Abfallwirtschaftsbetrieb

So stellen Schüler aus Altpapier neues Papier her

Kirchdorf / Lesedauer: 2 min

2a der Michael-von-Jung-Schule lernt, wie die Wiederverwertung von Papier funktioniert
Veröffentlicht:27.02.2019, 14:13
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

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Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Biberach engagiert sich seit Jahren in der Umweltbildung an Schulen. Dazu gibt es zahlreiche kostenlose Angebote – von einer „Müllvermeidungsshow“ mit Jo Brösele über Basteln mit Abfallmaterialien bis hin zum Papierschöpfen. Letzteres hat Abfallberaterin Marlies Grötzinger vor Kurzem mit den 18 Schülern der Klasse 2a der Michael-von-Jung-Schule in Kirchdorf gemacht.

Einen Vormittag lang lernten die Schüler, wie Papier hergestellt wird, wo Papier gespart werden kann und wie dessen Wiederverwertung funktioniert: Aus Altpapier durften sie neues Papier selbst herstellen.

Eltern begrüßen Projekttag

Zwei bis drei Mal pro Woche ist Marlies Grötzinger im Landkreis Biberach unterwegs, um jungen Menschen die Themen Abfall, Sortierung, Vermeidung und Wiederverwertung näherzubringen. Vom Kindergarten bis zu weiterführenden Schulen. So nun auch an der Kirchdorfer Michael-von-Jung-Schule, wo sie auf Einladung der Lehrerin Andrea Zimmermann zu Gast war.

„Die Eltern haben diesen Projekttag sehr begrüßt“, sagt Zimmermann. Und die Kinder lauschen an diesem Vormittag gebannt, was Marlies Grötzinger alles zu erzählen hat: Dass die Deutschen „Weltmeister“ im Papierverbrauch sind, welche unterschiedlichen Papiersorten es gibt, woraus Hefte und Bücher hergestellt werden, wie wichtig Bäume für das Leben auf der Erde sind.

Mit Blumen und Tieren verschönert

Nach der kurzen Einführung dürfen sich die Schüler selbst im Papierherstellen versuchen. Alte Zeitungen werden in Stücke und Schnipsel gerissen und in kleinen Eimern mit kochendem Wasser vermischt. „Das wird bereits ein Papierbrei“, erklärt Marlies Grötzinger, mit einem Mixstab gehe das aber noch viel schneller.

So mixen die Schüler fleißig Wasser und Papierschnitzel, bis daraus ein einheitlicher Brei wird. Oder wie ein Schüler nach dem Blick in den Eimer mit den grünen Schnipseln sagt: „Spinatsuppe“. Anschließend kommt die Masse in einen großen, mit Wasser gefüllten Behälter, aus dem die Schüler dann mit Rahmen das Papier schöpfen können.

Nachhaltige Wirkung

Die nasse Papiermasse im Rahmen wird mit zuvor aus Servietten ausgeschnittenen Motiven dekoriert: Luftballons, Blumen, Tieren – begleitet von den begeisterten Ausrufen der Schüler angesichts der schönen Kunstwerke. In Zweiergruppen stellt jeder Schüler selbst sein individuell gestaltetes Papier her.

„Die Schüler machen wirklich klasse mit“, lobt Grötzinger. Überhaupt seien Kinder für die Themen der Umweltbildung sehr offen. Grötzinger nennt exemplarisch den Müllsammeltag, der bei den Kindern erfahrungsgemäß eine große nachhaltige Wirkung habe. Doch auch der Projekttag in der 2a der Michael-von-Jung-Schule scheint bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. So antwortet Benedikt auf die Frage, was er an diesem Tag gelernt habe: „Dass man altes Papier nochmal verwenden kann.“