Narrenzunft

Schildträger aus Leidenschaft

Ringschnait / Lesedauer: 4 min

Andreas Löffler ist seit 15 Jahren „Wolfsrälle“ und Schildträger in der Narrenzunft Ringschnait
Veröffentlicht:29.01.2015, 11:43
Aktualisiert:24.10.2019, 06:00

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„Ich muss schon sagen, die Narrenzunft Ringschnait hat eines der schönsten Schilder überhaupt“, sagt Andreas Löffler. Und er muss es wissen, schließlich ist er Schildträger der Zunft – das Schild hat er selbst gestaltet.

Auf der Tafel, die Andreas Löffler aus einer Schichtholzplatte selbst ausgesägt hat, sind die beiden Ringschnaiter Narrenfiguren „Wolfsrälle“ und „Kräuterweible“ abgebildet. Die hat Andreas Löffler von Hand mit Wasserfarben aufgemalt „und x-mal fixiert, schließlich muss das Schild ja auch regenfest sein“, erklärt er. Auch Hasenfell und Spitze hat er eigenhändig gestaltet und angebracht.

Auf der Rückseite des Schildes befindet sich das Wappen von Ringschnait. „Damit unsere Tafel von hinten genauso schön ist wie von vorne.“ Mit dem mannsgroßen und drei Kilo schweren Schild läuft Andras Löffler bei jedem Umzug – in diesem Jahr sind es 16 Stück – vor der Kindergruppe der Narrenzunft her. „Die Kinder lernen von Beginn an, immer in meiner Nähe zu bleiben“, sagt er. Weil das Sichtfeld durch die Masken stark eingeschränkt sei, sei es für die Kleinen zu gefährlich, beim Sprung in der Gruppe der Großen mitzulaufen. „Sonst könnte es passieren, dass aus Versehen jemand umgerannt wird“, erklärt Löffler.

Schönste Zeit im Jahr

Mit den Kindern zu laufen, macht dem Ringschnaiter nichts aus. Denn Fasnet , das ist für Andreas Löffler auch eine Familienangelegenheit: Sein Bruder Norbert Löffler hat vor 17 Jahren die Narrenzuft Ringschnait mit gegründet, er selbst ist seit Beginn Mitglied. „Im ersten Jahr allerdings nur passiv, schließlich musste ich für’s Häs erst sparen“, erzählt er. Schon ein Jahr später kauft sich Andreas Löffler dann das 750 Euro teure Häs des Wolfsrälles und läuft bei den Narrensprüngen mit. Am besten gefällt ihm die freundschaftliche Atmosphäre innerhalb, aber auch zwischen den unterschiedlichen Zünften. „Auch wenn man sich manchmal ein Jahr nicht gesehen hat – die Freundschaften bleiben und man freut sich, einander zu treffen“, sagt Andreas Löffler.

Für ihn sei die Fasnet einfach die schönste Zeit im Jahr. „Wir machen unterm Jahr wenig Urlaub und so ist die Fasnet für mich meine Urlaubszeit“, erzählt Löffler.

Sohn schon als Baby dabei

Und weil man die Familie in der Regel mit in den Urlaub nimmt, nimmt Andreas Löffler seine Familie eben mit auf die Fasnetsumzüge in der Region. Seine Frau läuft in der Maske des „Kräuterweibles“, der siebenjährige Sohn Jamie-Alex ist wie der Papa ein „Wolfsrälle“. Und das, obwohl der „Wolfsrälle“, der eine Mischung aus Mensch und Wolf darstellt, eigentlich ganz schön zum Fürchten aussieht. „Wir haben unseren Jüngsten von klein auf Stück für Stück an die Masken gewöhnt“, erklärt Löffler.

Jamie-Alex war schon als Baby mit auf Fasnets-Umzügen. „Als er dann etwas älter wurde, sind meine Frau und ich mit den Masken am Frühstückstisch gesessen. Die haben wir dann stundenlang auf- und abgezogen, um ihm zu zeigen, dass es nur eine Verkleidung ist und er keine Angst haben muss“, erzählt Löffler.

Großer und kleiner Schildträger

Angst hat Sohn Jamie-Alex auf den Umzügen nicht, im Gegenteil. „Bei ihm im Kinderzimmer laufen schon seit Wochen Faschingshits, so freut er sich auf die Fasnet“, erzählt Löffler. Mittlerweile trägt der Junior sogar sein eigenes Schild. „Das wollte er unbedingt haben“, erzählt Andreas Löffler. „Und wer weiß, vielleicht tritt er ja später mal in die Fußstapfen von Papa und wird einmal Schildträger.“

Das Narrenbaumstellen mit Narrentaufe der NZ Ringschnait ist am 30. Januar ab 19 Uhr auf dem Rathausplatz in Ringschnait. Am 31. Januar ist ab 17 Uhr Nachtumzug in Michelwinnaden. Am 7. Februar um 13.30 Uhr der Umzug in Haidgau und am 8. Februar ab 14 Uhr der Umzug in Eberhardzell. Am Gombigen Donschdig, 12. Februar, feiert die Narrenzunft Ringschnait Kinderfasnet. Am 15. Februar springen die Ringschnaiter ab 14 Uhr auf dem Umzug in Brochenzell mit.