. Im neuen Jahr soll die Fertigstellung und der Bezug mit einem Fest samt Tag der offenen Tür gefeiert werden.

Das neue Feuerwehrhaus ist nicht zu übersehen. Direkt neben dem Kreisel Richtung Laupheim lenkt der kubische Bau die Augen der Verkehrsteilnehmer auf sich. Dieser Standort war auch bei der Übergabe wichtiges Thema. Jetzt sei der Verkehr zwischen ankommenden Feuerwehrleuten und ausrückenden Fahrzeugen klar getrennt. Diese Regelung entspreche den Vorschriften, betonte Kommandant Reiner Gantner . Der neue Standort gewährleiste zudem, dass die Einsatzorte in der Gemeinde schnell und gefahrlos erreicht werden könnten.

Mit etwas Schaudern dachte so mancher Feuerwehrmann an den zunächst geplanten Standort in Nachbarschaft zum bisherigen Feuerwehrhaus an der Dürnach. Eine schlecht einsehbare Kreuzung hätte man überqueren müssen. Die im Jahr 2014 begonnene Planung für eine Umnutzung des alten Kindergartens und den Neubau einer Feuerwehrgarage waren bereits fertig, der Rote Punkt zugestellt, da kam das Hochwasser. Das Feuerwehrhaus stand über einen Meter hoch unter Wasser. Etliche Fahrzeuge der Floriansjünger wurden von den Wasserfluten hinweggespült – und auch die Pläne für ein künftiges Feuerwehrhaus. Die Neubaupläne gingen zurück auf Start. „Das Hochwasser hatte auch etwas Gutes“, war am Mittwoch zu hören.

Jetzt also standen Rathaus-Bedienstete, Feuerwehrleute, Architekt Herbert Schulz und Vertreter des Gemeinderates vor einem komplett neuen Feuerwehrhaus. Kommandant Reiner Gantner übernahm die Führung durch den Neubau. Dabei absolvierten alle Teilnehmer die Stationen eines Feuerwehrmannes bei einem Einsatz. Der Kommandant lobte die großzügige Fläche für Parkplätze. Den Außenbereich gestalteten die Wehrleute in Eigenregie. „Das habt ihr richtig gut hinbekommen“, so Bürgermeister Hochdorfer zufrieden. „Die spezielle Zugangstür ist im Fall eines Alarms automatisch geöffnet“, erklärte Kommandant Gantner.

Beim Einsatz geht es nach dem Betreten des Gebäudes sogleich in den Umkleidebereich. 52 Spinde für Stiefel, Einsatzjacken und -hosen sowie Helme sind eingerichtet. Sollten sich künftig Frauen für die Aufgaben der Feuerwehr begeistern lassen, dann bestehen keinerlei Hindernisse mehr. Umkleide- und Sanitäranlagen sind für beide Geschlechter vorhanden. Beim Umziehen können Infos der Leitstelle mitverfolgt werden.

Dann geht es über die Schmutzschleuse und Funkbereich zu den Einsatzfahrzeugen. „Die Leute rüsten sich vor dem Start zum Einsatzort in der Halle noch aus – dann geht’s los“, so der Kommandant. Der Clou: Die Abgase der Einsatzfahrzeuge werden über einen Schlauch abgeleitet und dieser beim Verlassen des Gebäudes automatisch abgekoppelt. Die Feuerwehrhalle ist mit ausgemusterten Schwerlastregalen ausgestattet. Ob ein Waschplatz eingerichtet werden soll, war aus finanziellen Gründen lange Zeit in der Schwebe. Jetzt ist er da. Viel Lob gab es für den Übungsbereich auf der West- und Nordseite des Gebäudes. Hier können die Feuerwehrleute für den Ernstfall exerzieren.

Zurück ging die Führung durch das Haus am Funkraum vorbei in das obere Stockwerk. Hier verfügen die Wehren der Gesamtgemeinde über eine gemeinsame Kleiderkammer. Man konnte einen Blick in das Kommandantenbüro werfen. „Jetzt können wir unsere Ordner hier lagern, nicht mehr zu Hause“, sagte der Kommandant. Die Büromöbel sind eine Erbschaft aus dem früheren Raiffeisenbank-Gebäude, das vorübergehend in den Besitz der Gemeinde gekommen war. Die Hausführung endete im Schulungsraum der Feuerwehr.

Hier ergriff Bürgermeister Hochdorfer das Wort. Er erinnerte an die „lange Vorgeschichte“ des Hauses. „Wir können stolz sein auf das Ergebnis“, stellte er fest. Planerisch mache das Feuerwehrhaus „ein sehr gutes Bild.“ Er bekomme positive Rückmeldungen aus der Bürgerschaft. Der Rahmen von 1,3 Millionen Euro für den Neubau könne eingehalten werden.

Hochdorfer machte den Feuerwehrleuten Hoffnung, dass schon bald ein Mannschaftstransportwagen und ein neues Mittleres Löschfahrzeug in der Garage stehen werden. Die Überlegungen zur Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs gaben einst Anlass zur Planung eines neuen Feuerwehrhauses.

„Wir haben jetzt ein an der Zukunft orientiertes Gebäude“, stellte Kommandant Reiner Gantner in seiner Ansprache fest. Es trage zum Schutz aller Bürger in der Gemeinde Mietingen bei. „In den letzten Jahren haben wir dazu viel Planungsarbeit leisten müssen.“ Gantner dankte allen am Bau Beteiligten. Er hob Peter und Werner Seifert für die Unterstützung bei der Bauleitung, seinen Stellvertreter Maik Braun und Gerhard Schmid bei der Verwirklichung der Außenanlagen hervor. Pfarrer Johnson Kalathinkal betete zum Abschluss um Gottes Segen für das Haus und das Wirken der Floriansjünger.