Diehl Aircabin

Diehl Aircabin in Ungarn wächst rasant

Laupheim / Lesedauer: 2 min

Aus Nyírbátor werden bald auch Bauteile für den Airbus A 380 geliefert – Es entstehen 280 neue Arbeitsplätze
Veröffentlicht:28.11.2014, 18:01
Aktualisiert:24.10.2019, 08:00

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Diehl Aircabin Hungary, die ungarische Unternehmenstochter des Laupheimer Flugzeugkabinenausstatters Diehl Aircabin, wächst rasant. Am Freitag wurde der Grundstein für eine zweite Produktionshalle gelegt.

1200 Kilometer liegen zwischen Oberschwaben und der Kleinstadt Nyírbátor im Nordosten Ungarns, nahe der rumänischen Grenze. Seit zwei Jahren fertigt die damals neu gegründete Diehl Aircabin Hungary dort Bauteile überwiegend für Flugzeuge der Airbus A 320-Familie, vor allem Klimarohre sowie Tür- und Türrahmenverkleidungen. Sie werden nach Laupheim geliefert und fließen in die Serienproduktion bei der Muttergesellschaft ein.

Mit dem Bau einer rund 5000 Quadratmeter großen Werkshalle samt Bürogebäuden will Diehl die Kapazitäten in Nyírbátor jetzt beträchtlich erweitern. Der ungarische Standort soll ab dem vierten Quartal 2015 auch Teile für das weltgrößte Passagierflugzeug Airbus A 380 herstellen. Die Belegschaft verdoppelt sich, es entstehen 280 neue Arbeitsplätze. Das Investitionsvolumen beträgt rund acht Millionen Euro.

Hintergrund sind die gestiegenen Produktionsraten in der Luftfahrtindustrie; das jüngste Airbus-Programm A 350 bringt einen weiteren Wachstumsschub. Zugleich gehe es darum, die Wettbewerbsfähigkeit von Diehl Aircabin zu sichern, sagte Hans Peter Traber, Sprecher der Geschäftsleitung, der Schwäbischen Zeitung. „Der Preisdruck auf die Zulieferer wird immer größer, am Standort Laupheim allein könnten wir dem nicht begegnen.“ In Ungarn sind die Stundenlöhne niedriger als in Deutschland.

Traber betont, dass der Ausbau der Kapazitäten in Nyírbátor keine Jobs bei Diehl Aircabin in Laupheim koste. Das Unternehmen beschäftigt hier aktuell rund 1700 Mitarbeiter. Mehr als 600 Kabinenausstattungen werden dieses Jahr an den Hauptkunden Airbus geliefert.

Der Serienhochlauf des neuen Langstreckenjets A 350 erfordert auch in Laupheim zeitnah eine Werkserweiterung. Ein Logistikzentrum speziell für den Umschlag der Container mit A 350-Bauteilen soll neben der A 380-Halle errichtet werden. „In zwei Jahren muss es stehen und funktionieren“, sagte Hans Peter Traber im Oktober anlässlich des Besuchs von Brigitte Zypries, Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium; andernfalls wären die anvisierten Fertigungsraten nicht zu realisieren. Airbus hat mehr als 800 Bestellungen für die A 350 in den Büchern.