Meine Heimat

Karbatschenknall erklingt vor dem Rathaus

qLaupheim / Lesedauer: 2min

Fuhrmänner schnellen die Fasnet ein
Veröffentlicht:24.01.2023, 11:45
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Am vergangenen Sonntag trafen sich die Fuhrmänner der Laup'r Waidäg zum ersten Mal zum „Einschnellen“ der Fasnet. Eine Stunde lang erklang unablässig der scharfe Knall der Karbatschen. Auch einige Waidäg hatten sich eingefunden und auch ein kleines Publikum. Das Einschnellen soll in Zukunft ein weiterer Bestandteil gelebten Brauchtums in Laupheim sein und der Bevölkerung signalisieren, dass die Fasnet begonnen hat. Denn der Fasnetsbeginn für die Narren, das Abstauben der Häser am Dreikönigstag, vollzieht sich für Nicht-Narren im Stillen.

Die Fasnet zu den Menschen zu bringen und die Pflege des traditionellen Fasnetsbrauchtums haben sich die Waidäg seit nunmehr fast 40 Jahren auf die Fahnen geschrieben, davon zeugen über das Anschnellen hinaus die weiteren Veranstaltungen der Narrenzunft. Zu nennen ist hier z. B. das Hochfest der Waidäg, der „Narradag“. Seit einigen Jahren wird er immer am Sonntag vor der Fasnetswoche gefeiert. Hier sind die klassischen Qualitäten der Narren gefragt: Dem Publikum wird der Spiegel vorgehalten, es wird „aufgesagt“, die Obrigkeit aufs Korn genommen, getanzt, gehüpft, gelacht. Die Waidäg legen Wert darauf, dass es Fasnet zum Mitmachen, nicht nur zum Zuschauen ist.

Auch der Hemdglonker-Umzug am glombigen Donnerstag zählt zu den klassischen Fasnetsbräuchen. Hier ist jeder eingeladen, mitzumachen. Im Nachtgewand und mit allerlei Krachgerät ziehen die Narren durch Laupheims Straßen und Kneipen.

Bei der „Amtsstubenbegehung“, seit einigen Jahren auch am glombigen Donnerstag, muss sich die Stadtverwaltung und, seinen Mitarbeitern voran, der Bürgermeister den Narren stellen.

Ein weiteres Highlight unter den Veranstaltungen ist der Kinderball, den die Waidäg seit vielen Jahren am Rosenmontag in der Herrenmahdhalle veranstalten. Hier sind die kleinen „Mäschkerle“ im Mittelpunkt. Spiel und Spaß, Musik und Tanz und immer auch einige „Waidäg zum Anfassen“ werden hier den Kindern geboten.

Am Tag danach geht die Fasnet dann schon wieder tränenreich zu Ende: Die Waidäg verbrennen unter Wehklagen ihren Fasnetsbären und tragen dessen Asche in einem Trauermarsch hinunter zum Rathaus, wo diese den Fluten des Laubachs übergeben wird.

Was alle Programmpunkte eint, ist die Nähe zum Publikum. Der Waidag sucht immer den persönlichen Kontakt und freut sich über Ansprache, ein gewitztes Wort und natürlich: Fasnetssprüchle!


Die hier veröffentlichten Artikel wurden von Vereinen und Veranstaltern, Kirchengemeinden und Initiativen, Schulen und Kindergärten verfasst. Die Artikel wurden von unserer Redaktion geprüft und freigegeben. Für die Richtigkeit aller Angaben übernimmt schwäbische.de keine Gewähr.