Narrenfahne

Narren nehmen Bürgermeister Maier den Schlüssel ab

Eberhardzell / Lesedauer: 2 min

Zum Eberhardzeller Rathaussturm kommen mehrere Hundert Narren
Veröffentlicht:28.02.2014, 10:20
Aktualisiert:24.10.2019, 16:00

Von:
Artikel teilen:

Im Sturm haben die Narren das Rathaus in Eberhardzell übernommen, den Bürgermeister abgesetzt und die Narrenfahne gehisst. Hunderte Narren haben ihren Zunftmeister beim Vorhaben unterstützt und das Rathaus zu einem Tollhaus gemacht.

Erst das Zertreten von Hunderten von Luftballonen durch die Narren und das Aufschlitzen der mit starker Folie verbarrikadierten Windfangtür durch den Büttel, gelang der Zutritt zum Rathaus. In seiner Amtsstube haben die Narren Bürgermeister Hans Georg Maier aus dem Sessel gehoben und die Herrschaft über das Rathaus übernommen. Präsident und Zunftmeister Polde verkündete dem närrischen Volk von der Rathaustreppe aus: „Bürgermeister Maier hat dem Sturm der Narren nicht standgehalten und sich mit samt seinen überwiegend weiblichen Untertanen ergeben. Den Rathausschlüssel hat er mir bereits übergeben.“ Als Zeichen der Kapitulation haben die Narren sofort die Narrenfahne aufgezogen. Mit dem Bürokratieabbau wurde sofort begonnen und sämtliche Formulare vernichtet oder zum Fenster hinausgeworfen. „Wie vor 55 Jahren gelte wieder ein Mann ein Wort“, sagte der Zunftmeister.

Der abgesetzte Bürgermeister sprach im Kochgewand zu den Narren: „Hier steh ich nun als Koch in weißem Gewande, herausgeholt aus diesem Haus von einer närrischen Bande. Gestürmt, geplündert, enthoben vom Amt – es ist schwer zum fassen, meinen Kochlöffel den haben sie mir gerade noch gelassen“. Da er jetzt anderweitig Geld verdienen müsse, könne er sich den Job als Wirt und Koch in der gemeinde-eigenen Gaststätte „Zur Post“ vorstellen. Maier bat die Presse, dass sie auch den neuen Herrschern im Rathaus genauestens auf die Finger schauen solle.

„Büttel Armin, der Hölzerne“ verlas die närrischen Richtlinien von Zunftmeister Polde. Amüsant und hintergründig hat er brisante Themen der Eberhardzeller Kommunalpolitik auf die Schippe genommen.