Hürbel

Schloss Hürbel leuchtet

Hürbel / Lesedauer: 3 min

500-Jahr-Feier mit vielen Gästen und ein wenig italienischem Flair
Veröffentlicht:29.07.2022, 19:53
Aktualisiert:29.07.2022, 19:54

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Zum Festakt der 500-Jahr-Feier ist das Schloss Hürbel ordentlich herausgeputzt gewesen. Die Besucher wurden mit teils frisch restaurierter Fassade, frisch gekiestem Schlosshof und Blumen über Blumen empfangen. Bei schönstem Wetter hatte das Ganze etwas von italienischen Flair. Sogar mehr als 50 Jahre alte Oleanderbüsche zierten den Hof.

Claudia Schad, Vorsitzende des Fördervereins Schlos Hürbel, begrüßte die Gäste. Die Abgeordneter Josef Rief und Thomas Dörflinger betonten in ihren Reden die Wichtigkeit des Erhalts historischer Denkmäler als Kulturgut, wozu Schloss Hürbel maßgeblich gehört. Sie lobten das Engagement der Eigentümer, das in den vergangenen neun Jahren mit hohem finanziellen Einsatz und bisher mehr als 54 000 Arbeitsstunden das Schloss einer zeitgemäßen Nutzung zugeführt habe. Hervorgehoben wurde auch die Unterstützung durch Denkmalamt und Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Die Bundestagsabgeordneten Josef Rief und Martin Gerster hatten sich 2017 dafür eingesetzt, dass das Schloss in ein Sonderprogramm der Denkmalschutzförderung aufgenommen wurde. Allein die Finanzierung der Restaurierung der einmaligen Reviellion-Tapeten in Schloss Hürbel in Höhe von 230 000 Euro hätte die Eigentümer finanziell überfordert. Karl Grimm vom Förderverein gab einen geschichtlichen Überblick und nannte die Verbindung der Erbauer, der Herren von Freyberg, zu anderen Adelsgeschlechtern.

Emotional wurde es, als zwei Ehemalige des früheren Kinderheims St. Josef das Wort ergriffen. Schwester Wiltrud lebt heute 88-jährig im Kloster Bonlanden, war über viele Jahre im damaligen Kinderheim in Schloss Hürbel eine liebevolle Mutter für verlassene Kinder. Sie erzählte vom Ordensleben im Schloss. Als Cilly Obergfelll sprach, die im Kinderheim in Schloss Hürbel aufgewachsen war, wurde manches Auge der Gäste feucht. Sie erzählte, wie traurig es für die Kinder war, als bei Schließung des Heims alle auseinandergerissen und bei fremden Familien untergebracht wurden. Lange Zeit hatten sich die Heimkinder aus den Augen verloren, ehe sie sich nach Jahren wiederfanden.

Die Schlosseigentümer Egon Dietz und Heidrun Weinert gaben in einer Diashow Einblicke von der Entwicklung seit Übernahme des Schlosses. Aktuell verfügt das Schluss über sechs restaurierte Wohnungen und fünf Büros, die fest oder als Ferienwohnungen vermietet sind. In den vergangenen Jahren kamen Feriengäste von allen Kontinenten.

Zum Abschluss des Abends trafen sich die Gäste im Refektorium, in dem der Förderverein bewirtete und es Möglichkeiten zum Austausch und Kennenlernen gab. Das Ehepaar Ehrig-Metz begleitete zauberhaft mit Gesang und E-Piano sowie Trompete den Abend, der auch unter dem Motto „Schloss Hürbel leuchtet“ stand. Das Gebäude erstrahlte in den Farben Rot und Gelb. Viele Neugierige fanden sich auf dem Schlosshof zum Plausch oder einfach zum Genießen ein.

Der Sonntag war Familientag. Viele Helfer des Fördervereins, der für das Fest verantwortlich war, hatten bei der Vorbereitung geholfen, ebenso Nachbarn, Freunde und Familienmitglieder. Damit alle Gäste entspannt an den festlich arrangierten Tischen sitzen konnten, wurde eine Sonnensegelkonstruktion am Gebäude und an den Bäumen angebracht. Zudem gab es exklusive Schlossführungen durch die Privaträume.

Ein Geschichtsvortrag von Karl Grimm für die Großen, eine Zauberschau nach brasilianischer Art von Raphael Almeida und Kutschfahrten für die Kleinen sowie eine Märchenerzählerin sorgten für Kurzweil. Der Förderverein und der Hürbler Sportverein hatten für Essen, Trinken und Kaffee gesorgt. Kurzfristig hatte sich der Männerchor von Gutenzell-Hürbel angekündigt und unterhielt die Gäste.

Dass Schloss Hürbel in den kommenden Jahren weiter erblühen kann, daran wird schon gearbeitet. In diesem Jahr soll die Außenfassade weiter vervollständigt und restauriert werden.