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Kulturpreis

Junge Schauspielerin erhält Kulturpreis

Biberach (vo) / Lesedauer: 2 min

Junge Schauspielerin erhält Kulturpreis
Veröffentlicht:19.04.2012, 09:15

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„Mit dem Preis würdigt der Zonta-Club Oberschwaben Barbara Dusslers langjähriges Engagement im kulturellen Bereich und möchte gleichzeitig ihren beruflichen Werdegang unterstützen und fördern“, so die Präsidentin des Clubs Helene Selg.

Die junge Künstlerin erhielt den Preis von 1500 Euro in der Jugendkunstschule, in deren Inszenierungen sie viele eindrucksvolle Rollen gespielt hat wie etwa „Nobody“ in der „Westside-Story“. Im „Dramatischen Verein“ spielte sie so unterschiedliche Menschen wie die Titelpartie in der „Kleine Lord“ mit ihrer mädchenhaften Zartheit als anrührender kleiner Junge oder die klassische Schillergestalt der liebenden und leidenden „Luise“ in „Kabale und Liebe“.

Nach ihrem Abitur 2010 bestand sie die Aufnahmeprüfung an der Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München, und das schaffen nur wenige. Alt-Oberbürgermeister Claus-Wilhelm Hoffmann hielt die Festrede mit dem Titel „Warum brauchen wir Kultur?“. Hoffmann ging auf die Zeit ein, als Bildung und Kultur ein Privileg sogenannter höherer Stände waren, dass sich seit der Aufklärung aber der Gedanke und das Ziel der „Bildung für alle“ mehr und mehr durchsetzte. Nachdem Kultur in der Nazizeit pervertiert worden war, eröffnete sich nach deren Ende die Chance, Kultur zu leben. Hoffmann: „Kultur ist die Entwicklung und Nutzung aller Fähigkeiten des Menschen, der kognitiven, der kreativ-musischen ebenso wie derjenigen des Umgangs mit anderen Menschen.“ Hoffmann betont, dass heute auch die „Fähigkeit zum Frieden, zu gewaltloser Konfliktlösung Ziel höchster erreichbarer Kulturstufe“ sein mag, zitiert Albert Schweizer: „Kultur schafft Frieden!“ Der Redner appelliert: „Finanzierung von Kultur und Bildung ist nicht Subventionierung von Daseinsluxus, sondern nachhaltige Investition in die Zukunft unseres Volkes!“

Marianne Nestle ging auf den Werdegang der Preisträgerin vom ersten Schauspielunterricht , den sie in der Jugendkunstschule mit sieben Jahren erhielt bis zu ihrem Weggang nach München zum Schauspielstudium ein. Barbara Dussler bedankte sich mit Gefühlsbewegung und emotionaler Wahrhaftigkeit, gab dann eindrucksvolle Proben ihrer Sprachkultur. Vom Schriftsteller Jan Weiler sprach sie einen satirischen Text über Fernsehunterhaltung, mit dem sie ihre sprachlich differenzierte Ausdrucksfähigkeit auskostete.

Dann gestaltete sie einen Text von Lola Arias, am Boden sitzend, zerbrechlich und doch stark, spielte eine junge Frau, die ihren Weg sucht, sich durchsetzen wird. Barbara Dussler offenbarte stupende Interpretationskunst, totale Kongruenz von Text, Körpersprache, dem Gesicht als Resonanzboden aller Gefühle.