Generalsanierung

Kindergartenkinder beziehen sanierte Räume

Ingoldingen / Lesedauer: 3 min

Gemeinderat muss entscheiden, ob Krippe neu gebaut oder dauerhaft in Grundschule untergebracht wird
Veröffentlicht:31.08.2017, 11:54
Aktualisiert:23.10.2019, 02:00

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Die Generalsanierung des Kindergartens in Ingoldingen ist abgeschlossen. Nachdem die beiden Gruppen ein halbes Jahr provisorisch im Altbau der Grundschule untergebracht waren, sind die Kinder diese Woche wieder in ihre alten Räume eingezogen. Diese sind jedoch kaum wiederzuerkennen, denn es ist fast nichts beim Alten geblieben.

Alles ist deutlich heller und moderner. Die Böden sind in einem hellen Grauton gehalten, die Wandverkleidungen und die Garderobe sind aus hellem Holz. Die neuen Fenster lassen viel Licht in die Räume und vor allem die Neugestaltung des Eingangsbereichs verändert das Erscheinungsbild der Einrichtung wesentlich. „Wir haben uns auf den Umzug richtig gefreut und auch die Rückmeldungen der Eltern sind durchweg positiv“, sagt Leiterin Susanne Burger . Am meisten freut sie sich, dass nun der Platz oberhalb des Eingangsbereichs besser genutzt werden kann. Dort ist ein zweites Stockwerk entstanden, in dem die Kinder frei spielen können. Solche „Stuben“ gibt es nun mehrere im Kindergarten. Im Alltag bieten sich den Kindern daher viele Möglichkeiten, sich zwischendurch zurückzuziehen. „Jedes Kind hat weiterhin seine feste Stammgruppe, zwischendurch kann es sich jedoch frei bewegen und so auch mit den Kindern aus der anderen Gruppe in Kontakt treten“, erklärt Burger.

Währenddessen sind die Handwerker in der Grundschule noch fleißig am Werkeln. In jene Räume im Altbau, in denen nun zuletzt die Kindergartenkinder untergebracht waren, soll Mitte September eine Krippengruppe á zehn Kinder einziehen. Der Platz in der bisherigen Krippe reicht nicht aus, um dort eine dritte Gruppe unterzubringen. Insgesamt sieben Räume werden derzeit in der Grundschule renoviert, wobei die Arbeiten sich hauptsächlich auf die Decken und die Beleuchtung konzentrieren. 70 000 Euro kostet das die Gemeinde. Zwei dieser Räume sollen auch in Zukunft als Klassenräume genutzt werden, die anderen für die Kleinkindbetreuung. „Die Nachfrage nach Krippenplätzen steigt kontinuierlich und schon jetzt ist abzusehen, dass wir in Kürze auch eine vierte Gruppe einrichten müssen“, erklärt Bürgermeister Jürgen Schell .

Nach den Sommerferien soll der Gemeinderat Ingoldingen daher eine Grundsatzentscheidung treffen: Soll die Krippe langfristig in den Räumen der ehemaligen Hauptschule untergebracht werden und dort ein weiterer Anbau entstehen? Oder ist es sinnvoller, ganz neu zu bauen? „Solange der Rechtsanspruch auf einen Krippen- und Kindergartenplatz gilt, reicht es nicht aus, für nur 30 Prozent einen Platz bereitzuhalten“, erklärt Schell. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeige, dass die Nachfrage nach früher Betreuung kontinuierlich steige. Auch im Kindergartenbereich sei ein weiterer Ausbau unvermeidbar. Sonst gehe die Gemeinde das Risiko ein, verklagt zu werden. Im November, so der Plan, wird daher eine dritte Kindergartengruppe eingerichtet. Auch diese wird vorerst im Altbau der Schule untergebracht.

Da aber gleichzeitig auch die Schülerzahlen mittelfristig steigen, ist fraglich, ob das tatsächlich zur Dauerlösung werden kann. Momentan sind alle Klassen in der Grundschule einzügig. Laut Schell ist es jedoch nicht unwahrscheinlich, dass sich das in ein paar Jahren wieder ändert. Auch, weil die Gesamtgemeinde in den nächsten drei, vier Jahren gleich mehrere Baugebiete erschließen wird. Zudem haben sich im kommenden Schuljahr deutlich mehr Kinder für die Ganztagsbetreuung an der Schule angemeldet als zuvor. Auch dafür braucht es Platz.